Kößlarner Weitspringer verfehlt großes Jahresziel

Entholzner um Haaresbreite am EM-Finale vorbei – „Ich brauche erstmal Abstand“

17.08.2022 | Stand 17.08.2022, 15:32 Uhr

Als würde er es ahnen – Maximilian Entholzner mit skeptischem Blick bei der Landung, zweimal tritt er über am Absprungbrett. −Foto: Sven Hoppe/dpa

50 Jahre nach den Olympischen Spielen, 20 Jahre nach den ersten kontinentalen Titelkämpfen an gleicher Stätte kehrte die Leichtathletik ins Münchner Olympiastadion zurück. Getragen vom Publikum, sollte die Heim-Europameisterschaft in München sein Wettkampf werden. Es kam ganz anders...

Maximilian Entholzner, Weitspringer des LAC Passau, fühlte sich top in Form, war heuer bereits 7,99 Meter gesprungen, im letzten Jahr 8,12 m. Der Einstieg in die Qualifikation im Weitsprung scheint perfekt. Im ersten Versuch hebt der Kößlarner ab und fliegt auf knapp 7,90 m. Nach ein paar Sekunden leuchtet „ungültig“ auf. Live nicht erkennbar, in der Aufnahme des Absprungs am Brett trotzdem eindeutig, der Sprung war minimal übertreten. Vor wenigen Jahren hätten die Kampfrichter noch den Abdruck im Plastilin gesucht. Sie hätten bei Entholzner keinen gefunden, nur ein minimaler Teil der Fußspitze war auf Höhe des Bretts. Beim zweiten Versuch tritt er wieder, diesmal etwas deutlicher über. Nach zwei ungültigen Versuchen geht er ein Stück nach hinten, um im letzten Versuch auf Nummer sicher zu gehen. „Doch dann bin ich irgendwie beim Absprung mit dem Fuß weggerutscht und konnte den Sprung nicht mehr zu Ende machen“, analysierte der am Boden zerstörte Entholzner nach der Qualifikation seinen dritten Versuch. Bereits 7,74 mhätten für das EM-Finale gereicht.

Nur einer der europäischen Top-Weitspringer sprang über acht Meter in einer durchwachsenen, von vielen Fehlversuchen geprägten Qualifikation. Der zweite deutsche Weitspringer, Fabian Heinle, schied mit 7,64 m aus. Der Stuttgarter hatte bei der letzten EM in Berlin noch Silber gewonnen.

„Ich bin ein bisschen sprachlos“

Die Enttäuschung sitzt tief beim LAC-Athleten, dass ihm bei seiner Heim-EM der Sprung ins Finale nicht gelang. „Ich war wahnsinnig gut drauf und der erste Versuch war minimal ungültig. Dieser hätte auf alle Fälle gereicht“, trauerte er der vergebenen großen Chance nach, nach seinem fünften Platz bei der Hallen-EM wieder in einem großen Finale zu stehen. „Ich bin ehrlich ein bisschen sprachlos“. Weitere Wettkämpfe will der dreifache deutsche Meister in dieser Saison nicht mehr bestreiten. „Nach diesem Wettkampf brauche ich erst einmal etwas Abstand“.

− khb


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