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Er kandidiert für den Verbands-Vorsitz | 22.06.2022 | 08:00 Uhr

"Es braucht ein Vertrauensverhältnis": Christian Bernkopf – das sind seine Pläne mit dem BFV

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Der Kandidat der Basis: Christian Bernkopf kennt die Arbeit im Fußball-Ehrenamt aus jahrelanger täglicher Praxis. Jetzt greift der Niederbayer nach dem Amt des Bayerischen Fußball-Präsidenten. −Foto: Freund

Der Kandidat der Basis: Christian Bernkopf kennt die Arbeit im Fußball-Ehrenamt aus jahrelanger täglicher Praxis. Jetzt greift der Niederbayer nach dem Amt des Bayerischen Fußball-Präsidenten. −Foto: Freund

Der Kandidat der Basis: Christian Bernkopf kennt die Arbeit im Fußball-Ehrenamt aus jahrelanger täglicher Praxis. Jetzt greift der Niederbayer nach dem Amt des Bayerischen Fußball-Präsidenten. −Foto: Freund


Kommendes Wochenende wählt der Bayerische Fußball-Verband den neuen Präsidenten. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt der niederbayerische Kandidat Christian Bernkopf (44 / Rathsmannsdorf), wofür er stehen will.

Herr Bernkopf, was für ein Präsident wollen Sie sein?
Christian Bernkopf: Ich will ein Präsident sein, der die Sorgen und Bedürfnisse unserer Mitgliedsvereine mehr in den Mittelpunkt rückt und der dafür sorgt, dass der Verband als neutrale Instanz den Spielbetrieb weiterhin mit all seinen Facetten bestmöglich organisiert. Natürlich gibt es da Spannungsfelder. Da muss man sich viel austauschen, man muss Anregungen der Vereinsverantwortlichen mit einfließen lassen. Dafür braucht’s ein Vertrauensverhältnis zwischen allen Verbandsebenen und den Vereinsverantwortlichen. Dafür werde ich mich einsetzen.

Was werden Sie anders machen als die bisherige Verbandsführung?
Bernkopf: Die bisherige Verbandsführung hat in den vergangenen Jahren viele gute Projekte angeschoben. Sie hatte große Herausforderungen zu bewältigen. Es ist nun aber an der Zeit, das Ruder in die Hände einer Person zu übergeben, die die Sorgen und Nöte in den unteren Ebenen aus der täglichen Praxis kennt. Ein frischer Wind mit neuen Herangehensweisen würde dem Bayerischen Fußball-Verband sehr gut tun.

Der nächste Präsident übernimmt einen Verband, der durch die Krise des Ehrenamts, Mitgliederschwund und bürokratische Anforderungen unter Druck geraten ist. Wie wollen Sie dem begegnen?
Bernkopf: Gewinnung und Erhalt von ehrenamtlichen Helfern und Verantwortlichen sehe ich als äußerst wichtige Aufgabe an. Dabei will ich die Vereine unterstützen. Immer wieder gibt es Einzelfälle, in denen Mannschaften mangels Betreuerinnen oder Betreuern vom Spielbetrieb abgemeldet werden müssen. Der Verlust von Spielerinnen und Spielern bedeutet für den betroffenen Verein zugleich einen Verlust von Kontinuität für die folgenden Jahre. Deshalb sollten wir zum einen unser Schulungsangebot für Vereinsmitarbeiter und Übungsleiter weiter verbessern, um ihnen den Alltag zu erleichtern. Zum anderen ist es wichtig, das Image des Amateurfußballs im Allgemeinen zu verbessern. Ehrenamtlich Tätige sollen sich in der Fußballgemeinschaft auch wohlfühlen. Auch deshalb ist es wichtig, einen permanenten Austausch zwischen Verbandsmitarbeitern und Vereinen zu pflegen.

Was den Abbau von Verwaltungsaufwand anbelangt, wird Austausch mit den Vereinen nicht reichen...
Bernkopf: Viele Vereine beklagen einen hohen Verwaltungsaufwand, der nötig ist, um den Betrieb gemäß der gesetzlichen Vorgaben aufrechtzuerhalten. Da sollten wir versuchen, in Absprache mit Politik und Behörden konkrete Erleichterungen für unsere Vereine zu erreichen. Sehen wir uns zum Beispiel das Thema Vereinsrecht an. Es stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Es verbietet, Gewinne zu erwirtschaften und beschränkt die Bildung von Rücklagen immens. Die Einnahmen aus dem ideellen Bereich sind zeitnah auszugeben. Gleichzeitig haftet ein Vorsitzender mit seinem Privatvermögen, wenn der Verein durch fahrlässiges Verhalten in finanzielle Schieflage gerät. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Hier muss eine Veränderung zu Gunsten unserer Vereine angestrebt werden.

Ein Schwerpunkt teils kontroverser Diskussionen innerhalb des Verbands ist der Nachwuchsfußball. Was ist Ihr Standpunkt?
Bernkopf: Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen entwickelt sich nicht analog zu den Geburtenzahlen der einzelnen Jahrgänge. Das hat vor allem gesellschaftliche Gründe. Wir als BFV sind gefordert, den Nachwuchsfußball so attraktiv wie möglich zu gestalten. Für mich heißt das, dass wir den jungen Menschen eine Perspektive bieten müssen. Nehmen wir den Kinderfußball für E-Junioren. Er ist vom Konzept her anders geplant als der Kinderfußball für die F- und G-Jugend. Bei den ganz Kleinen ist es richtig, dass auf vier Tore und im Drei-gegen-Drei gespielt wird auf engem Feld. Je älter die Kinder werden, desto größer sollen auch die Felder werden. Wir nennen es das System der wachsenden Spielfelder. Bei der Konzeption sind der Fantasie relativ wenige Grenzen gesetzt. Entscheidend ist, Spielformen zu haben, bei denen alle Kinder fußballerisch gefordert und gefördert werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Dann haben wir eben nicht mehr das Problem, dass ein Spieler oder eine Spielerin hinten drinnen steht und im gesamten Spielverlauf vielleicht zweimal den Ball berührt.

In, gefühlt, immer kürzer werdenden Abständen schlagen die Schiedsrichter Alarm.
Bernkopf: Der Schiedsrichtermangel schlägt immer mehr in der Breite zu. In einigen Regionen sehe ich eine systemgefährdende Situation nicht mehr weit entfernt. In den vergangenen Jahren wurden viele innovative Aktionen durchgeführt, um dieser Herausforderung entgegenzuwirken. Wir sind gemeinsam gefordert, dieser Tendenz massiv zu begegnen. Wenn erst einmal in größerem Umfang Spiele nicht mit aktiven Schiedsrichtern besetzt werden können, ist es zu spät.

Wie wollen Sie die wachsende Entfremdung zwischen den Funktionärsebenen beheben?
Bernkopf: Wir müssen die handelnden Verbandsfunktionäre in den unteren Ebenen stärken, indem wir ihnen einen möglichst großen Handlungsspielraum in ihrem Wirken lassen. Diese Personen kennen den Spielbetrieb vor Ort besser als höhere Ebenen. Der Spielbetrieb in den unteren Ebenen ist in ganz Bayern regional unterschiedlich. Hier sollten wir das hohe Gut der Kenntnisse und Erfahrungen der Verbandsmitarbeiter vor Ort stärker nutzen und somit dem Spielbetrieb zu Gute kommen lassen. Zudem könnten dadurch Entscheidungsprozesse "von unten nach oben" und Mitwirkungsoptionen der Kreis- und Bezirksebenen befördert werden.

Als Präsident wären Sie in ganz entscheidender Mitverantwortung für die Finanzen.
Bernkopf: Ich denke daran, dass der Amateurfußball in Bayern – und wohl auch in Deutschland – wahrscheinlich das größte Sozialprojekt in der Gesellschaft darstellt. Deshalb will ich für zusätzliche Finanzmittel zur Förderung der Betreuung von Kindern und Jugendlichen werben. Unser gemeinsames Ziel muss weiterhin lauten, dass die Verbandsfinanzen stabil und folglich die Gebühren auf niedrigem Niveau bleiben.

Ab 2026 gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen. Was bedeutet das für den Bayerischen Fußball-Verband?
Bernkopf: Letztendlich bedeutet das, dass die Kinder nachmittags keinen Spielraum für Vereinsfußball mehr haben. Wir sind gefordert, unsere Vereine rechtzeitig auf diese veränderten Voraussetzungen vorzubereiten. Es gibt ja die Möglichkeit, mit den Schulen Kooperationen einzugehen. Im Rahmen eines pädagogischen Konzeptes können nachmittags fußballerische Angebote gemacht werden. Das machen schon einige Vereine. Von solchen Beispielen können wir alle lernen.

Das Gespräch führte Martin J. Freund












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