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Kollaps bei EM-Spiel  |  13.06.2021  |  15:39 Uhr

Er musste selbst schon auf dem Platz reanimiert werden: So denkt Lutz Pfannenstiel über das Eriksen-Drama

von Alexander Augustin

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Ganz Ähnliches hat Lutz Pfannenstiel (r.) im Jahr 2002 erlebt. Deswegen erlebte er beim Kollaps von Dänemarks Christian Eriksen ein Deja-Vu. −Fotos: dpa/imago images

Ganz Ähnliches hat Lutz Pfannenstiel (r.) im Jahr 2002 erlebt. Deswegen erlebte er beim Kollaps von Dänemarks Christian Eriksen ein Deja-Vu. −Fotos: dpa/imago images

Ganz Ähnliches hat Lutz Pfannenstiel (r.) im Jahr 2002 erlebt. Deswegen erlebte er beim Kollaps von Dänemarks Christian Eriksen ein Deja-Vu. −Fotos: dpa/imago images


Als am Samstagabend die Ärzte auf dem Platz des Kopenhagener EM-Stadions um das Leben von Dänemarks Mittelfeld-Star Christian Eriksen kämpften, musste Lutz Pfannenstiel unweigerlich an den 26. Dezember 2002 denken. Die bangen Szenen waren wie ein Deja-Vu für den Zwiesler Ex-Torwart, der derzeit für die PNP, das ZDF und das Schweizer Fernsehen als EM-Experte im Einsatz ist.

"Es war eine ganz ähnliche Situation", erzählt der Zwiesler am Tag nach den Horror-Szenen. Am Boxing Day 2002 spielte Pfannenstiel für Bradford in England. In einem Zweikampf erwischte ihn ein gegnerischer Spieler mit dem Knie am Brustkorb. Pfannenstiels Lungen fielen in sich zusammen, auf dem Platz war er dreimal klinisch tot. Nach einigen Stunden im Koma überlebte Pfannenstiel. "Es war ganz eng bei mir. Meiner Freundin haben sie damals gesagt, sie solle mich noch einmal anschauen, weil ich es wahrscheinlich nicht schaffen werde."

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Eriksens Kollaps und die Szenen drumherum zum Ende der ersten Halbzeit im Vorrunden-Spiel gegen Finnland hätten ihn zwar sehr an seine Erlebnisse erinnert, seien aber doch ganz anders gewesen: "Bei mir war es eine Kontaktverletzung, bei Christian wussten die Ärzte nicht, was der Grund ist. Das macht es wahnsinnig schwer, Entscheidungen zu treffen. Aber am Ende ist es perfekt gehandhabt worden. Auch der Weg zum Krankenhaus war kurz." Durch das beherzte Eingreifen hätten die Beteiligten Schlimmeres verhindert. Inzwischen ist Eriksen stabil, hat sich sogar schon aus dem Krankenhaus gemeldet.

Noch in der Nacht hatte Pfannenstiel Kontakt zu einigen dänischen Nationalspielern. "Die Spieler haben nicht schlafen können", erzählt Pfannenstiel. Und das sei auch völlig verständlich. Die Entscheidung, das Spiel am Abend noch fortzusetzen, sieht Pfannenstiel gemischt. "Natürlich ist die erste Reaktion: Das Spiel kannst du nicht zu Ende spielen. Aber als sich Eriksen aus dem Krankenhaus bei der Mannschaft gemeldet hat, war klar, dass fertiggespielt wird. 999 von 1000 Spielern sagen in so einer Situation eventuell noch unter Schock zu ihrer Mannschaft: ‚Spielt fertig!‘" Das sei auch damals, an Weihnachten 2002, bei ihm selbst so gewesen: "Meine erste Reaktion, als ich aus dem Koma aufgewacht bin, war: ‚Wie steht’s? Lasst mich ins Tor zurück!‘"












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