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49 Amateurvereine begehren auf  |  13.04.2021  |  06:00 Uhr

Quotienten-Opfer proben den Aufstand: BFV soll §93 nicht anwenden – Verband reagiert

von Sebastian Lippert

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Eine blitzsaubere Angelegenheit wird die Abwicklung der bayerischen Amateurfußball-Saison 2019/21 nicht mehr, zu unterschiedlich sind die Interessen der Clubs. −Symbolbild: Lakota

Eine blitzsaubere Angelegenheit wird die Abwicklung der bayerischen Amateurfußball-Saison 2019/21 nicht mehr, zu unterschiedlich sind die Interessen der Clubs. −Symbolbild: Lakota

Eine blitzsaubere Angelegenheit wird die Abwicklung der bayerischen Amateurfußball-Saison 2019/21 nicht mehr, zu unterschiedlich sind die Interessen der Clubs. −Symbolbild: Lakota


49 Amateurvereine aus dem Freistaat proben den Aufstand gegen den Bayerischen Fußball-Verband. In einem offenen Brief vom Montag fordern die Clubs, die Fußballsaison 2019/21 im Falle des bevorstehenden Abbruchs ohne Absteiger – präziser: Quotienten-Opfer – zu werten.

Man müsse in dieser Frage eine Lösung finden, "die keine Klagewelle nach sich zieht", schreiben Jens Bausenwein (Abteilungsleiter) und Matthias Schmelzeisen (Sportlicher Leiter) von Initiator-Club ASV Rimpar in dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt (siehe Ende des Artikels). Der Landesligist ASV Rimpar aus Unterfranken wäre wie viele unterzeichnende Vereine von einem Direktabstieg betroffen. Es ist eine vergleichsweise kleine rebellierende Gruppe, etwas mehr als 1 Prozent aller BFV-Mitgliedsvereine. Einziger niederbayerischer Supporter ist der TSV Waldkirchen.

Im August 2020 hatte der BFV-Vorstand die Spielordnung unter anderem um Paragraf 93 ergänzt: Dort ist geregelt, wie im Falle eines Saisonabbruchs aufgrund höherer Gewalt oder staatlicher Verfügungslage gewertet wird – nämlich mit Auf- und Absteigern nach Quotientenregel und ohne Relegation. Damals hatte sich kaum Widerstand geregt, auch Rechtsmittel legte keiner der circa 4500 Clubs ein.

Weil aber der 3. Mai 2021 immer näher rückt, dämmert es den Clubs. Sollte bis zu diesem Datum kein geregeltes Mannschaftstraining erlaubt sein, wird der Verband die Saison wie Ende März angekündigt abbrechen. Warum? Der BFV behauptet nicht zu unrecht, dass der Zeitraum bis zum offiziellen Saisonende (30. Juni) nicht ausreicht, um eine entsprechende Vorbereitung von mindestens vier Wochen zu gewährleisten sowie alle ausstehenden Spieltage durchzubringen. Seine Gegner behaupten nicht zu unrecht: Es müssen nicht alle Spiele sein, wir können unseren Quotienten mit jedem Spiel verbessern!

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Ihre Argumentation stützen die 49 unter anderem auf zurückliegende Entscheidungen in den anderen 20 Landesverbänden. Überall außer in Bayern wurde die Saison abgebrochen. Außer im Saarland hätten nirgends Mannschaften absteigen müssen, also müsse man das doch auch in Bayern so machen. Doch auch das gehört an der Stelle zur Wahrheit: Überall außer in Bayern hat man kleine bis große Probleme mit überfüllten Ligen – durch die vielen Aufsteiger. Der Regionalliga Nordost droht sogar eine Mammutsaison mit 23 Teams (anstatt 18). Der offene Brief bleibt Antworten schuldig auf die Frage, wie das Problem der aufgeblähten Ligen und des ausufernden Terminkalender gelöst werden soll. Der Tenor der 49 ist: Es sei unfair, Vereine in dieser "existenzbedrohenden Lage" auch noch zu bestrafen, schreiben Bausenwein und Schmelzeisen. Vor sieben Wochen hat der ASV Rimpar vier Landesliga-erfahrene Spieler verpflichtet – trotz der "existenzbedrohenden Lage".

Die Verfasser stellen zudem die Rechtsgültigkeit von Paragraf 93 in Frage. Beim BFV gibt man sich zuversichtlich und spricht von einer "klaren rechtlichen Regelung". Sportrechtsexperte Dr. Thomas Summerer (60) sagte zuletzt in der Passauer Neuen Presse (Samstagsausgabe/PNP Plus), dass der Klageweg "steinig" sei.

Paragraf 93 dürfte den Bayerischen Fußball-Verband also noch eine Weile beschäftigen. Geht es nach dem ASV Rimpar und seinen Unterstützern, müsse eine "positive Lösung" gefunden werden, um "weiteren Schaden vom bayerischen Amateurfußball abzuwenden". Die Frage ist nun, welcher Schaden größer ist. Der BFV als Verband muss in seiner Entscheidung das Gemeinwohl im Blick haben.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Dienstagsausgabe Ihrer Heimatzeitung, Sport Niederbayern, oder nach kostenloser Registrierung hier unter PNP Plus.












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