Aufsteiger optimistisch

Sieben Neue und eine sichere Defensive: So plant Erlbach für das „Erlebnis Bayernliga“

13.07.2022 | Stand 18.07.2022, 9:18 Uhr
Franz Aichinger

Die Verantwortlichen des SV Erlbach präsentieren die Neuzugänge: (hinten von links) Spielertrainer Lukas Lechner, Thomas Breu, Sebastian Baier, Leonhard Thiel, Andreas Bobenstetter, Team-Manager Johann Grabmeier; (vorne von links) Stefan Loher, Benjamin Schlettwagner und Simon Hefter. −Foto: Butzhammer

Von Franz Aichinger

Der SV Erlbach ist zurück in der Fußball-Bayernliga Süd, wo der rührige Verein aus der gut 1200 Einwohner zählenden Gemeinde bereits 2015/16 ein Jahr lang um Punkte gekämpft hat.

Damals hat man als Vizemeister der Landesliga Südost hinter dem SV Kirchanschöring über die Relegation den Aufstieg geschafft und musste nach Platz17 in der Saisonverlängerung wieder nach unten. Die Pause zwischen den beiden Spielzeiten betrug nur wenige Tage, was wohl auch mitentscheidend war, warum der Mannschaft letztlich die Luft ausgegangen ist. Diesmal soll es anders laufen und die Vorzeichen stehen schon mal gut.

Der SVE hat als überragender Meister mit 17 Punkten Vorsprung die Rückkehr geschafft. Da bereits drei Spieltage vor dem Ende der Titel perfekt war, konnte die Trainingsintensität reduziert und den Aktiven zudem eine ausreichend lange Regeneration gegönnt werden. Die Verantwortlichen geben sich optimistisch, dass die neu formierte Truppe in der am Sonntag um 15 Uhr bei Türkspor Augsburg beginnenden Runde „vom Kopf her freier“ ist und so das Saisonziel Klassenerhalt geschafft wird.

„Die Spieler befinden sich körperlich in einem guten Zustand“, erklärt Spielertrainer Lukas Lechner, der die dritte Saison in Erlbach das Sagen hat und sich mit der Vorbereitung zufrieden zeigt. Dem 33 Jahre alten Realschullehrer assistieren erneut Torwart-Trainer Bernhard Schickl (26) und als „Co“ Bernd Eimannsberger (31), der nach seiner fast einjährigen Pause wegen eines Kreuzbandrisses wieder mit dem Aufbauprogramm begonnen hat. Dazu kommt Athletik-Coach Jakob Schmid, der dem Team einen „guten Fitness-Stand“ attestiert.

Wurde die Formation im Vorjahr in erster Linie durch gut ausgebildete Talente verjüngt, so verpflichteten die Erlbacher in dieser Sommerpause auch einige Routiniers. Alle Neuen waren in ihren letzten Vereinen durchwegs Stammkräfte, nun sollen sie die jungen SVE-Spieler bei deren Entwicklung unterstützen. Allen voran fällt diese Aufgabe den Stürmern Leonhard Thiel (26/vom TSV Kastl) und Thomas Breu (33/FC Töging) zu. Letzterer hat unter anderem 218 Einsätze (43 Tore) in der Regionalliga absolviert, ist aber nach einem Muskelfaserriss erst letzte Woche ins Training eingestiegen. Zusammen mit Breu kamen auch die Mittelfeldkräfte Andreas Bobenstetter (22) und Simon Hefter (22) vom Landkreis-Rivalen Töging. Aus Niederbayern wagten Stefan Loher (29/Mittelfeld) und Torhüter Sebastian Baier (22/beide TuS Pfarrkirchen) sowie Benjamin Schlettwagner (27/Mittelfeld) vom ASCK Simbach den Sprung ins Holzland.

Die sieben Neuen ersetzen ebenso viele Abgewanderte. Verabschiedet haben sich Klaus Malec (zum SSV Eggenfelden), Johannes Grösslinger (FC Töging), Simon Salzinger (DJK-SV Pleiskirchen), Leon Schwarzmeier (SV Aschau), David Lobendank (SV Kirchanschöring), Marc Abel (TuS Engelsberg) und Maximilian Habereder (TuS Pfarrkirchen). Seine Karriere hat Emanuel Spielbauer beendet. Als „halber Abgang“ gilt auch Johannes Maier. Der 30-Jährige hat in der letzten Saison 22 der 84 Liga-Treffer des SVE erzielt, muss aber aus beruflichen Gründen nun länger pausieren. Zur Rückrunde wird der Goalgetter jedoch im derzeit 20-köpfigen Kader (18 Feldspieler und zwei Torhüter) zurückerwartet. Seine Rolle als Kapitän teilen sich einstweilen mit Alexander Fischer (24) und Wolfgang Hahn (26) die beiden langgedientesten Erlbacher.

Das Defensiv-Duo zeichnet auch mitverantwortlich dafür, dass der souveräne Landesliga-Meister in 34 Spielen nur 18 Gegentreffer kassiert hat. „Wir waren so erfolgreich, weil wir keine Tore zugelassen haben“, blickt Team-Manager Johann Grabmeier zurück. Auf die Abwehrstärke soll auch in dieser Runde wieder gebaut werden. „Wir brauchen Kompaktheit auf dem gesamten Feld. Das geht vorne los. Wir müssen mannschaftlich und geschlossen auftreten“, fordert Coach Lechner.

Sein „Co“ Eimannsberger will sich zudem als unangenehmer Gegner präsentieren: „Wir setzen auch auf Härte in den Zweikämpfen.“ Beide bescheinigen ihren Schützlingen in den genannten Bereichen „eine gute Entwicklung“. Immer wieder Lösungen bei der Spieleröffnung zu finden und nicht nur auf den Ballbesitz zu schauen – das seien Schwerpunkte in der Vorbereitung gewesen, verraten die Verantwortlichen, die den TSV Landsberg, die Absteiger SV Schalding-Heining und FC Memmingen sowie mit Abstrichen den SV Kirchanschöring in der Rolle des Titelfavoriten sehen.

Und was ist für Erlbach drin? „Unser Pluspunkt ist die Defensive, da haben wir die Meisterschaft gewonnen. Und die ist bis auf David Lobendank zusammengeblieben. Wir müssen schauen, dass wir Ausfälle kompensieren und wieder wenig Gegentore bekommen, dann können wir den Klassenerhalt schaffen“, betont der Sportliche Leiter Ralf Peiß. Als Manko könnte sich der relativ kleine Kader erweisen, denn mit Neuzugang Bobenstetter und Nicolas Barth fallen bereits zwei Aktive wegen Bänderrissen länger aus.

Ein zusätzlicher Trumpf sind dagegen sicherlich die Fans. Die Vorfreude auf die „hammerstarke Bayernliga“ (Peiß) und die namhaften Gegner ist groß, ebenso war es das Zuschauerinteresse bei den Testspielen. Das könnte die Holzland-Kicker zusätzlich beflügeln und so dafür sorgen, dass das „Erlebnis Bayernliga“ (Peiß) diesmal nicht auf eine Saison beschränkt bleibt.

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