Spielertrainer muss gehen

Paukenschlag in Grafenau: TSV trennt sich überraschend von Coach Beyer

05.08.2022 | Stand 05.08.2022, 20:43 Uhr

Nicht mehr Trainer in Grafenau: Tom Beyer. −Foto: Mike Sigl

Nach gerade einmal drei Spieltagen gibt es den ersten Trainerwechsel in der Fußball-Bezirksliga Ost. Und dieser kommt ziemlich überraschend. Der TSV Grafenau trennte sich von Spielertrainer Tom Beyer, der seit 2018 in der Galgenau die Kommandos gab.

Als heimatsport.de Beyer für einen Vorbericht aufs Spiel am Freitag in Mauth kontaktiert, teilt dieser mit, nicht mehr Trainer zu sein. Die Verantwortlichen hätten ihm nicht mehr zugetraut, der richtige Mann zu sein für die Aufgaben und Ziele des Vereins. Der Coach selbst sieht dies anders, will aber nicht nachtreten und zeigt sich diplomatisch. „Ich muss die Entscheidung akzeptieren, auch wenn ich sie nicht nachvollziehen kann“, so Beyer. „Aber so ist es scheinbar im Fußballgeschäft. Der Trainer ist nunmal das schwächste Glied. Ich kann mir nichts vorwerfen, bin mit mit im Reinen.“ Über die genauen Gründe für die Trennung wollte Beyer nicht in der Öffentlichkeit sprechen. „Das ist Aufgabe des Vereins.“

Dieser meldete sich am Freitagvormittag per Mail. „Der holprige Saisonstart ist nicht der primäre Grund für die Trennung. Die sportliche Entwicklung der letzten Wochen ist einfach nicht so, wie wir sie uns vorgestellt hätten. Deshalb haben wir uns in der Spartenleitung dazu entschlossen, einen neuen Impuls zu setzen“, sagt Grafenaus Abteilungsleiter Andreas Reitberger. Und weiter: „Ein Trainerwechsel unter der Saison ist nie schön und wir haben uns diese Entscheidung auch alles andere als leicht gemacht. Tom Beyer ist ein super Typ und zweifellos auch ein sehr guter Trainer, bei dem wir uns für dreieinhalb tolle Jahre bedanken möchten. Wir wünschen ihm für seine sportliche und private Zukunft nur das Beste. Er wird beim TSV Grafenau immer gern gesehen bleiben.“

Interimsweise wird der bisherige Co-Spielertrainer Marco de Lima das Team, das bereits am Freitagabend im Landkreisderby beim TSV Mauth Farbe bekennen muss, betreuen. Unterstützt wird der 29-Jährige dabei von Daniel Reitberger und Benedikt Bauer . Wer künftig die Beyer-Nachfolge antreten soll, steht noch nicht fest. „Wir haben keine Lösung in der Schublade und müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen“, informiert Reitberger.

Die Grafenauer hatten den Start in der Bezirksliga Ost verpatzt. Der überraschenden Auftaktniederlage in Regen folgte das 3:3 daheim gegen Oberpolling sowie zuletzt ein 2:2 gegen Grainet. Beyer hatte bemängelt, dass man in der Offensive zu viele Großchancen liegen habe lassen und hinten einfach zu oft kleine Fehler gemacht und zu billige Gegentreffer kassiert habe. Diese Entwicklung sei schon in der Vorsaison erkennbar gewesen. „Daran müssen wir arbeiten und dürfen nicht locker lassen“, so der Spielertrainer vor der Partie in Grainet. Dass der erfahrene Spielertrainer Beyer der richtige Mann ist, die Wende zu schaffen, glaubten die Verantwortlichen beim TSV offenbar nicht.

Beyer selbst wird den Verein auch als Spieler verlassen. Bis 31. August hat der frühere Bayernligakicker des 1.FC Passau noch Zeit, zu wechseln. „Ich warte jetzt mal ab, was sich tut oder welche Möglichkeiten es gibt. Und falls sich nichts Passendes ergibt, werde ich die Zeit bis zum Winter auch rumbringen“, sagt Beyer schmunzelnd.

− la/He

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