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06.11.2019 | 17:29 Uhr

Erst ein paar Monate dabei – und schon Weltmeisterin

von Alexander Nöbauer

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Ganz fokussiert: Mit einer sensationellen Leistung holte die Tyrlachingerin Martina Poller bei der Kraftdreikampf-WM in Halle/Saale die Goldmedaille in der U63-Klasse. −Foto: privat

Ganz fokussiert: Mit einer sensationellen Leistung holte die Tyrlachingerin Martina Poller bei der Kraftdreikampf-WM in Halle/Saale die Goldmedaille in der U63-Klasse. −Foto: privat

Ganz fokussiert: Mit einer sensationellen Leistung holte die Tyrlachingerin Martina Poller bei der Kraftdreikampf-WM in Halle/Saale die Goldmedaille in der U63-Klasse. −Foto: privat


Wie weit kommt man im Sport in drei, vier Monaten? Erste Wettkampferfahrung? Erster Sieg? Oder schlichtweg Ernüchterung? Nein: Weltmeister! Zugegeben: Es passiert nicht oft, aber Martina Poller ist das beste Beispiel dafür, dass im Sport alles möglich ist. Erst von ein paar Monaten hat die 33-Jährige mit dem Kraftdreikampf begonnen – und Ende Oktober ist sie Weltmeisterin geworden. "Eigentlich wollte ich ja einfach nur mal mitmachen." Nun hat die Tyrlachingerin schon das höchste Ziel erreicht.

An einem Freitag Ende Oktober hat sich Martina Poller zusammen mit ihren kleinen Fanclub von der Crossfit-Box ihres Neuöttinger Trainers Dominic Bilic auf den fünfstündigen Weg nach Halle/Saale in Sachsen-Anhalt gemacht. Der zweite Wettkampf überhaupt für sie nach der gewonnenen Deutschen Meisterschaft im September – und dann gleich eine WM. Unterstützung ist da dringend notwendig gegen das Lampenfieber.

Los ging es mit den Wettkämpfen dann am Samstag, die Vorbereitung freilich einige Zeit zuvor. Drei Wochen vor dem Bewerb kam vom GDFPF-Verband die Info, dass Sportler nun doch in eine andere Gewichtsklasse gehen könnten und nicht automatisch in der starten müssen, in der sie sich auch qualifiziert haben. "Das hat für mich schon was geändert", sagt Poller. Bei der DM war sie in der 70-Kilo-Klasse an den Start gegangen – obwohl sie nur 65 auf die Waage brachte und somit am unteren Limit ihrer Gruppe war. Im Kraftsport kann das von entscheidendem Nachteil sein.

Pollers Gefühl war zunächst nicht das beste. "Ich habe mich beim Aufwärmen irgendwie schief gefühlt. Das erste Gewicht war schon wahnsinnig schwer, obwohl es für mich normal eigentlich ganz leicht ist." Ein paar Aktivierungsübungen später habe es aber wieder gepasst, es musste ja: Die Kniebeuge stand schließlich als erste Disziplin auf dem Plan. Nach einem Sicherheitsversuch über 125 Kilo steigerte sie sich im zweiten auf 130 Kilo. Genauso viele flossen für Martina Poller auch bei der "Deutschen" in die Wertung ein. Der dritte Versuch über 135 Kilo wurde von den Schiedsrichtern für ungültig erklärt. "Das ärgert einen ein bisschen, denn man ist durch das Training stärker geworden, hat das aber nicht zeigen können." Zumal ihre italienische Konkurrentin Federica Casagranda eben jene 135 Kilo stemmte.

Doch schon bei der zweiten Disziplin hatte sie Poller eingefangen. 82,5 Kilo zu 70 Kilo endete das Bankdrücken für die Tyrlachingerin. "Das war für mich eigentlich meine Angstdisziplin, aber die hat am besten funktioniert." Die 75 Kilo im ersten Versuch gingen "easy", mit 77,5 im zweiten wollte sie nichts riskieren. "Mein Trainer hat mich dann aber ermutigt, dass ich auf 82,5 Kilo im dritten Versuch gehe, weil ich mich ja so gut gefühlt habe." Bilic sollte Recht behalten: Poller packte es. Persönliche Bestleistung, Position 1 nach zwei Disziplinen.

Und diese hat Martina Poller auch in der 3. Runde nicht mehr hergegeben, sondern ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Im Kreuzheben startete sie mit 170 Kilo, Casagranda war da schon lange aus dem Wettbewerb. Ihre ärgste Verfolgerin war nun die Britin Catherine Phipps, die in der Kniebeuge zehn Kilo und beim Bankdrücken 12,5 Kilo schlechter war. Am Ende hatte sie auch beim Kreuzheben zehn Kilo weniger in der Wertung: Poller schaffte 177,5, Phipps 167,5. Im Kraftsport ein riesiger Unterschied: "Da ist ein Kilo schon gefühlt eine Welt. Es hört sich zwar nicht so an, aber das ist es definitiv." Zum Vergleich: Bei der Deutschen Meisterschaft stemmte Poller "nur" 173 Kilo. "Das Training hat sich bezahlt gemacht."

Mehr dazu lesen Sie am 7. November im Alt-Neuöttinger Anzeiger.












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