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"Kleines Erdbeben" droht  |  19.01.2022  |  06:00 Uhr

Unsummen an Schwarzgeld: Der deutsche Amateurfußball ist ein "Milliardenspiel"

von Michael Duschl

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−Symbolfoto: Lakota

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Sogar ein Fernsehgerät oder ein Baugrundstück könne man sich als Amateurfußballer verdienen. Meistens ist es aber Bargeld – und das nicht selten in erheblichen Mengen. Das zeigt die bislang größte Online-Befragung von deutschen Amateurfußballern, die ARD-Reporter mit Unterstützung des Recherchezentrums "Correctiv" durchführten. Die Ergebnisse werden am Mittwochabend im ERSTEN (23.30 Uhr) in einer 45-minütigen TV-Dokumentation präsentiert und legen offen: Der Amateurfußball hat ein massives Finanzproblem, weil Geld sogar bis in die unterste Klasse eine Rolle spielt und meistens weder Steuern noch Sozialabgaben bezahlt werden. Pro Saison sollen hierzulande 500 Millionen Euro an Schwarzgeld fließen!

Darum werde die Befragung, an der mehr als 10.000 Amateurfußballer teilnahmen, "ein kleines Erdbeben auslösen", wie der Münchner Sportrechtler Thomas Summerer der ARD sagte. Er erstellte zu der Umfrage ein juristisches Gutachten und weiß: "Wenn es schwarze Kassen gibt, dann ist das per se ein Straftatbestand, nämlich Untreue." Vereine, die bei Schwarzgeldzahlungen erwischt würden, drohe "der Entzug der Gemeinnützigkeit". Und auch ein Spieler, der Schwarzgeld annehme, könne "Probleme bekommen" und wegen Steuerhinterziehung bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe erhalten. Laut DFB-Spielordnung dürfen Amateurfußballer nicht mehr als 250 Euro pro Monat an Auslagenerstattung und/oder Aufwandsentschädigung bekommen. Liegt der Geldfluss höher, muss ein Amateurvertrag abgeschlossen werden. Hier werden Steuern und Sozialabgaben fällig. Trotz der hohen Geldflüsse ist die Zahl der Amateurverträge verschwindend gering. In der Saison 2020/2021 kamen auf mehr als 700000 Amateurspieler laut Angaben der 21 Landesverbände des DFB 8500 Amateurverträge. Der Deutsche Fußballbund sieht sich allerdings nicht in der Verantwortung, die Kontrolle der Vereine obliegt den Finanzämtern – und findet praktisch nicht statt.

Bereits im Mai 2020 hat die PNP mit dem Wissenschaftler Tim Frohwein ein ausführliches Interview über Geld im Amateurfußball geführt

Dabei ist es keineswegs ungewöhnlich, in den unteren Ligen Geld zu verdienen, wie die Online-Befragung ergab. Ein Durchschnittsverdient von 606 Euro für Fußball in der A-Klasse ist möglich! Wer in Bayerns 10. Liga Geld verdient, kann sogar mehr einstreichen als im Schnitt in den Klassen darüber (bis zur Regionalliga) bezahlt wird. Laut Umfrage wird im Freistaat fast jeder zehnte A-Klassenspieler entlohnt (9,4 Prozent). Wie der Münchner Soziologe Tim Frohwein darüber hinaus aus der Umfrage errechnet hat, steigt mit dem Leistungsniveau der Anteil an bezahlten Spielern: von 19,9 Prozent in der Kreisklasse bis hin zu 90 Prozent in der Bayernliga/Regionalliga. Von den 1430 Befragten, die zum Zeitpunkt der Erhebung (Oktober 2020) in der 7. Liga (in Bayern Bezirksliga) spielten, wurde eine knappe Mehrheit (50,9 Prozent) bezahlt. "Damit scheint die 7. Liga eine Art Grenze zwischen leistungsorientiertem und geselligkeitsorientiertem Amateurfußball zu markieren", ergänzt Frohwein.

Hier können Sie die Dokumentation bereits in der ARD-Mediathek sehen.












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