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Auch Maxi Schiller versucht’s ohne OP  |  21.10.2020  |  08:00 Uhr

Keine Operation nach Kreuzbandriss: Patrick Rotts Comeback sorgt für Erstaunen

von Andreas Lakota

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Zurück auf dem Platz: Patrick Rott. −Foto: Andreas Lakota

Zurück auf dem Platz: Patrick Rott. −Foto: Andreas Lakota

Zurück auf dem Platz: Patrick Rott. −Foto: Andreas Lakota


Die Resonanz auf die Meldung ist riesig. Und ebenso die Zahl der Zweifler. Nach einem Kreuzbandriss ohne Operation wieder Fußball spielen – viele können sich das nicht recht vorstellen. Patrick Rott (26) kann.

Er sagt Mitte April seinen bereits feststehenden Operationstermin ab, entscheidet sich für einen anderen Weg. Einen Weg ohne Skalpell und Vollnarkose. Sechs Monate später hat Patrick Rott sein Comeback gegeben. In der Regionalliga Bayern, der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands. Er sagt: "Mir geht es super. Das Knie macht keine Probleme." Dann fügt er einen Satz hinzu, der noch mehr aufhorchen lässt. "Mein Kreuzband ist vollständig nachgewachsen. Ich habe zur Kontrolle eine MRT-Untersuchung gemacht, der Befund war unauffällig, das Kreuzband durchgängig vorhanden."

Er sprintet wieder über den Rasen am Reuthinger Weg: Patrick Rott gab am Samstag sein Comeback im Trikot des SV Schalding − nur sieben Monate nach einem Kreuzbandriss. −Foto: Andreas Lakota

Er sprintet wieder über den Rasen am Reuthinger Weg: Patrick Rott gab am Samstag sein Comeback im Trikot des SV Schalding − nur sieben Monate nach einem Kreuzbandriss. −Foto: Andreas Lakota

Er sprintet wieder über den Rasen am Reuthinger Weg: Patrick Rott gab am Samstag sein Comeback im Trikot des SV Schalding − nur sieben Monate nach einem Kreuzbandriss. −Foto: Andreas Lakota


Hier lesen Sie den Bericht über die Behandlung: OP nach Kreuzbandriss abgesagt: Warum Patrick Rott auf eine andere Behandlung setzt

Als heimatsport.de im April über Rotts Pläne berichtet, auf eine Operation zu verzichten und sich stattdessen zu einer Behandlung beim Ansbacher Physiotherapeut und Heilpraktiker Uwe Fröhlich entschließt, erhält er etliche Nachrichten. "Das Interesse war echt groß, mir haben Leute geschrieben die ich gar nicht kannte", erzählt er. Immer wieder muss der 26-Jährige seine Erfahrungen schildern, erklären wie die Behandlung genau abläuft. Überzeugen will Rott aber niemanden. Er sagt: "Ich weiß von einigen, die mich kontaktiert haben, dass sie sich am Ende doch für eine Operation entschieden haben, obwohl sie zunächst anderes vorhatten. Das war wahrscheinlich auch gut so, denn wenn du nicht daran glaubst, wenn du nicht voll mit den Gedanken dabei bist, dann bringt es nichts."

Patrick Rott und Maxi Huber spielten zusammen bei Passau und Schalding – nun gehen sie auch in Sachen Kreuzband-Behandlung den gleichen Weg. −Foto: Sigl

Patrick Rott und Maxi Huber spielten zusammen bei Passau und Schalding – nun gehen sie auch in Sachen Kreuzband-Behandlung den gleichen Weg. −Foto: Sigl

Patrick Rott und Maxi Huber spielten zusammen bei Passau und Schalding – nun gehen sie auch in Sachen Kreuzband-Behandlung den gleichen Weg. −Foto: Sigl


Insgesamt, befindet Rott, habe er aber schon das Gefühl, dass immer mehr Fußballer bei einem Kreuzbandriss über alternative Methoden nachdenken würden. Einer davon ist Maxi Schiller. Der Kapitän des Landesligisten 1.FC Passau erhält Anfang September die Diagnose Kreuzbandanriss, auch bei ihm steht bereits der OP-Termin im Kalender. "Ich habe mich lange mit Patrick unterhalten und mich dann selbst ausführlich informiert. Am Ende war klar, dass ich es ohne Eingriff versuchen will", sagt Schiller.

Er habe sich in den letzten drei Jahren schon zwei Operationen unterziehen müssen, einmal an der Schulter, einmal am Meniskus. Außerdem habe er nach seiner jüngsten Kreuzband-Verletzung im Alltag keine Probleme gehabt, keine Schmerzen. Und anders als ein Profi verspüre er auch keinen Zeitdruck für ein Comeback. "Ich bin jetzt fast 30 Jahre und muss mir nicht mehr beweisen, dass ich in fünf Monaten wieder auf dem Platz stehe. Und operieren kann ich mich immer noch lassen, falls es nicht funktioniert."

Davon geht Schiller allerdings nicht aus. Nach einer Behandlung bei Therapeut Fröhlich könne er sogar schon leichtes Lauftraining absolvieren, ohne dass das Knie Ärger mache. Schnell wieder in Bewegung zu kommen sei ein Hauptansatz der Therapie, Schonhaltung oder Schiene dagegen tabu. Anfang November steht eine weitere Behandlung an, höchstens noch eine dritte. Diese dauern rund 45 Minuten, der Therapeut arbeitet nur mit seinen Händen. Die Kosten sind selbst zu tragen und belaufen sich auf 500 Euro für die erste Behandlung. Für jedes weitere Mal werden 250 Euro fällig.

Geld, das Schiller und Rott gerne in ihren Körper investieren. Vor allem, wenn die Behandlung wie bei Patrick Rott funktioniert. Der Stürmer befindet sich bereits seit rund vier Wochen im Schaldinger Mannschaftstraining, absolviert Zweikämpfe und Sprints. "Alles ohne Probleme", wie er sagt. Auch vom Kopf her hab er ein gutes Gefühl, an eine erneute Verletzung denkt er nicht. "Das kann sicher passieren. Aber das kann ja genauso der Fall sein, wenn du operiert worden bist."

Für sein Comeback, das er beim jüngsten 2:1-Sieg der Schaldinger gegen Heimstetten gibt, hat Rott "extrem viel" investiert und hart geschuftet. Viele Stunden Training mit einem Programm, das er sich selbst zusammengestellt hat. "Ich habe mich da wirklich umfassend informiert, hatte sogar Kontakt zu einem Personaltrainer. "

Sieben Monate sind seit seinem Kreuzbandriss vergangen, wäre Corona nicht dazwischen gekommen, hätte er vermutlich sogar schon früher gespielt, meint Rott, der in Deggendorf Sportwissenschaft studiert. Bevor er auf den Platz zurückkehrt, begibt er sich vor einem Monat nochmals in die Röhre. Das Ergebnis der MRT-Untersuchung erstaunt selbst den Arzt. "Das Kreuzband war ganz normal vorhanden", sagt Rott. Er ist überzeugt: Durch die Behandlungen wurde der Weg für die Heilung geebnet. "Den Großteil aber hat der Körper allein gemacht."

Maxi Schiller hofft, zur Vorbereitung im Frühjahr wieder einsteigen zu können. "Ich werde es ganz dosiert angehen. Aber ich bin überzeugt, dass ich wieder fit werde", sagt er. Bis dahin unterstützt er Passaus Trainer Günther Himpsl als eine Art Teammanager in der Organisationsarbeit. Daheim hält ihn sein kleiner Sohn auf Trab. Trotz seiner Verletzung macht ihm die Bewegung nichts aus, "ich habe Null Probleme", sagt Schiller, der jetzt eigentlich auf Krücken unterwegs wäre. Denn die Kreuzband-Operation war ursprünglich für diese Tage geplant ...












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