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Verschiedene Verbandsüberlegungen  |  15.04.2021  |  13:58 Uhr

Darum bricht der BFV die Saison doch noch nicht ab – Kommt jetzt ein Modell ohne Absteiger?

von Andreas Lakota

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Corona wird die bayerischen Amateurfußballer noch länger beschäftigen −Foto: Lakota

Corona wird die bayerischen Amateurfußballer noch länger beschäftigen −Foto: Lakota

Corona wird die bayerischen Amateurfußballer noch länger beschäftigen −Foto: Lakota


Nach der Lockdown-Verlängerung in Bayern bis mindestens 9. Mai ist der Abbruch der Saison im bayerischen Amateurfußball praktisch besiegelt. Das sieht auch der Verband so. Allerdings konnte sich der Vorstand bei seiner Sitzung am Mittwochabend aufgrund juristischer Hintergründe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu einem endgültigen Schlussstrich durchringen. Interessant: Neben der Quotientenregel wird gerade ein zweites Modell diskutiert, in dem es zwar Aufsteiger, dafür aber keine Absteiger geben soll.

Eigentlich ist die Sache klar. Sollte bis 3. Mai kein ungeschränkter Trainingsbetrieb möglich sein, werde man über einen Abbruch der Verbandsspielrunden entscheiden, heißt es in einem vom BFV vorgestellten Stufenplan. Wird die Spielzeit vorzeitig beendet, käme der in der Verbandspielordnung neu verankerte Paragraf 93 zum Tragen. Dieser sieht eine Wertung für Auf- und Abstieg nach der Quotienten-Regelung unter Wegfall der Relegationsspiele vor. Doch dagegen regt sich Widerstand. Anfang der Wochen schickten 49 Vereine einen offenen Brief an die Verbandsspitze, fordern andere Lösungen. Auch vom Klageweg ist die Rede.

Genau dieses drohende juristische Nachspiel verhindert beim Verband nun einen vorzeitigen Abbruch. In Vorstandsreihen herrscht zwar Einigkeit, dass die Saison nicht mehr zu einem sportlichen Ende gebracht werden kann und vorzeitiges Ende "unvermeidlich" erscheint. "Ein formeller Beschluss zum Abbruch sollte aber aus formalen Gründen noch nicht aktuell getroffen werden", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Verbandsmeldung.

Hintergrund: Der Lockdown in Bayern ist zunächst "nur" bis 9. Mai verlängert, theoretisch besteht also noch die Möglichkeit, dass bis zum offiziellen Saisonende am (30. Juni) einzelne Spiele stattfinden können. Jede einzelne noch gespielte Partie würde eine Wertung nach der Quotientenregel gerechter machen, argumentieren die betroffenen Vereine. Weil Klagen nicht ausgeschlossen sind, entschied der Verband, die Saison zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzubrechen.

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"Auch wenn wir aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen nicht davon ausgehen, wäre es rein theoretisch noch möglich, einzelne Spieltage bis zum offiziellen Saisonende am 30. Juni 2021 anzusetzen. Schon ein Spiel könnte die Quotienten und damit das Tabellenbild verändern. Aber all das funktioniert natürlich nur, wenn wir allen Vereinen vor etwaigen Spielen eine adäquate und einheitliche Vorbereitungszeit von mehreren Wochen einräumen können. Mit dem heutigen Tage ist das zwar höchst hypothetisch und unwahrscheinlich, formell aber leider nicht in Gänze auszuschließen", betont der für Rechtsfragen zuständige Vize-Präsident Reinhold Baier und nennt die Situation "misslich und für alle Beteiligten in einer ohnehin weiterhin schwierigen Pandemielage wenig erfreulich".

Parallel dazu beschäftigen sich die Verantwortlichen auch konkret mit einem Vorschlag der Quotienten-Gegner, bei Saisonabbruch gänzlich auf Absteiger zu verzichten. Demnach könnte es in jeder Liga zwei Aufsteiger – aber keine Absteiger geben. Wie aus Verbandskreisen zu hören ist, werde übers Wochenende geprüft, inwieweit es rechtlich überhaupt möglich ist, Paragraf 93 der Spielordnung zu umgehen bzw. welche Mittel dafür nötig sind. Am Ende läge es dann auch an den Vereinen, die auf jeden Fall über die Entscheidung der anzuwendenden Regularien bei Saisonabbruch durch Einholung eines Meinungsbilds einbezogen werden.

"Der Verband ist keine Einbahnstraße und wir übergehen die jetzt bei uns eingegangenen Anträge und Briefe nicht einfach. Wir sollten aber bedenken, dass es ein Leichtes ist, jetzt zu fordern, die Quotienten-Regelung auszusetzen und stattdessen nur Aufsteiger zuzulassen und den Abstieg nicht zu vollziehen. Die Konsequenzen wären extrem weitreichend, das muss man sich sehr genau ansehen. Stand heute haben wir mit dem §93 eine klare Regelung mit Auf- und Absteigern", sagt Vize-Präsident Robert Schraudner.

Ein Modell ohne Absteiger hätte nicht nur Vorteile. Der Verband geht davon aus, dass die Pandemie den Amateurfußball auch über den Sommer hinaus beschäftigen wird und rechnet nicht mit einer völlig reibungslosen neuen Spielzeit. Aufgeblähte Ligen, wie sie bei einem Szenario ohne Absteiger drohen, wären in diesem Fall kontraproduktiv. Daher wären wohl ab der Bezirksliga auch strukturelle Veränderungen nötig. Ähnlich wie gerade bei einem im Fußballkreis Zugspitze diskutierten Modell müsste man ggf. den Modus ändern, kleinere Gruppen und anschließende Playoff-/Playdownspiele wären eine Möglichkeit. Unterhalb der Bezirksligen, so ist von Spielleiterseite zu hören, könnte der Ligabetrieb dagegen auch bei einer Abbruchentscheidung ohne Absteiger relativ problemlos organisiert werden.

"Wir müssen bei allen Überlegungen immer fest im Blick haben, dass uns die Pandemie auch in der Saison 2021/22 begleiten und herausfordern wird. Wir müssen übervolle Ligen und damit eine Vielzahl an zusätzlichen Spieltagen möglichst vermeiden, um nicht wieder an den Punkt zu kommen, an dem wir jetzt stehen. Dabei ist es unser Wunsch, die Vereine mit auf die Fahrt durch schwieriges Gewässer zu nehmen. Klar ist aber auch: Jede Lösung wird am Ende Härtefälle hervorbringen", betont Robert Schraudner. Der Bezirks-Vorsitzende des BFV in Oberbayern leitet die jetzt vom Vorstand eingesetzte Gruppe, die sich in den kommenden Tagen nochmals spieltechnisch und sportrechtlich mit allen infrage kommenden Modellen zur Abwicklung der Saison 2019/21 auseinandersetzen wird.

Insgesamt spricht der Verband von einer "völlig unterschiedlichen Interessenslagen" in der bayerischen Vereinsszene. Neben den Gegner der Quotientenregel haben andere Vereinsvertreter "um die verbindliche Umsetzung des §93" gebeten. Und "es gibt auch Stimmen, die sich für eine Fortsetzung der Saison über den 30. Juni 2021 hinaus einsetzen", informiert der Verband. "Wir müssen die Sicht der betroffenen Vereine akzeptieren und wollen diese auch nicht mit dem bloßen Hinweis auf die bestehenden Bestimmungen abweisen, wenngleich es unsere Aufgabe ist, möglichst allen Vereinen – also auch denjenigen, die sich auf die geltenden Regeln verlassen haben – gerecht zu werden", sagt Reinhold Baier.

Formell hat der BFV-Vorstand am Mittwochabend wie angekündigt den Ligapokal-Wettbewerb mit Ausnahme der Regionalliga Bayern abgebrochen. Zudem findet aktuell der Austausch mit den betroffenen Vereinen und dem Bayerischen Innenministerium hinsichtlich des weiteren Vorgehens für den Toto-Pokal-Wettbewerb sowie für die Play-offs und den Ligapokal-Wettbewerb der Regionalliga Bayern statt.












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