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Zerreißprobe für Rote Raben und NawaRo | 21.11.2020 | 10:00 Uhr

Die Volleyball-Bundesliga der Frauen boomt – eigentlich

von Sebastian Meirandres

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Ende Oktober trafen die niederbayerischen Volleyball-Bundesligistinnen Rote Raben aus Vilsbiburg und Nawaro aus Straubing im Derby aufeinander: Am Ende siegten die "Räbinnen" (rot) mit 3:0. −Foto: Mike Sigl

Ende Oktober trafen die niederbayerischen Volleyball-Bundesligistinnen Rote Raben aus Vilsbiburg und Nawaro aus Straubing im Derby aufeinander: Am Ende siegten die "Räbinnen" (rot) mit 3:0. −Foto: Mike Sigl

Ende Oktober trafen die niederbayerischen Volleyball-Bundesligistinnen Rote Raben aus Vilsbiburg und Nawaro aus Straubing im Derby aufeinander: Am Ende siegten die "Räbinnen" (rot) mit 3:0. −Foto: Mike Sigl


Laut Recherchen des ZDF ist Volleyball beim Thema Frauen-Hallensport die mit Abstand beliebteste (Zuschauer-Schnitt rund 1500), auch das Interesse der Sponsoren steigt stetig. Die nächsten Jahre soll die Liga von elf auf 16 Teams aufgestockt werden. Aktuell ist die Situation jedoch nicht einfach, wie die niederbayerischen Klubs Rote Raben Vilsbiburg und NawaRo Straubing im PNP-Gespräch bestätigen.

Ohne Zuschauer im "Nest", das ist schon was anderes für die Roten Raben Vilsbiburg: leere Halle, fehlende Jubelrufe von den Rängen. "Das hat vielleicht eher Trainingscharakter", findet Geschäftsführer André Wehnert. Klar sei das Team inzwischen fast daran gewöhnt, "aber natürlich gibt eine volle Halle schon einen Kick". Aktuell müssen sich die Frauen also untereinander zur Höchstleistung pushen. Zusätzlich zur geisterhaften Atmosphäre auf den Rängen sorge die Pandemie für "nicht rosige" Klub-Finanzen. Schon der Abbruch der vergangenen Saison und das Warten auf die neue seien nicht förderlich gewesen, sagt Wehnert. "Wir sind deshalb schon vorsichtig in die Planung reingegangen." Denn immerhin fehlen dem Verein ohne gewohnte Zuschauerzahlen rund zehn Prozent der Jahreseinnahmen, wie der Geschäftsführer kalkuliert. Freilich weniger als in Sportarten wie Basketball oder Eishockey, aber "die Kosten werden ja nicht geringer".

Das erneute Runterfahren der Wirtschaft betrifft den Verein zwar erst mal nicht sofort, mögliche Effekte für die Zukunft gibt es trotzdem: "Der Lockdown ist natürlich für viele Unternehmen bedrohlich. Klar ist, dass wir im Bereich Sponsoring davon abhängig sind, dass es den Unternehmen gut geht." Die Auswirkungen auf lange Sicht könne heute noch niemand abschätzen, aber Wehnert hofft, dass bald wieder Normalität und damit Planungssicherheit einkehrt: "Die Meldungen, dass bei Impfstoffen was nach vorne geht, sorgt natürlich für Licht am Ende des Tunnels."

NawaRo will Livestream attraktiver machen

"Ungewohnt" sind die Geisterspiele auch für Nawaro Straubing, wie Pressesprecher Georg Kettenbohrer sagt. Trotzdem versuche man, die Heimauftritte so normal wie möglich zu gestalten: "Wir haben angefangen, Schnipsel aus vergangenen Spielen vom Livestream mit einzubauen." Durch die Soundaufnahmen sollen nicht nur Musik und Moderation wahrnehmbar sein, sondern auch "Fans hörbar" werden. Gleichzeitig soll der Livestream aufgewertet werden: "Wir sind gerade bisschen am Experimentieren", sagt der Sprecher. So werde man am Samstag testweise eine kleine Pre-Game-Show mit Interviews ausstrahlen sowie Zeitlupen und mehrere Kameras einsetzen.

Auch in Straubing ist die Krise finanziell spürbar: "Wenn der Lockdown länger dauert, wirkt sich das automatisch auf Sponsoringetats aus", sagt Geschäftsführerin Ingrid Senft. Vereinzelt seien bereits Sponsoren abgesprungen, die meisten aber hätten eine persönliche Bindung zum Verein und seien treu geblieben. Hinzu kommen fehlende Ticketeinnahmen, die in etwa "20 Prozent des Etats" ausmachen würden. "Wenn Sponsoren und 20 Prozent Zuschauereinnahmen wegbrechen, ist das schon ein Hauseck."

Mit dem Geld aus dem 200-Millionen-Paket des Bundes für den Profisport (exklusive der ersten beiden Männer-Fußballligen) könnten nur "80 Prozent der Hälfte" der fehlenden Einnahmen kompensiert werden statt wie vorgesehen 80 Prozent aller Zuschauereinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, so Senft. Es gelte nämlich bei Nawaro nur für die Spielmonate Oktober, November, Dezember – die Saison jedoch dauere bis zum Frühjahr 2021. "Es wäre eine Hilfe, wenn man mal den Bescheid bekäme", sagt die Geschäftsführerin. Die Zugangsvoraussetzungen seien kompliziert und nicht auf Sportvereine zugeschnitten.

"Wenn's der Wirtschaft gut geht, geht's uns auch gut. Wenn nicht, erfordert es Kreativität", betont auch Kettenbohrer. Die Nachwuchsabteilung ist dabei das beste Beispiel, wie man aus der Not eine Tugend macht: Nach Wegbrechen von Straubing-Cup, Firmen-Beachturnier und Kiosk-Einnahmen hat diese eine Crowdfunding-Aktion gestartet. 10.000 Euro seien dadurch in die Vereinskasse geflossen.

Mehr zum Thema lesen Sie am Freitag, 20. November, im Sportteil der PNP (Online-Kiosk) – oder hier bei PNP Plus.












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