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Ex-Schaldinger wagte Abenteuer | 14.10.2021 | 06:00 Uhr

Getragen von Träumen, stundenlange Auswärtsfahrten: Wie Fabian Träger in Kolumbien Talente formt

von Andreas Lakota

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Neue Herausforderungen als Trainer: Seit dem Frühjahr coacht Fabian Träger die U17-Auswahl der Academia Alemana de Futbol in Popayán. "Die Arbeit macht mir viel Spaß", sagt er.

Neue Herausforderungen als Trainer: Seit dem Frühjahr coacht Fabian Träger die U17-Auswahl der Academia Alemana de Futbol in Popayán. "Die Arbeit macht mir viel Spaß", sagt er.

Neue Herausforderungen als Trainer: Seit dem Frühjahr coacht Fabian Träger die U17-Auswahl der Academia Alemana de Futbol in Popayán. "Die Arbeit macht mir viel Spaß", sagt er.


Der Passauer Fabian Träger (31) bildet als Trainer in Kolumbien Talente aus, die auf eine Profi-Karriere im Ausland hoffen. Ein Anruf.

Fabian Träger hat schon angenehmere Auswärtsfahrten erlebt. Oft nicht schneller als mit 30 km/h tuckert der Bus über die Panamericana, die Hauptverkehrsader in Kolumbien, auf der sich so ziemlich alles tummelt, was vier oder auch nur zwei Räder hat. Vor allem Lastwägen verstopfen die Straße, für die rund 550 Kilometer von Popayán nach Bogota braucht der Bus 12 Stunden. Bei der Rückreise werden es 16 sein. "Eigentlich ist es schon Wahnsinn", sagt Fabian Träger über diesem Trip. "Für 90 Minuten Fußball waren wir fast drei Tage unterwegs."

Viel Spaß, viel Erfolg: Fabian Träger (hinten 2 v.r.) und seine Mannschaft stehen kurz vor dem Sprung unter die acht besten Junioren-Mannschaften des Landes. −Fotos: Academia Alemana

Viel Spaß, viel Erfolg: Fabian Träger (hinten 2 v.r.) und seine Mannschaft stehen kurz vor dem Sprung unter die acht besten Junioren-Mannschaften des Landes. −Fotos: Academia Alemana

Viel Spaß, viel Erfolg: Fabian Träger (hinten 2 v.r.) und seine Mannschaft stehen kurz vor dem Sprung unter die acht besten Junioren-Mannschaften des Landes. −Fotos: Academia Alemana


Wir, damit meint der Passauer seine Jungs von der Academia Alemana de Futbol. Eine Art Nachwuchsleistungszentrum, das aber nur aus einer U17-Mannschaft mit 22 Spielern besteht. Seit dem Frühjahr gibt Fabian Träger, 31, früherer Fußballer des Regionalligisten SV Schalding, als Trainer die sportliche Richtung vor, ist damit also zentraler Bestandteil eines ziemlich einzigartigen Projekts in Südamerika, das die beiden Niederbayern Daniel Neumüller und Ingomar Weiß vor vier Jahren ins Leben riefen. In ihrer Fußballschule in Popayán wollen sie kolumbianische Talente fördern und sie fit machen für einen Wechsel ins finanzstarke Ausland, bestenfalls nach Europa.

Fußballspielen in 2800 Metern Höhe

Fabian Träger, der die A-Lizenz besitzt und über eine Stellenanzeige auf dem Online-Portal des Deutschen Fußball-Bundes zu seinem neuen Job gekommen ist, sitzt gerade beim Frühstück, als er mit der Heimatzeitung telefoniert. In Popayán, der weißen Stadt Kolumbiens, ist erst vor wenigen Minuten die Sonne aufgegangen, während hierzulande schon der Nachmittag anbricht. Auf dem Tisch stehen Rührei und Croissants. "Buenos dias", meldet sich Träger, "Guten Morgen". Spanisch beherrscht er mittlerweile schon ganz gut, erst neulich hat er seine erste Ansprache vor der Mannschaft in der Landesprache gehalten. Und auch sonst hat sich der junge Trainer bestens eingelebt in der Universitätsstadt mit ihren 300000 Einwohnern. "Ich fühle mich wirklich sehr wohl hier", sagt er.

Das liegt natürlich auch daran, dass es sportlich bisher bestens läuft für ihn und seine Truppe. Ihre regionale Meisterrunde beendet die Academia Alemana de Futbol souverän auf dem ersten Platz, landet dabei sogar vor dem Nachwuchs von vier großen Profiklubs. Nun stehen die nationalen Titelkämpfe an, gespielt wird in Playoffs. Zum Auftakt reisen Träger und sein Team in die Landeshauptstadt Bogota. 12 Stunden tingelt der Bus durchs Land, aber die Anreise ist nicht der einzige Nachteil. Bogota liegt auf rund 2800 Metern, Fußballspielen ist auf dieser Höhe enorm anstrengend. Am Ende erreicht die Academia Alemana de Futbol ein 1:1. Im Rückspiel lassen Trägers Jungs dem Gegner dann keine Chance, gewinnen 4:0 und ziehen locker in die nächste Runde ein.

Die Akademie genießt aber auch schon vor dem Erfolg einen hervorragenden Ruf. Aus dem ganzen Land werden den deutschen Chefs Spieler angeboten, Neumüller und Weiß haben mittlerweile ein weit verzweigtes Netzwerke aufgebaut, unterhalten beste Kontakte in ganz Südamerika. Aber natürlich scouten sie auch persönlich, selbst in den entlegensten Gebieten des Landes könnten verborgene Talente schlummern. Vor ein paar Wochen reist Träger mit seinen Chefs nach Timbiqui an der Pazifikküste. Das liegt zwar Luftlinie nur 100 Kilometer von Popayán entfernt, doch Straßen führen nicht in die kleine Stadt, die mitten in den Dschungel gebaut ist. "Wir sind mit einer Propellermaschine dorthin geflogen. Schon allein die Reise war ein Abenteuer", erzählt Träger. Aus den Dörfern seien dann die Kinder gekommen, haben vorgespielt, teils auf Sand, teils mit zusammengeflickten Schuhen. "Für junge Kicker bietet unsere Akademie natürlich eine große Chance. Oft kommen die Kinder aus sehr, sehr armen Verhältnissen, Fußball ist da meist die einzige Perspektive", sagt Träger.

Träume. Hoffnungen. Sehnsucht nach der großen, glitzernden Fußballwelt – seit ein paar Monaten ist sie präsenter denn je beim Nachwuchs in Popayán. Der Grund heißt Luis Fernando Vásquez Díaz, kurz: Lucho. Der 18-Jährige wechselte Anfang des Jahres aus der Akademie zu Red Bull Salzburg, spielte dann für dessen Kooperationspartner SV Horn in der 2. österreichischen Liga. In der Heimat wird der Werdegang natürlich genau verfolgt. "Da sitze ich dann mit 20 kolumbianischen Jungs in Popayan vor dem Fernseher und schau mir Horn gegen Austria Klagenfurt mit einem österreichischen Kommentator an. Um ehrlich zu sein, ist das dann schon etwas Realsatire", sagt Träger und lacht.

Trainiert wird vormittags – am Nachmittag regnet es

Mittlerweile ist Lucho an das Salzburger Farmteam FC Liefering verliehen. Doch auch wenn bereits weitere Vereine wie Freiburg oder Augsburg auf die Academia Alemana de Futbol aufmerksam geworden sind, schaffen nur die wenigsten Kicker den Sprung ins Profigeschäft. Daher wird auch die Ausbildung nicht vernachlässigt. Immer abends kommt für zwei Stunden ein Privatlehrer zu den jungen Fußballer ins Internats. "Das geht jetzt gerade erst wieder los", erzählt Träger. "Wegen Corona waren die Schulen im ganzen Land bis vor kurzem dicht." Trainiert wird in der Akademie immer vormittags, "da ist es stets trocken", berichtet Träger. Im Lauf des Tages setzt im Südwesten Kolumbiens dann zuverlässig ein heftiger Regenguss ein.

Spieler zwischen 13 und 17 kicken in einer Mannschaft

Das Klima ist freilich nicht die einzige Besonderheit, mit der sich Fabian Träger auseinandersetzen muss. Anders als er es bei seinen bisherigen Stationen in den Nachwuchsleistungszentren des TSV 1860 München oder des FC Ingolstadt gewohnt ist, sind in seiner U17-Mannschaft längst nicht alle auf dem selben technischen und taktischen Niveau. Und auch körperlich gibt es große Unterschiede. "Wir haben U15 und U14-Spieler im Team, einer ist sogar noch U13. Zwar teilen wir die Trainingsgruppen oft auf, aber immer ist das auch nicht möglich", sagt Träger. Trotz detaillierter Planung gebe es viele Unwägbarkeiten, oft ist Spontanität gefragt, weil es im Fußball-Verband des Landes viel weniger Struktur gibt als in Deutschland. "Wir wissen oft nicht einmal genau, wann die nächsten Spiele angesetzt sind, das macht eine Trainingssteuerung nicht einfach", sagt Träger.

Zumindest die nächsten Playoff-Partien sind bereits terminiert. Es geht gegen den Valledupar FC, einen Profiverein, der an der Karibikküste beheimatet ist. Im Hinspiel fegt Trägers Mannschaft den Gegner mit 5:0 vom Platz und hat nun alle Chancen, unter die besten acht Teams des Landes zu kommen – auch wenn im Rückspiel eine besondere Herausforderung wartet. Von Popayán sind es rund 1300 Kilometer bis nach Valledupar. Oder 21 Stunden Busfahrt, zuckelnd über die Panamericana. Einfach – und bei normaler Verkehrslage. Gut nur, dass die Akademie-Chefs einen anderen Weg gefunden haben. Träger und seine Jungs reisen per Flugzeug an. Fast wie echte Profis ...












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