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Interview mit Verbandsvertreter  |  15.01.2022  |  10:00 Uhr

2G im Amateurfußball? Hitzige Debatte entfacht – BFV-Vize Baier hofft auf mildere Zeiten

von Sebastian Lippert

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"Wir müssen entscheiden, können es aber nicht jedem Recht machen", bedauert BFV-Vizepräsident Reinhold Baier. −Foto: BFV

"Wir müssen entscheiden, können es aber nicht jedem Recht machen", bedauert BFV-Vizepräsident Reinhold Baier. −Foto: BFV

"Wir müssen entscheiden, können es aber nicht jedem Recht machen", bedauert BFV-Vizepräsident Reinhold Baier. −Foto: BFV


In einer Vorstandssitzung hat der Bayerische Fußball-Verband den "Corona-Paragrafen" 94 der Spielordnung angepasst. Im Kern rüstete sich der Verband damit für den Fall, dass die bayerische Staatsregierung den Amateursport nur noch unter 2G-Bedingungen (x-fach geimpft oder genesen) erlauben sollte. Wer keinen 2G-Status nachweisen kann, dürfte nicht auflaufen, würde vom Verband aber als zur Verfügung stehender Spieler gezählt. Auf heimatsport.de entflammte dazu eine interessante Debatte. Die Passauer Neue Presse greift einige der Stimmen auf – und fragte bei BFV-Vizepräsident Reinhold Baier nach, der im Vorstand für Rechtsfragen zuständig ist.

STIMMEN AUS DEM WEB
Nachfolgend zitiert die PNP aus Kommentaren* auf der Regionalsport-Website heimatsport.de. Es handelt sich dabei nicht zwangsläufig um Fakten, sondern Wahrnehmungen und Meinungen. Diese spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider.

"Also ich verstehe nicht, warum unter freiem Himmel jetzt auch noch strikt 2G gelten soll/muss? Will man gegebenenfalls die Vereine mit aller Gewalt von der Landkarte entfernen und der Verband Mitglieder verlieren? Ich bin selbst geimpft, aber mittlerweile regt mich das Regeln verschärfen auf. Der (Virus) wird nicht mehr von der Landkarte verschwinden. Und so verlieren immer mehr Leute auch noch den Spaß am Freizeitsport", schreibt jemand anonym. 118 Menschen stimmten ihm via virtuellem "Daumen hoch" zu, 29 senkten den Daumen.**

"Ich finde es absolut nicht in Ordnung, was mit unserer Gesellschaft passiert. Diese Debatte um geimpft oder ungeimpft sein hat uns bereits weitestgehend gespalten, ob man es wahr haben will oder nicht. Mir fällt es schwer zu ertragen, dass Menschen ausgeschlossen, ausgegrenzt und gar diskriminiert werden. Diese Ausgrenzung wird jetzt auf die Vereine ausgeweitet. Vereinsverantwortliche sollten in Zukunft ebenfalls für das Ausschließen ihrer Spieler sorgen. Ich sollte ohne mit der Wimper zu zucken weiterhin Freude am Fußball haben, obwohl meine Mannschaft nicht mehr komplett ist, obwohl Freunde fehlen. Es geht mir in diesem Kommentar nicht um Wettbewerbsverzerrung oder Saisonbeeinträchtigung. Hier geht es mir schlichtweg um die Gesellschaft im Vereinsleben, denn diese Gemeinschaft sorgt für den Spaß an diesem Sport. Diese Gemeinschaft wird zerstört, da Menschen ausgeschlossen werden und für mich ist eine Grenze überschritten worden", schreibt jemand anonym. 59 stimmten ihm zu, 34 widersprachen ihm.

"Ich verstehe das ganze Entsetzen über den BFV in dieser Sache nicht. Die Coronaregeln beim Sport legt allein die Bayerische Staatsregierung fest. Wenn man die Saisonvorbereitung im Februar beginnen will und kann, dann, befürchte ich, wird es mit 2G sein", schreibt jemand unter dem Pseudonym "Spieler". Kein Daumen hoch, einer nach unten.

"Auch ich ordne mich dem Lager, welches wieder durch einen Piks ‘frei’ sein will, zu. Für mich wäre mit der Einschränkung der Spielberechtigung anhand eines Impfstatus eine rote Linie überschritten. Ich frage mich ernsthaft: Was ist ein Mannschaftssport dann noch wert, wenn plötzlich der Freund / Teamkamerad aufgrund einer Regierungsentscheidung nicht mehr mitspielen kann?", schreibt ein Mann namens Stefan. 33 stimmten zu, zehn nicht.

"Der Verband hätte die Pflicht, seine Mitglieder als Einheit zu betrachten. Er muss keine Vorgaben der Politik umsetzen, sondern im Sinne seiner Mitglieder handeln. Dafür wurden Sie auch gewählt. Komisch ist auch, dass hierzu kein Verein befragt wurde. Letztes Jahr haben sie ja laut dafür geworben, dass alles abgefragt wurde", schreibt jemand anonym, 55 Daumen gingen hoch, 34 runter.

"Eine 2G-Regelung wird es mit unserem Verein nicht geben. Dann müssen wir einen Rückzug aus dem Spielbetrieb in Betracht ziehen. Wir Vereine müssten hiermit die desaströse Coronapolitik unserer Politiker in Berlin und München ausbaden. Das kann nicht die Aufgabe eines Vereins sein!", schreibt ein Vorsitzender eines nicht genannten Vereins. 43 Daumen hoch, 32 runter.

DER VIZE-PRÄSIDENT
Aus einem zwölfminütigen Telefonat mit Reinhold Baier, selbst 28 Jahre ehrenamtlich im Verein tätig, mittlerweile im Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbands, dort Vizepräsident und für Rechtsfragen zuständig:

Herr Baier, die Anpassung des "Corona-Paragrafen" 94 kam für Viele aus dem Nichts. Wieso ausgerechnet jetzt?
Reinhold Baier: "Dass es dieses Datum wird, war nicht klar, das hat keinen großen Hintergrund. In einer Vorstandssitzung im alten Jahr ist das angesprochen worden, die Task Force Corona hat sich darüber unterhalten. Dann wurde eine Arbeitsgruppe gebildet und versucht, das fachlich und rechtlich auf den Weg zu bringen. Die Ausarbeitung lag uns dann vor und dann haben wir auch gleich darüber entschieden."

Sie sagten dazu, der BFV befände sich "in der Pflicht, den Spielbetrieb auch unter 2G-Regeln auszutragen". In der Pflicht gegenüber wem?
Baier: "In der Pflicht den Vereinen gegenüber und der Allgemeinheit und gegenüber unseren Mitmenschen, den Zuschauern und Betroffenen. Solange es die Politik zulässt, müssen wir versuchen den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten."

Was sagen Sie einem nicht-geimpften Amateurfußballer, wenn der unter freiem Himmel nicht mehr Fußballspielen dürfte? Ist das noch verhältnismäßig?
Baier: "Wir sind immer in einer blöden Situation. Wir müssen entscheiden, können es aber nicht jedem Recht machen. Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten, man müsste sie eher der Allgemeinheit stellen"

Es gibt Vereine, die sich im Falle von 2G vom Spielbetrieb zurückziehen wollen. Können Sie das nachvollziehen?
Baier: "Es gibt in den Vereinen vielfach gegenteilige Meinungen. Die Regularien sind in dem Fall klar, ein Spiel wird dann abgesetzt und als Nichtantritt gewertet."

Vereine sind dazu da, die Menschen zusammenzubringen, zu vereinen. Fürchten Sie nicht, dass diese Funktion leiden könnte, wenn aussortiert werden muss?
Baier: "Wir hoffen ständig, dass die Zahlen nach unten gehen und die Lage bis Anfang des breiten Spielbetriebs im März wieder lockerer wird. Wir möchten nicht wieder eine Saison unter- oder abbrechen müssen, das war kein Spaß."

*Wiedergegebene Wortbeiträge wurden sinnwahrend gekürzt und an Rechtschreibung angepasst.
** Stand Freitag.












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