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Mini-Serie "So schaut’s aus!" | 20.06.2020 | 08:00 Uhr

Verzögert der Bayerische Fußball-Verband den Re-Start? – Heftiges Dementi

von Sebastian Lippert

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Ausgebremst: Die Amateurfußballer in Bayern dürfen ihrem Hobby derzeit nur in Form von kontaktlosen Trainingseinheiten nachgehen – sprich, auf Abstand. −Foto: Lakota

Ausgebremst: Die Amateurfußballer in Bayern dürfen ihrem Hobby derzeit nur in Form von kontaktlosen Trainingseinheiten nachgehen – sprich, auf Abstand. −Foto: Lakota

Ausgebremst: Die Amateurfußballer in Bayern dürfen ihrem Hobby derzeit nur in Form von kontaktlosen Trainingseinheiten nachgehen – sprich, auf Abstand. −Foto: Lakota


In der Mini-Serie "So schaut’s aus!" beleuchtet die Heimatsport-Redaktion der Passauer Neuen Presse die Situation im bayerischen Amateurfußball. Teil 3 von 3 – zur (weiteren) Saisonplanung und dem Gedanken, ob der BFV den Re-Start bewusst verzögert.

Was die neue Saison anbelangt, ist der Stand deutschlandweit ähnlich: Alle Verbände warten auf Weisungen der Bundesregierung und der jeweiligen Landesregierungen. Neben Thüringen hatte sich nur der Bayerische Fußball-Verband für eine Fortsetzung der Saison entschieden – und damit gegen einen vorzeitigen Abbruch. In den restlichen 19 Fußball-Verbänden plädierten die Vereine mit teils überwältigender Mehrheit von weit über 80 Prozent für einen sofortigen Abbruch mit Aufstieg nach Quotientenregelung.

Auf außerordentlichen Online-Verbandstagen wird erst in dieser Woche über die Abbruch-Anträge abgestimmt, doch schon jetzt deuten sich Spätfolgen an: Der Badische Fußball-Verband kündigte beispielsweise an, dass bei einem späten Saisonstart (im September) ein "gerade noch vertretbarer" Rahmenterminkalender auf die Beine gestellt werden müsse. Das heißt für Vereine englische Wochen und für die Spieler geopferte Urlaubstage. Außerdem schließt man in Baden nicht aus, die Saison im äußersten Falle verkürzen oder in einem gänzlich anderen Modus spielen lassen zu müssen. Das würde dann doch wieder dem bayerischen System ähneln, mit Rest-Saison und Ligapokal als Ersatz-Spielbetrieb. Die Gründe liegen unter anderem darin, dass einzelne Ligen durch viele Aufsteiger und ausbleibende Absteiger aufgebläht wurden. Entsprechend sind mehr Spieltage zu absolvieren und im Terminkalender unterzubringen.

In Bayern befürchten Verbandsverantwortliche, dass die Saison erst später als geplant starten kann – und nicht schon im September. Unisono betonten die Funktionäre wann immer sie gefragt wurden, dass das geplante Re-Start-Datum arg auf der Kippe stehe. Im Gegensatz dazu stehen Aussagen wie jene von Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes. Reindl hofft zum Start im September sogar auf Zuschauer in den Eisstadien.

Lesen Sie hier Teil 1 der Mini-Serie: Saison- und Schulstart zeitgleich? So planen Österreichs Amateurfußballer

Keine Zweikämpfe auf dem Rasen unter freiem Himmel, aber Tigers-Fans am Pulverturm? Der Gedanke drängt sich auf, dass womöglich einer zu viel, einer zu wenig wollte. Die Frage, ob der Bayerische Fußball-Verband ein Interesse daran haben könnte, die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu verzögern, ist dann nicht mehr weit entfernt – zumindest wurde zuletzt vielerorts darüber spekuliert. Ein späterer Re-Start würde die Vorteile der so harsch und unentwegt kritisierten Saisonfortsetzung schließlich umso stärker betonen.

Lesen Sie hier Teil 2 der Mini-Serie: Sachsen spielt schon Pokal: Die Lage des deutschen Amateurfußballs + Grafik

Die Passauer Neue Presse bat den Verband um einen Kommentar dazu – und erhielt ein krachendes Dementi: "Der vorgebrachte Gedanke, dass der BFV ein Interesse an einer möglichst langen Wettkampfpause haben könnte, ist so abwegig, dass es dazu keines Kommentars bedarf. Alle Maßnahmen des gesamten (!) Sports und seiner Verbände in Bayern sind einzig und alleine darauf ausgerichtet, so schnell wie es die Rahmenbedingungen zulassen, in einen geordneten Spiel- und Wettkampfbetrieb zurückzukehren", teilte der Verband mit.

Noch am selben Tag hat BFV-Präsident Dr. Rainer Koch dann öffentlich deutlichere Lockerungen für die Amateurfußballer gefordert – erstmals. "Das Abstandsgebot gilt unverändert weiter und damit kann eben leider noch immer nicht wirklich wieder Fußball gespielt werden", schrieb Koch auf Facebook; zweieinhalb Stunden nach der PNP-Anfrage an den Verband, was auch Zufall sein kann. Einen Tag später spekulierte BLSV-Präsident Jörg Ammon über Kontaktsport ab Mitte Juli.












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