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28.11.2019  |  12:27 Uhr

"Piefke-Zebra": Wieso Top-Abfahrer Romed Baumann plötzlich für Deutschland an den Start geht

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Ungewohnter Anzug: Im Herbst seiner Karriere wechselte Romed Baumann (33) vom österreichischen zum deutschen Skiverband. −Foto: imago images

Ungewohnter Anzug: Im Herbst seiner Karriere wechselte Romed Baumann (33) vom österreichischen zum deutschen Skiverband. −Foto: imago images

Ungewohnter Anzug: Im Herbst seiner Karriere wechselte Romed Baumann (33) vom österreichischen zum deutschen Skiverband. −Foto: imago images


Romed Baumann schnippt einmal mit den Fingern, und schon hat er statt des österreichischen den deutschen Rennanzug an. Doch so einfach, wie Baumann es in einem Video in den Sozialen Medien aussehen lässt, war sein Seitenwechsel nicht. Stattdessen hatte er mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen - und stieß in seiner neuen sportlichen Heimat auf große Skepsis.

"Ganz ehrlich: Ich war kein Fan davon", sagt Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV). Er habe keine Lust gehabt "auf eine Provokation des ÖSV im Sinne von: Die Deutschen können und wissen alles besser", begründet er seine anfänglichen Bedenken: "Wechsel provozieren immer ein Gegeneinander, das wollten wir nicht."

Doch Baumann hat Maier längst überzeugt. "Er ist ein total guter Typ, echt der Hammer", sagt er über den WM-Dritten in der Kombination von 2013. Baumann tue der Abfahrtsmannschaft um die Kitzbühelsieger Thomas Dreßen und Josef Ferstl "extrem gut, er ist ein absoluter Gewinn."

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Auch sportlich? Der 33 Jahre alte Tiroler hat für Österreich 279 Weltcuprennen bestritten, nahm an sieben Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen teil. Zu seinen zwei Weltcupsiegen kommen acht Podestplätze, doch in den vergangenen sieben Wintern stand er nur einmal, im Februar 2015, auf dem Stockerl. Beim ÖSV hatte er keine Chance mehr.

Baumann stand vor der Wahl, auf eigene Faust und Kosten zu trainieren, oder die Skier in die Ecke zu stellen. "Aber ich habe nicht gespürt, dass die Zeit zum Aufhören gekommen ist", sagt er - und so wurde er mit seiner Vroni, einer Bayerin, kreativ. Weil das Paar schon länger im deutschen Kiefersfelden lebt, lag die Anfrage beim DSV nah.

Am 1. April wurde geheiratet, seither ist der Vater zweier Töchter Doppelstaatsbürger. Die bürokratischen Hürden waren damit aus dem Weg geräumt, Baumann erhielt vom ÖSV die Freigabe und letztlich auch das Okay des Weltverbandes. Jetzt, vor den ersten Speed-Rennen am Wochenende in Lake Louise/Kanada, ist er "happy, dass ich im deutschen Nationaldress starten darf."

In Baumanns alter Heimat stieß der Wechsel aber nicht nur auf Zustimmung. Die Kronenzeitung sah eine Fortsetzung der Film-Satire "Piefke-Saga", das Boulevardblatt Österreich verulkte Baumann wegen des gestreiften DSV-Anzugs als "Piefke-Zebra". "Damit kann ich leben", sagt er, "der Großteil der Reaktionen war positiv."

Die alten Kollegen, meint Baumann, hätten ihn beim Training im neuen Gewand gar nicht gleich erkannt, Reibereien gebe es aber keine. Und die neuen Mitstreiter hätten ihn aufgenommen, "als würde ich schon immer dazugehören, das war echt gewaltig."

Der Wechsel, meint Baumann, bringe "vielleicht den Schub, den es braucht, damit ich wieder vorne mitfahren kann." Maier traut es ihm zu: "Er fährt extrem gut Ski." Vom Podium will er nicht sprechen, "vordere Plätze" seien aber drin.

Wie das in Österreich ankäme? Die sportliche Provokation des Nachbarn, sagt Maier schmunzelnd, "hätte ich schon gerne. Wenn er in unserem Anzug vorne mitfährt - das hätte was!"












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