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40000 Euro Strafe, keine Sperre | 07.12.2021 | 13:52 Uhr

"Fies" und "perfide": Aber der DFB legt den "Fall" Bellingham zu den Akten

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Das Urteil ist gesprochen – aber die Debatte um Jude Bellingham und Felix Zwayer ist noch längst nicht vorbei. −Foto: dpa

Das Urteil ist gesprochen – aber die Debatte um Jude Bellingham und Felix Zwayer ist noch längst nicht vorbei. −Foto: dpa

Das Urteil ist gesprochen – aber die Debatte um Jude Bellingham und Felix Zwayer ist noch längst nicht vorbei. −Foto: dpa


Der DFB hat den Fall zwar mit einer Geldstrafe zu den Akten gelegt – die Debatte um Jude Bellingham und Felix Zwayer ist aber noch längst nicht vorbei.

Obwohl der Jungstar von Borussia Dortmund um eine Sperre herumgekommen ist und für seine ätzende Schiedsrichter-Schelte "nur" 40.000 Euro berappen muss, erhitzt der Vorfall im Anschluss an das Bundesliga-Topspiel zwischen dem BVB und Bayern München (2:3) weiter die Gemüter.

Noch bevor das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag sein mildes Urteil für das "unsportliche Verhalten" Bellinghams (18) mit einer kurzer Begründung ("Dadurch hatte er die Unparteilichkeit des Schiedsrichters angezweifelt und letztlich in Abrede gestellt") verkündete, hatten zwei Ex-Stars und zwei frühere Top-Referees die anhaltende Diskussion zusätzlich befeuert.

Vor allem der ehemalige Spitzen-Schiedsrichter Urs Meier fand deutliche Worte. Nach Ansicht des Schweizers waren Bellinghams Aussagen "fies" und "perfide". "Auch wenn ich kein großer Freund von Felix Zwayer bin - das war ein dickes Brett", sagte Meier in seinem Podcast: "Das war unter der Gürtellinie. Es suggeriert den Fans, dass Zwayer bestechlich ist."

Bellingham hatte Zwayer (Berlin) beim norwegischen TV-Sender Viaplay Fotball hart angegangen. "Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?", sagte der englische Nationalspieler. Der DFB-Kontrollausschuss hatte als Reaktion darauf ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Bellingham bezog sich ganz offensichtlich auf Vorkommnisse, die 17 Jahre zurückliegen. 2004 hatte Zwayer den Akten zufolge als Assistent Geld vom Drahtzieher Robert Hoyzer angenommen. Später deckte er den Skandal mit auf, eine Manipulation wurde ihm trotz Sperre nie nachgewiesen. "An Bellingham erkennt man, dass in der Kabine über so etwas gesprochen wird", vermutete Meier.

Der Eidgenosse sieht mit Blick auf Zwayer nun den DFB gefordert. "Ich habe immer gesagt, dass mit mir als Schiri-Chef so ein Schiedsrichter nicht mehr in der Spitze gepfiffen hätte. Aber man kann das anders sehen, der DFB hat anders entschieden", sagte Meier: "Er hatte seine Strafe. Jetzt müsste sich jemand von der Schiedsrichter-Spitze des DFB vor Zwayer stellen. Er ist schließlich der verlängerte Arm des DFB auf dem Platz."

Nicht ganz so deutlich wie Meier formulierte es Wolfgang Stark. Der frühere FIFA-Unparteiische sieht es hinsichtlich der Bellingham-Äußerungen aber ähnlich wie Meier. "Die Aussage war mit Sicherheit nicht glücklich gewählt und aus meiner Sicht auch nicht passend", sagte Stark den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Vita seines früheren Kollegen Zwayer beäugt aber auch Stark durchaus gespalten. "Felix Zwayer ist inzwischen rehabilitiert. Ob das, was er damals gemacht hat, in Ordnung war, muss jeder selbst entscheiden", äußerte der 52-Jährige, der grundsätzlich mehr Respekt für die Unparteiischen einfordert: "Wir müssen dahin kommen, dass die Entscheidungen der Schiedsrichter von den Spielern stärker akzeptiert werden."

Lothar Matthäus hatte in seiner Sky-Kolumne allerdings an den DFB appelliert, mit Blick auf Bellingham eine milde Strafe zu verhängen. Die Aussagen seien laut des Weltmeisterkapitäns von 1990 zwar "zu weit" gegangen, "sollten so nicht wieder vorkommen" und "waren in der Form unangebracht" – dennoch: "Von mir aus soll er für einen karitativen Zweck eine Geldstrafe spenden und dann ist gut."

So ähnlich sah es offenbar auch das Sportgericht. − sid












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