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Schardenberg hadert, Freinberg profitiert | 16.05.2021 | 10:00 Uhr

Fußballdrama in Oberösterreich: Wenn der Dauersieger zum großen Verlierer wird

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Zwei deutsche Trainer im Nachbarland: Holger Stemplinger (r.) und Thomas Stockinger. −Foto: Lakota/Sigl

Zwei deutsche Trainer im Nachbarland: Holger Stemplinger (r.) und Thomas Stockinger. −Foto: Lakota/Sigl

Zwei deutsche Trainer im Nachbarland: Holger Stemplinger (r.) und Thomas Stockinger. −Foto: Lakota/Sigl


Glück und Pech – im Sport liegen sie manchmal ganz nahe beisammen. In Oberösterreich sind es genau acht Kilometer. Freinberg und Schardenberg, zwei kleine Dörfer, zwei Fußballmannschaften, zwei deutsche Trainer. Die einen, der SV Freinberg, kicken in der vorletzten, die anderen, die Union Steinbrunn Schardenberg, in der letzten Klasse. Eigentlich hätte sich dieses Verhältnis längst umgedreht. Eigentlich. Denn die Corona-Pandemie wirbelte den Fußball im Nachbarland gehörig durcheinander.

Zweimal in Folge hat der oberösterreichische Verband nun eine Saison annulliert, es gibt also weder Auf- noch Absteiger. Und so kommt es, dass Freinberg die Klasse hält, obwohl die Mannschaft in den vergangenen beiden Jahren gerade einmal fünf magere Pünktchen zusammenkratzen konnte. Die Nachbarn aus Schardenberg dagegen haben in dieser Zeit fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. 21 Siege und ein Unentschieden – aufsteigen dürfen sie trotzdem nicht.

"Das ist einfach nur brutal für uns", beschreibt Thomas Stockinger die Stimmungslage in Schardenberg. Seit zwei Jahren coacht der 47-Jährige den Verein nahe der Grenze in Passau Achleiten, nicht ein Meisterschaftsspiel hat er seither verloren. "Dass du trotzdem nicht aufsteigst, tut schon extrem weh." Zwölf Siege in zwölf Spielen standen im Frühjahr 2020 zu Buche, die Meisterschaft war fix − dann kam Corona und der Verband annullierte die Saison. Trotz des Abgangs von zwei Leistungsträgern schaffte es Schardenberg, seine Erfolgsserie in der neuen Spielzeit fortzusetzen. 28 von 30 möglichen Punkten wurden im Herbst geholt – "wieder alles für die Katz", seufzt Stockinger nach dem erneuten Abbruch.

Die Schardenberger hadern mit der Verbandsentscheidung. Aus ihrer Sicht hätte die Saison − wie in anderen Bundesländern auch – durchaus fortgesetzt werden können, schließlich ist ab 19. Mai der Betrieb wieder erlaubt. Doch der Oberösterreichische Fußballverband hatte den 3. Mai als "Deadline" für die Wiederaufnahme des Trainings bestimmt. "Anders als in Bayern wurde das auch radikal umgesetzt, da gab es keine anderen Optionen", sagt Stockinger, der nach dem zweiten verhinderten Aufstieg durchaus Probleme auf seinen Verein zukommen sieht. "Unsere Jungs haben sich durch ihre starken Leistungen in den Fokus anderer Klubs gespielt. Und ohne Aufstieg fehlen uns irgendwann die sportlichen Argumente, sie zum Bleiben zu motivieren." Auch er selbst habe ans Aufhören gedacht, obwohl es ihm in Schardenberg bestens gefällt. "Aber du kannst der Mannschaft ja nicht immer das gleiche erzählen. Wir haben jetzt zwei Jahre extrem hart gearbeitet – und am Ende stehen wir mit leeren Händen da."

Dass sich Stockinger, der hierzulande u.a. den SV Schöllnach coachte und in Österreich auch schon als Trainer in Münzkirchen aktiv war, doch zum Bleiben entschied, hat auch etwas mit der Mentalität der Spieler und der Bedeutung des Fußballs an sich zu tun. "Der Stellenwert ist hier in Österreich sehr hoch, die Spieler super motiviert und fleißig. Es wird zwar immer schwieriger mit dem Aufstieg, weil sich die anderen Teams verstärken und wir erst schauen müssen, wer am Ende bleibt. Aber wir werden wieder angreifen", verspricht Stockinger.

Auch acht Kilometer weiter, beim SV Freinberg, wollen sie einen neuen Angriff wagen. Allerdings geht es beim Team von Trainer Holger Stemplinger nur darum, die 1. Klasse Nord-West zu halten. Stemplinger wechselte im Vorjahr zur Winterpause ins Nachbarland, die Freinberger standen zu diesem Zeitpunkt mit zwei Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz, der Verein plante bereits mit dem Abstieg. Wegen der Annullierung der Spielzeit kam es aber anders, Stemplinger und Co. erhielten unverhofft eine neue Chance. Doch auch in der folgenden Saison lief es alles andere als rund. Neun Niederlagen und nur ein Sieg. Wieder Letzter. Wieder schien der Abstieg besiegelt. Und wieder wurden die Freinberger durch die Verbandsentscheidung gerettet.

"Für uns ist das natürlich ein absoluter Glücksfall", sagt Stemplinger. Ob es denn auch möglich ist, sportlich die Klasse zu halten? "Ich denke schon. Wir hatten viele verletzte Spieler, die kommen jetzt alle zurück. Auch Neuzugänge sind geplant. Von daher sind wir in der neuen Runde wesentlich besser aufgestellt", berichtet der A-Schein-Inhaber, der früher für den 1.FC Passau in der Bayernliga auflief und u.a. bei Passau-West und Straßkirchen als Trainer arbeitete.

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