Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...





"Hier wurden wichtige Informationen zurückgehalten" | 04.11.2020 | 06:00 Uhr

Klage gegen Spielwertung: Nachspiel zwischen Ruderting und SG Preying

Lesenswert (13) Lesenswert 23 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken


  • Artikel 92 / 127
  • Pfeil
  • Pfeil




Ein umkämpftes Spiel mit insgesamt vier Elfmetern zwischen dem FC Ruderting und der SG Preying/Tittling endete mit 2:1 für den Gast. Jetzt geht es vor dem Sportgericht in die Verlängerung. −Foto: Sven Kaiser

Ein umkämpftes Spiel mit insgesamt vier Elfmetern zwischen dem FC Ruderting und der SG Preying/Tittling endete mit 2:1 für den Gast. Jetzt geht es vor dem Sportgericht in die Verlängerung. −Foto: Sven Kaiser

Ein umkämpftes Spiel mit insgesamt vier Elfmetern zwischen dem FC Ruderting und der SG Preying/Tittling endete mit 2:1 für den Gast. Jetzt geht es vor dem Sportgericht in die Verlängerung. −Foto: Sven Kaiser


Dem Fußball-Betrieb auf Kreisebene wurde zwangsweise die vorzeitige Winterpause verordnet, eine bereits ausgetragene Partie hat aber noch ein Nachspiel. Im Duell der Kreisklasse Passau zwischen dem FC Ruderting und der SG Preying/Tittling II (1:2) am Sonntag, 25. Oktober, hat beim Gast ein Kicker mitgewirkt, der am Tag vor dem Spiel einen Corona-Test absolvierte und am Tag nach dem Duell ein positives Ergebnis erhielt. Mit erheblichen Folgen für alle Beteiligten.

"Der Schock saß bei den Spielern und Verantwortlichen tief, als wir darüber in Kenntnis gesetzt wurden", bestätigt die SG Preying/Tittling II in einer Stellungnahme den Vorfall. Der Verein legt aber Wert auf die Feststellung, dass "dieser Test aus beruflichen Gründen bzw. Anweisung des Arbeitgebers des Betroffenen durchgeführt werden musste. Der Spieler ist und war symptomfrei. Auch ein Arbeitskollege des Betroffenen, der mit ihm sehr eng zusammenarbeitet (gemeinsame Projekte, gemeinsame Autofahrten, usw.), musste sich dem Test aus oben aufgeführten Gründen unterziehen. Dieser war jedoch negativ. Um so größer war die Verwunderung, als wir über das positive Ergebnis unterrichtet worden sind. Wir, die Vorstandschaft, sind mit Einführung des Hygienekonzeptes an alle Spieler herangetreten und haben dringlich darum gebeten, bei Auftreten von Symptomen nicht am Trainings- und Spielbetrieb teilzunehmen."

"Schwer zu verstehen" sind für Preyings Spielführer und 2. Vorstand Georg Zechmann (rechts) die abweichenden Entscheidungen der Gesundheitsämter. −Foto: Kaiser

"Schwer zu verstehen" sind für Preyings Spielführer und 2. Vorstand Georg Zechmann (rechts) die abweichenden Entscheidungen der Gesundheitsämter. −Foto: Kaiser

"Schwer zu verstehen" sind für Preyings Spielführer und 2. Vorstand Georg Zechmann (rechts) die abweichenden Entscheidungen der Gesundheitsämter. −Foto: Kaiser


Die SG hatte nach Bekanntwerden des Ergebnisses umgehend das Landratsamt, die eigenen Aktiven, den FC Ruderting und den BFV-Spielleiter informiert. "Wir haben unseren Spielern empfohlen, bis zu weiteren Anweisungen durch das Landratsamt Vorsicht walten zu lassen, nicht zur Arbeit zu gehen und Kontakte mit Freunden und Familie massiv einzuschränken", berichtet die Vereinsführung weiter.

"Nicht nachvollziehbar" ist für Charly Höller, den Abteilungsleiter des FC Ruderting, dass die SG den Namen des betroffenen Spielers nicht preisgeben wollte.– F.: Kaiser

"Nicht nachvollziehbar" ist für Charly Höller, den Abteilungsleiter des FC Ruderting, dass die SG den Namen des betroffenen Spielers nicht preisgeben wollte.– F.: Kaiser

"Nicht nachvollziehbar" ist für Charly Höller, den Abteilungsleiter des FC Ruderting, dass die SG den Namen des betroffenen Spielers nicht preisgeben wollte.– F.: Kaiser


Alle betroffenen SG-Fußballer hätten sich freiwilligen Tests unterzogen, alle seien negativ ausgefallen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt konnten die Verantwortlichen bestätigen, dass die Hygienevorschriften seitens des FC Ruderting (Kabinen gut belüftet, Duschen abgetrennt, usw.) sehr gut umgesetzt worden seien. Umso erstaunter waren die Preying/Tittlinger von den für sie beschlossenen Maßnahmen. "Drei unserer Fußballer haben ihren Wohnsitz im Landkreis Freyung-Grafenau. Das zuständige Gesundheitsamt hat für sie als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eine häusliche Quarantäne bis ein-schließlich 8. November angeordnet. Der Rest wohnt im Landkreis Passau. Die dortige Behörde stufte sie als Kontaktpersonen der Kategorie 2 ein. Sie wurden zwar belehrt, Kontakte zu reduzieren und bei möglichen Symptomen daheim zu bleiben, sind aber weiter ,auf freiem Fuß‘. Das ist alles schwer zu verstehen und sorgt natürlich für Irritationen, bei allem Verständnis dafür, dass die Ämter im Moment extrem gefordert sind", sagt Georg Zechmann, der Kapitän und 2. Vorstand der Spielgemeinschaft. Der 29-Jährige ist übrigens als einer der drei "FRG-ler" selbst von der Quarantäne-Entscheidung betroffen. Ebenso kurios: Ein FRG-Spieler und sein "Passauer" Mannschaftskollege sind im gleichen Betrieb in der Dreiflüssestadt beschäftigt. Der eine muss daheim bleiben, der andere darf zur Arbeit gehen.

Laut Schreiben der SG Preying habe das Gesundheitsamt seine Entscheidung damit begründet, dass "sich die Spieler kumuliert (Umziehen, Halbzeit) unwesentlich länger als 15 bis 20 Minuten zusammen mit dem später positiv getesteten Kollegen in der Kabine aufgehalten haben". Daher handele es sich um einen Grenzfall zwischen der Einstufung als Kontaktperson 1 oder 2.

Beim FC Ruderting war man sehr verärgert über die Tatsache, dass der Gegner den Namen des Betroffenen nicht preisgeben wollte. "Datenschutz steht hier für uns an erster Stelle! Unserer Auffassung nach ist es das Wichtigste, dass den zuständigen Gesundheitsämter alle notwendigen Informationen und Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, um diesen die Nachvollziehung der Kontakte so einfach wie möglich zu machen", begründet die Vorstandschaft des TSV Preying die Vorgehensweise. Es habe bereits Fälle gegeben, wo positiv getestete Fußballer mit Drohungen konfrontiert worden sind, das wollte man unbedingt vermeiden. Außerdem habe das Gesundheitsamt nicht dazu aufgefordert, personenbezogene Daten nach außen zu geben. Absolut unverständlich für Charly Höller, den Abteilungsleiter des FCR. "Wir haben vom Gesundheitsamt die Aussage erhalten, dass unsere Spieler in Kontaktpersonen 1 oder 2 einzuteilen sind. Je nachdem, ob sie ständig im direkten Duell mit dem Betroffenen waren oder nicht. Wie soll das aber unterschieden werden, wenn man nicht weiß, wer der Betroffene ist? Wie sollen hier eventuelle Infektionsketten nachverfolgt oder unterbrochen werden? Für uns ist dieses Verhalten der SG grob fahrlässig und in keiner Weise nachvollziehbar", sagt Höller.

Er habe drei Tage lang versucht, Informationen einzuholen und die Vorgehensweise mit den Behörden abzustimmen. Letztlich wurde den Rudertinger Fußballern angeraten, den Gesundheitszustand zu beobachten, bei Symptomen zu reagieren und gegebenenfalls freiwillig einen Abstrich durchführen zu lassen: "Das alles zieht einen Rattenschwanz nach sich. Wir sind am Ende verantwortlich für die Gesundheit unserer Spieler, die ja schließlich auch zur Arbeit oder in die Schule gehen müssen. Deshalb finde ich es extrem schade, dass hier wichtige Informationen zurück gehalten wurden."

Weil man im Rudertinger Lager nach eigenen Recherchen der Auffassung ist, dass der offenbar aus einem Nachbarland stammende, betroffene Spieler aufgrund der geltenden Einreise-Quarantäne-Verordnung gar nicht erst hätte mitwirken dürfen, will Höller gegen die Spielwertung vorgehen und hat Anzeige erstattet: "Diese Sichtweise wird übrigens auch vom Ordnungs- und Gesundheitsamt geteilt. Mal abwarten, wie die Sportrichter entscheiden. In jedem Fall sind wir nach dem ganzen Theater alle froh, dass jetzt erst einmal Pause ist." − He












Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © heimatsport.de 2020
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am






Sechs Spiele lang sieglos: Der berüchtigte Trainer-Effekt blieb nach der Verpflichtung von Manuel Baum auf Schalke gänzlich aus. −Foto: Martin Meissner/dpa

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 steuert nach dem 24. Spiel in Folge ohne Sieg weiter auf...



Wechselt vom TSV Grafling zum SV Schöllnach, wo er als neuer Trainer übernimmt: Manuel Weinberger. −Foto: Frank Bietau

Mit einem runderneuerten Kader will der SV Schöllnach den Klassenerhalt in der Kreisklasse...



−Symbolfoto: dpa

Die Lage ist ernst: In dieser Woche stehen dem bayerischen Sport im Zuge des weiteren Umgangs mit...



Spektakuläre Szenen vor leeren Rängen – damit soll in der Premier League bald Schluss sein. Zumindest bis zu 4000 Zuschauern sollen zugelassen werden, wenn die Corona-Lage dies hergibt. −Foto: dpa

Die Clubs der Premier League freuen sich über die in Aussicht gestellte Teil-Rückkehr der Fans in...



Verlässt den ASV Cham in der Winterpause: Andreas Lengsfeld (34) führte die Kreisstädter 2019 zurück in die Bayernliga und fungierte zuletzt als Sportlicher Leiter. −Foto: Frank Bietau

Einen überraschenden Rücktritt muss Fußball-Bayernligist ASV Cham hinnehmen...





Muss er jetzt gehen? Joachim Löw. −Foto: dpa

Es ist ein erneuter Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte der deutschen Nationalmannschaft: 0:6...



FUNino ist Kleinfeldfußball im 3 gegen 3, das in einer bestimmten Organisationsform auf 4 Minitore gespielt wird. −Foto: Screenshot youtube / Lakota

Fußball-Deutschland, meint Oliver Bierhoff, ist in arger Not. "Wir machen uns große Sorgen"...



−Foto: afp

Joachim Löw darf bleiben - trotz Rekordpleite in Spanien und immer schärferer Kritik...



Der Anfang eines bitteren Abends:  Kyle Gibbons schiebt   die Scheibe an Clemens Ritschel vorbei  zum 1:0. −: Michael Sigl - Michael Sigl

Eine ganz bittere Pille schlucken mussten am Dienstagabend die EHF Passau und ihre Fans...



Kreis-Ost-Chef Christian Bernkopf (42). −Foto: Michael Sigl

Wenn es in diesem seltsamen Jahr eine Konstante gab, dann fortwährende, lautstarke Kritik am System...





Über eine gute Bilanz in seinem ersten Jahr beim Fußball-Regionalligisten SV Wacker Burghausen kann sich Trainer Leo Haas freuen. −Foto: Butzhammer

Wenn im Frühjahr die Fußball-Regionalliga Bayern hoffentlich wieder starten kann...



Setzte den Rotstift an: BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (links, mit Präsident Dr. Rainer Koch) musste dennoch für 2020 einen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro vermelden. −Foto: BFV

Die Folgen der Covid-19-Pandemie treffen auch den Haushalt des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV)...







Neueste Kommentare









realisiert von Evolver