Euphorie beim Bezirksliga-Neuling

Fünf namhafte Neuzugänge: Walburgskirchen gerüstet für größte Herausforderung der Vereinsgeschichte

07.07.2022 | Stand 18.07.2022, 10:31 Uhr
Lukas Hummelsberger

Seit dem Winter ist Valdrin Blakaj Trainer der TuS Walburgskirchen. Für den Klassenerhalt setzt er auf Fleiß und Disziplin. −Foto: Franz Nagl

Von Lukas Hummelsberger

Die TuS Walburgskirchen steht vor der größten Herausforderung der Vereinsgeschichte: das Abenteuer Bezirksliga. Durch einen souveränen 3:1-Sieg in der Relegation gegen TSV Vilsbiburg wurde am 26. Mai der Aufstieg perfekt gemacht.

Im Bezirksoberhaus wartet nun enorm viel Qualität und Tradition auf die Mannschaft von Spielertrainer Valdrin Blakaj, die sich für diese Aufgaben bereits mit fünf namhaften Neuzugängen verstärken konnte. Am Ende der Saison soll der Klassenerhalt erreicht werden, wofür der Coach auf klare Prinzipien setzt: Fleiß, Disziplin und die fußballerische Qualität jedes Einzelnen.

Seit 2012 mit Markus Rieger erstmals ein namhafter und ambitionierter Spielertrainer beim damaligen A-Klassisten in Walburgskirchen anheuerte, hat sich die Mannschaft weiter entwickelt und verändert. Jetmir Mula, Kushtrim Mazreku und Admir Bedak bilden seit mehreren Jahren das Grundgerüst der TuS, die in den vergangenen vier Spielzeiten zwei Aufstiege – von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga – schaffte.

Seit dem Winter hat Valdrin Blakaj das Sagen im Team und hat die Mannschaft mit acht Siegen aus elf Spielen zur Vize-Meisterschaft in der Kreisliga Isar-Rott sowie zum Aufstieg über die Relegation geführt. „Es ist bislang eine tolle Erfahrung, hier als Cheftrainer arbeiten zu dürfen. Es war und ist wichtig, dass die Jungs Lust auf das Projekt haben und die Inhalte annehmen“, sagt Blakaj.

Der neue Übungsleiter hat im Winter ein neues System sowie eine neue Spielphilosophie eingeführt, was für manche Spieler neue Abläufe oder auch neue Positionen auf dem Feld mit sich brachte. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, die sich trotz der extrem vielen Ausfälle nicht beirren hat lassen und seit der Wintervorbereitung einen Riesenschritt nach vorne gemacht hat“, so der Spielertrainer.

Die Entwicklung soll in der Bezirksliga keineswegs stagnieren – und Valdrin Blakaj will seine Mannschaft weiterhin kontinuierlich weiter entwickeln. „Es erwarten uns in der neuen Liga einige namhafte Gegner mit viel Qualität, dennoch braucht sich meine Mannschaft auch hier nicht zu verstecken. Wir wollen den nächsten Schritt machen und uns in der Spielklasse etablieren“, gibt sich der Trainer selbstbewusst.

Für dieses Unterfangen hat das Team um den umtriebigen sportlichen Leiter Günther Baumgartner wieder einmal seine Muskeln auf dem Transfermarkt spielen lassen. Fünf namhafte Neuzugänge konnte bisher an Land gezogen werden, mit denen man sich sowohl qualitativ, als auch quantitativ verbessert. Arian Osmanaj (29) kehrt nach einem halben Jahr in Österreich zurück zur TuS und wird die Offensivpower nochmals deutlich aufwerten.

„Mit Yunus Karayün (36) konnte ein namhafter und enorm erfahrener Routinier verpflichtet werden, der knapp 300 Spiele in der Regional-, Bayern- und Landesliga auf dem Buckel hat. Auf den zentralen Mittelfeldspieler Karayün, der bereits als Trainer in Kirchanschöring, Töging, Traunstein und Kastl fungierte, hält Blakaj große Stücke: „Yunus ist mit seiner Erfahrung und seinen Qualitäten auf und neben dem Platz ein Glücksgriff für den Verein. Die Mannschaft wird sowohl spielerisch, als auch menschlich enorm von ihm profitieren und er wird als Leitwolf eine tragende Rolle spielen.“

Einen weiteren Toptransfer stellt Benjamin Djedovic dar. Der 22-jährige Stürmer war zuletzt in der 2. bosnischen Liga aktiv und soll nun für Walburgskirchen die nötigen Tore erzielen. Dass dieser beachtliche Transfer geklappt hat, liegt laut Blakaj an den guten Kontakten seiner Spieler: „Ben ist ein Bekannter von einem unserer Spieler, der sich in Deutschland was aufbauen möchte und wir unterstützen ihn hierbei.“

Als weiterer Neuzugang schließt sich Abdülkerim Soydan (28) der TuS an, der seine Schuhe zuletzt für den SV Thürnthenning geschnürt hat, aber beim FC Teisbach bereits Bezirksliga-Erfahrung sammeln konnte. Und mit Thomas Auer (24) wechselt der Vorlagenkönig des TSV Massing zum Team von Spielertrainer Valdrin Blakaj. „Tom hat ein besonderes Auge für den Mitspieler und möchte bei uns den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Seine Fähigkeiten werden uns im letzten Drittel guttun, zumal er in der Offensive flexibel einsetzbar ist“, so Blakaj über den Neuzugang Nummer fünf.

Mit dem bestehenden Kader, aus dem sich bisher lediglich Dzemal Kadusic und Alexandru-Mihail Sisu verabschiedet haben und den fünf Neuzugängen sieht sich Blakaj sehr gut gerüstet für die neue Saison. „Stand jetzt kommt kein weiterer Neuzugang mehr dazu, wobei man nie ausschließen kann, dass sich bis Ende August noch was ergibt“, so der Coach. „Wenn jeder, sowohl die arrivierten, als auch die neuen Spieler Fleiß und Disziplin sowie seine fußballerischen Stärken einbringt und so das Team voranbringt, haben wir eine tolle Mischung im Kader, um zu bestehen.“ Valdrin Blakaj selbst will dazu nicht nur als Coach, sondern auch als Spieler auf dem Feld einen gehörigen Beitrag leisten: „Sofern ich fit und schmerzfrei bin, werde ich auch im Kader stehen. Meine Fußballschuhe hänge ich so schnell noch nicht an den Nagel.“

Das priorisierte Ziel der TuS Walburgskirchen ist, als Aufsteiger, der schnellstmögliche Klassenerhalt und das Ankommen in der neuen Bezirksliga West. „Wir wollen keine konkrete Platzierung als Saisonziel ausgeben, nach den ersten paar Spieltagen werden wir dann aber schon sehen, wo wir stehen und in welche Richtung es gehen kann. Auf jeden Fall wollen wir aber auch in der Saison 2023/24 Bezirksliga-Fußball spielen“, sagt Valdrin Blakaj.

Der kleine Platz der TuS Walburgskirchen wird als Hexenkessel vermutlich die eine oder andere Mannschaft vor eine besondere Herausforderung stellen. „Die Vorfreude aber auch die Zuversicht ist sowohl bei den Verantwortlichen, als auch bei den Spielern zu sehen. Jeder ist richtig heiß auf die Duelle in der neuen Liga und freut sich darauf, sich dort beweisen zu dürfen. Wenn wir von Verletzungspech verschont bleiben und unsere Qualität auf den Rasen bringen, bin ich mir sicher, dass wir eine gute Saison spielen werden“, so Blakaj abschließend.