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Nicht alle Rennen sind abgesagt  |  30.03.2020  |  08:00 Uhr

Wettkämpfe in Zeiten von Corona: Vilshofenerin tritt mit bis zu 20.000 Sportlerin in die Pedale

von Michael Duschl

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Realität und Fiktion verschmelzen: Die Vilshofenerin Sarah Dwyer sitzt auf ihrem Rennrad, das auf einem Rollentrainer steht, und strampelt via Internet mit Hobby- wie Profisportlern weltweit um die Plätze. −Foto: Dario Karamatic

Realität und Fiktion verschmelzen: Die Vilshofenerin Sarah Dwyer sitzt auf ihrem Rennrad, das auf einem Rollentrainer steht, und strampelt via Internet mit Hobby- wie Profisportlern weltweit um die Plätze. −Foto: Dario Karamatic

Realität und Fiktion verschmelzen: Die Vilshofenerin Sarah Dwyer sitzt auf ihrem Rennrad, das auf einem Rollentrainer steht, und strampelt via Internet mit Hobby- wie Profisportlern weltweit um die Plätze. −Foto: Dario Karamatic


Es ist wie Konsole spielen. Nur viel anstrengender. Profi- und Hobbysportler weltweit schinden sich zu Tausenden
bei virtuellen Rennen und in Zeiten eines grassierenden Virus bekommt diese Art von Sport plötzlich mehr Aufmerksamkeit.

Sarah Dwyer macht es sich gemütlich, allein im "Trainingszentrum" Vilshofen (Landkreis Passau). Wobei gemütlich das falsche Wort ist. Die 38-Jährige sitzt konzentriert auf ihrem Rennrad, das auf einem Rollentrainer steht, vor einer großen Leinwand. Dort sitzt Dwyers Avatar auf einem Renner und wartet wie die Vilshofenerin auf den Startschuss. Als der fällt, verschmelzen die Bewegungen der realen und künstlichen Person, beide treten in die Pedale. Das digitale Rennen läuft, der Puls schießt in die Höhe, der Schweiß fließt. Die virtuelle Welt vor Dwyers Augen ist für die nächsten Minuten echt und die 38-Jährige will möglichst viele der Konkurrenten, die gleichzeitig irgendwo auf der Erde ebenfalls vor einem Bildschirm pedalieren, abhängen.

Eingespieltes Team: Sarah Dwyer und ihr Avatar. −Foto: Dario Karamatic

Eingespieltes Team: Sarah Dwyer und ihr Avatar. −Foto: Dario Karamatic

Eingespieltes Team: Sarah Dwyer und ihr Avatar. −Foto: Dario Karamatic


Knapp 1200 Kilometer ist Sarah Dwyer heuer schon auf diese Weise gefahren. Dabei, das betont die ambitionierte Hobbysportlerin nachdrücklich, mache sie lieber Sport an der frischen Luft. Wenn Wetter oder berufliche wie private Verpflichtungen Ausfahrten oder Läufe verhindern, dann nimmt die Gymnasiallehrerin aber gerne auf dem Rad vor dem Bildschirm Platz. 2019 strampelte sie insgesamt 12.500 Kilometer herunter, davon 1000 auf dem Rollentrainer. Heuer wird Dwyer, die im realen Leben für den Ski & Bike Club Deggendorf sowie den WSV Otterskirchen Wettkämpfe bestreitet, deutlich mehr virtuelle Kilometer zurücklegen, dafür sorgen schon Absagen "echter" Rennen aufgrund des Coronavirus.

Die Technik für virtuellen Sport kommt zum Beispiel aus Kalifornien. 2014 schuf das Start-up-Unternehmen Zwift die nötige Software und begeistert seither Radsportler, Triathleten und Läufer. Viele Profis wie Jan Frodeno (38) oder André Greipel (37) nutzen die (kostenpflichtige) Plattform für ihr Ausdauertraining und fahren bzw. laufen mit Breitensportlern. Im Angebot sind viele reale Strecken durch London, Innsbruck oder New York. Um teilzunehmen, braucht es neben einem Rad einen smarten Rollentrainer, Herzfrequenz- und Wattmesser sowie eine Verbindung zur App/ins Internet. Das kostet freilich ein paar Euro, gut investiertes Geld, findet Dwyer: "Bei dem Gedanken, dass 20.000 Menschen weltweit gleichzeitig mit mir radeln, krieg ich Gänsehaut."

Mehr zum Thema lesen Sie am Montag, 30. März, im Sportteil der PNP (Online-Kiosk) – oder hier nach kostenloser Anmeldung.












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