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"Ich habe noch nicht aufgegeben" | 30.06.2020 | 06:00 Uhr

Halbmarathon in abgespeckter Form? Altötting versucht 29. Auflage am 13. September zu retten

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Dichtes Gedränge der Läufer und Zuschauer beim Start – dieses Bild wird es beim 29. Altöttinger Halbmarathon wohl kaum geben. Stattdessen soll das Rennen mit einer abgespeckten Version gerettet werden. −Foto: btz

Dichtes Gedränge der Läufer und Zuschauer beim Start – dieses Bild wird es beim 29. Altöttinger Halbmarathon wohl kaum geben. Stattdessen soll das Rennen mit einer abgespeckten Version gerettet werden. −Foto: btz

Dichtes Gedränge der Läufer und Zuschauer beim Start – dieses Bild wird es beim 29. Altöttinger Halbmarathon wohl kaum geben. Stattdessen soll das Rennen mit einer abgespeckten Version gerettet werden. −Foto: btz


Für Günther Vogl, Hauptorganisator des Altöttinger Halbmarathons, ist eine Absage der für den 13. September geplanten 29. Auflage keine Option.

"Ich habe noch nicht aufgegeben. Ich bin wild entschlossen, alles zu tun, was möglich ist", sagt er trotzig. Zwar sind wegen der Corona-Pandemie laut Regierung bis mindestens Ende Oktober Großveranstaltungen untersagt, aber Vogl ist "positiv gestimmt", dass das internationale Laufevent in der Wallfahrtsstadt wieder stattfinden kann – wenigstens als "abgespeckte Version". Er hat deshalb Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufgenommen, um möglichst schnell zu klären, was sich die Behörde vorstellen könnte. Die hat zunächst auf das Datum 6. Juli verwiesen, an dem neue Regelungen erwartet werden.

Das Laufen an sich sei nicht verboten, auch nicht in Gruppen, so Vogl, der anfügt: "Es gibt auch an diesem Wochenende wieder Läufe in Deutschland mit 1000 Teilnehmern." Schwierig seien lediglich "die Menschenansammlungen vor dem Start und im Zielbereich". Hierfür gelte es eine Regelung zu finden, wie beispielsweise Einzelstarts oder Starts in Wellen.

Als sicher gilt: Diesmal fällt bei dem Rennen, das die Macher als "schnellsten Naturlauf der Welt" titulieren, die traditionelle Stimmungsmeile vor der Zielankunft in bisheriger Form flach. Es wird wohl auch keine so großen Starterfelder geben wie im Vorjahr. Da verzeichnete man über die Hauptstrecke von 21,1km sowie über die 6km für Läufer und Walker und die 1,3km für alle Hobbyathleten mit 2773 Finishern einen neuen beeindruckenden Rekord. Dafür soll heuer ein virtueller Lauf angeboten werden. Dabei würden die Teilnehmer individuell unabhängig von Zeit und Ort die Strecke absolvieren und das per GPS-Gerät dokumentieren.

Am liebsten würde Vogl natürlich alle Laufbegeisterten direkt vor Ort vom Start- und Zielbereich in der Burghauser Straße in Richtung der befestigten Waldwege im Altöttinger Forst schicken. Aber wie viele können sich bei dem vom Europäischen Leichtathletikverband mit fünf Sternen, dem höchsten erreichbaren Standard für Laufsportveranstaltungen, ausgezeichneten Wettkampf auf den Weg machen? Und welche Vorgaben und Vorsichtsmaßnahmen sind dabei zu beachten? Die Antwort auf diese Fragen dürfte aller Voraussicht nach das Gesundheitsamt geben.

Aber auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sich darüber bereits ausführlich Gedanken gemacht und kreative sowie flexible Konzepte ausgearbeitet, wie staatliche Bestimmungen, Hygiene- und Abstandsregeln am besten umzusetzen sind. Dazu sagt DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska: "Die Leichtathletik muss gerade im Zuge der dynamischen Anpassung der Schutzmaßnahmen in den Bundesländern und den einhergehenden Lockerungen in ihrer gesamten Vielfalt wieder sichtbarer werden. Wir unterstützen daher natürlich die Bemühungen um eine Öffnung für Stadion- und Lauf-Wettbewerbe auf der Basis von an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepassten Durchführungs- und Hygienekonzeptionen."

In Altötting liegen der Organisation des Halbmarathons aktuell rund 200 Anmeldungen vor, 2019 waren es zu diesem Zeitpunkt ca. 350. Unterdessen läuft die Produktion der Medaillen für alle Finisher ganz normal weiter. 3000 Stück lässt man anfertigen – wohlweislich ohne Jahreszahl (die wird später auf das Band gedruckt), um die Metallplaketten notfalls auch im nächsten Jahr noch verwenden zu können. "Wir müssen schließlich flexibel sein", betont Günther Vogl. Und das bezieht sich nicht nur auf die Erinnerungsstücke für die Aktiven, die bei dem in diesem Jahr sicher außergewöhnlichen Lauf im Ziel ankommen. − fa












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