0:3 gegen Salzburg

Drei Gegentore, trotzdem gefeiert: Bayerwald-Keeper Früchtl bei Ösi-Debüt gleich im Fokus

26.07.2022 | Stand 26.07.2022, 8:14 Uhr

Starker Rückhalt im Wiener Tor: Christian Früchtl (r.). −Foto: Andreas Schaad/RB

Von Alexander Augustin

Sechs Paraden, gefeiert von den Fans – doch so richtig freuen konnte sich Christian Früchtl nach seinem starken Einstand nicht. „Rein persönlich war es eine gute Leistung, aber es hilft leider nichts, wenn wir 3:0 verlieren“, sagte der Torhüter aus Bischofsmais (Lkr. Regen) nach seinem Debüt für Austria Wien am Freitag im Bundesliga-Auftaktspiel gegen Serienmeister Red Bull Salzburg.

Im wahrscheinlich schwersten Spiel der Saison hatten die Wiener über weite Strecken eine gute Leistung gezeigt und einige gute Chancen vergeben. Doch die Salzburger bewiesen einmal mehr ihre Übermacht im Nachbarland: Benjamin Sesko (37.), Fernando (56.) und Noah Okafor (61.) sorgten nach Anlaufschwierigkeiten für einen standesgemäßen Auftaktdreier.

Im Mittelpunkt stand hinterher trotzdem auch Austria-Keeper Früchtl, der bei den Gegentoren machtlos war. Gerade im Eins gegen Eins trieb der Bayerwäldler die Salzburger Stürmer beinahe zur Verzweiflung, hatte am Ende ein halbes Dutzend Paraden vorzuweisen. In den sozialen Netzwerken hatte der Neuzugang vom FC Bayern gleich die Sympathien auf seiner Seite. Auf Instagram fragte die Austria nach einer Bewertung der Leistung ihrer neuen Nummer eins. „Super Leistung, eine klare 1“ oder „Glatte 10 von 10“ ist unter dem Post zu lesen. Auch die Experten des übertragenden Senders „Sky“ waren nach Abpfiff voll des Lobes für den 22-Jährigen.

Früchtl über die neue Liga: „Einfach geil“

Früchtl selbst konnte sich am Mikrofon des vereinseigenen Youtube-Senders darüber aber nicht so recht freuen: „Wenn wir am Anfang unsere Chancen nutzen, kann das Spiel auch anders ausgehen“, ärgerte er sich. Schon nach 30 Sekunden hatte sich RB einen Aussetzer geleistet, in dessen Folge die Austria beinahe unbehelligt aufs Salzburger Tor zugehen konnte, aber den Angriff unsauber ausspielte. „In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht mehr den Zugriff, den wir in der ersten Halbzeit hatten.“

Dass seine Vorderleute immer wieder in Konter liefen, verhalf Früchtl zum ein oder anderen großen Auftritt. Schon in der ersten Hälfte hatte er einen Flachschuss von Fernando und im Eins gegen Eins mit dem Brasilianer pariert. Nach dem Seitenwechsel rettete er im Privatduell gegen Nicolas Capaldo. Eine starke Fußabwehr gegen Sesko war am Ende sinnlos, weil im Nachschuss Okafor zum 0:3 traf.

Früchtl selbst wollte sich über die deutliche Niederlage aber nicht allzu sehr grämen: „Wir haben heute gegen den wahrscheinlich stärksten Gegner gespielt“, sagte er. „In der ersten Halbzeit haben wir uns gut präsentiert, in der zweiten nicht mehr so.“ Dennoch sei die neue Liga „einfach geil. Geht nicht besser.“

Lukas Mühl verpasst Auftakt wegen Geburt seiner Tochter

Ein Grund für die ein oder andere Unordnung in der Austria-Defensive dürfte auch das Fehlen von Neu-Kapitän Lukas Mühl aus Regen gewesen sein. Früchtls Landkreis-Kollege verpasste den Saisonauftakt – allerdings aus einem äußerst schönen Grund: Der 25-Jährige ist Vater einer Tochter geworden.

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