Ab Mittwoch WM in Kopenhagen

Angstgegner in der Hochphase: Bayerwäldler Benedikt Bauer (22) will „Fifa“-Weltmeister werden

13.07.2022 | Stand 18.07.2022, 11:25 Uhr

Auf dem Weg zum WM-Titel? E-Sportler Benedikt Bauer. −Foto: privat

Von Alexander Augustin

Ein alter Hase, nein, das sei er sicher noch nicht, sagt Benedikt Bauer. Er ist 22 Jahre alt, entsprechend ist die Bezeichnung schon faktisch falsch. Und doch gilt der Drachselsrieder (Lkr. Regen) in der E-Sport-Szene bereits als einer der Erfahrenen, manchen dient er sogar als Vorbild. „Ich würde sagen, ich bin in meiner ‚Prime Time‘, meiner Hochphase, und habe mir einen Namen gemacht“, sagt er. Bei den Weltmeisterschaften der Fußball-Simulation „Fifa“ im dänischen Kopenhagen startet er ab Mittwoch als einer der Mitfavoriten.

Für den Bayerwäldler, der für die E-Sport-Abteilung des VfL Bochum spielt, war es eine Genugtuung, als er vor knapp zwei Wochen in London das WM-Ticket löste. Schon vergangenes Jahr wäre er für die Titelkämpfe der 32 besten Fifa-Spieler qualifiziert gewesen, dann sagte der Weltverband die WM kurzfristig wegen Corona ab. „Das war schon bitter“, erinnert er sich. „Ich hatte mich frühzeitig qualifiziert und mich dann für einen Monat komplett zurückgezogen, um auf den Punkt auf Topniveau zu sein. Ich hätte eine Chance auf den Titel gehabt.“

Weil Bauer das Ticket nun erst spät gelöst hat, hatte er kaum Zeit für intensive Vorbereitung – vielleicht sogar ein psychologischer Vorteil. „Jetzt bin ich einfach nur voller Vorfreude, dass ich da bin“, berichtet Bauer telefonisch aus Kopenhagen. Als erster Deutscher hat er sich zweimal in Folge für die WM qualifiziert.

Favoriten seien heuer andere, der Argentinier „nicolas99fc“ oder der Brite „tekxx“ etwa, mit dem „BeneCR7x“, wie Bauer im Spiel heißt, in Gruppe B (vier Achter-Gruppen) startet. Durchaus stark sei die Konkurrenz bereits in der Vorrunde. Dennoch sei das Ziel klar: Unter die besten Vier kommen und damit ins Achtelfinale. Am Sonntag wird dann der Weltmeister gekürt, Bauer will ein Wort mitreden bei der Titelvergabe. Insgesamt werden beim Turnier 500.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet.

Druck verspüre er nicht, sagt der Niederbayer, der kurz vor dem Abschluss seines Sportmanagement-Studiums steht. Bauer weiß, dass er durchaus als Angstgegner gilt. „BugBene“ nennen sie ihn in der Szene, weil er jede Macke des Spiels für sich nutzt. Anders, als es sein Nutzername, eine Hommage an Cristiano Ronaldo, vermuten lässt, hat er seine Stärken in der Defensive. In Kopenhagen muss er sie ausspielen.


Die Titelkämpfe können hier live verfolgt werden: www.twitch.tv/FIFAe.

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