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Viele haben Probleme, die Saison zu beenden | 17.12.2020 | 06:00 Uhr

Geteilte Ligen, Playoffs, Hinrundenabschluss: So planen die Landesverbände ihren Re-Start

von Andreas Lakota

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Die Fußballplätze im Winterschlaf: Wie lange die Pause dauern wird, ist völlig offen. −Foto: Lakota

Die Fußballplätze im Winterschlaf: Wie lange die Pause dauern wird, ist völlig offen. −Foto: Lakota

Die Fußballplätze im Winterschlaf: Wie lange die Pause dauern wird, ist völlig offen. −Foto: Lakota


Als einziger Landesverband hat Bayern im Frühjahr die Fußballsaison nicht abgebrochen – und musste dafür viel Kritik einstecken. Die Argumentation von BFV-Chef Dr. Rainer Koch, man wolle zumindest eine Saison regulär zu Ende bringen und nicht zwei Spielzeiten "zerschießen", schien im Sommer überholt, als überall der Ball rollte. Und jetzt?

Durch die zweite Corona-Welle hat sich im Herbst einiges geändert. Spiele mussten abgesagt werden, durch den Teil-Lockdown ab 1. November verabschiedeten sich zahlreiche Verbände viel früher als geplant in die Winterpause. Wann der Ball wieder rollen kann? Völlig offen.

Die ersten Verbände haben bereits auf die aktuelle Entwicklung reagiert. Für sie steht schon jetzt fest: Die im Sommer neu begonnene Saison kann nicht wie geplant zu Ende gebracht werden. Nun werden alternative Spielmodelle gesucht, mancherorts steht auch schon eine komplette Annullierung im Raum.

War der bayerische Sonderweg also doch der richtige? Markus Raupach, Trainer des Regionalligisten Buchbach, sieht das so. "Ich denke, dass die anderen Verbände, die jetzt schon mit ihrer Mammutsaison in der Bredouille sind, ein wenig neidisch auf uns blicken. Der viel gescholtene Verband hat hier in Abstimmung mit den Vereinen mit großer Sorgfaltspflicht entschieden", urteilt der A-Lizenz-Inhaber. "Und auch der Ligapokal, der diesen zeitlichen Puffer schafft, empfinde ich weiter als super Lösung."

Wie auch immer man darüber denken mag, fest steht: In Bayern dürfte es kein Problem sein, die alte Saison im Frühjahr zu Ende zu bringen, um im Sommer dann neu zu starten. Wie es in den anderen Verbänden aussieht und wo es schon jetzt Probleme gibt − wir haben die Situation in Fußball-Deutschland unter die Lupe genommen.

Baden

"Angesichts der Verfügungslage, der nach einer langen Pause angemessenen Vorbereitungszeit und der zu erwartenden Terminproblematik erscheint eine vollständige Meisterschaftsrunde mit Hin- und Rückspielen derzeit kaum mehr verhältnismäßig und zumutbar. Dies gilt derzeit insbesondere für Staffeln mit 15 und mehr Mannschaften", schreibt der Verband in einer aktuellen Meldung. Nun werden alternative Spielmodelle diskutiert, die einer vollständigen Runde am nächsten kommen. "Dass eine normale Runde nicht mehr möglich erscheint stimmt uns natürlich traurig, die Hoffnung war bis zuletzt da. Auf der anderen Seite können wir nun etwas konkreter planen, auch wenn die Situation nach wie vor extrem unsicher ist und unseren Spielbetrieblern eine Menge Flexibilität und Doppelarbeit abverlangt", betont der für den Spielbetrieb zuständige Vizepräsident Rüdiger Heiß.

Baden-Württemberg
Nach Ansicht des Spielausschusses ist die Durchführung einer vollständigen Meisterschaftsrunde mit Hin- und Rückspielen überwiegend nicht mehr möglich. " Eine Ausnahme bilden die kleinen Staffeln in den Herren-Kreisligen B, die – nach aktueller Lage – bei teilweise lediglich zwölf Vereinen eine vollständige Spielrunde möglicherweise noch abschließen können", heißt es on Verbandseite. In den höheren Ligen herrsche ein Grundkonsens hinsichtlich des alternativen Spielmodells. Die Vereine sprachen sich für eine Auf- und Abstiegsrunde zu Ermittlung der Auf- und Absteiger nach Abschluss der Hinserie aus. "Die Tabelle wird dabei in zwei Hälften geteilt, wobei die Vereine ihre in der Hinrunde bereits erzielten Punkte in die Aufstiegs- bzw. Abstiegsrunde mitnehmen. In dieser Variante wäre sichergestellt, die Saison in einem Modus zu Ende zu führen, der einer vollständigen Runde am nächsten kommt, um so unter den gegebenen Umständen das sportlich fairste Ergebnis zu erzielen", so der Verband auf seiner Homepage.

Bremen
Im Herrenbereich ist es nicht mehr möglich, die komplette Hinrunde bis Ende März abzuschließen. Das hat zur Folge, dass die Hinrunde bis Juni 2021 verlängert wird. Ziel ist es, die komplette Hinrunde einheitlich bis 30.06.2021 abzuschließen. Die Endtabelle der Hinrunde bildet dann zugleich die Abschlusstabelle, Auf- und Abstieg wird entsprechend der Spielordnung vollzogen. Bei Junioren und Frauen sind noch keine Anpassungen notwendig, da weniger Spieltage in den einzelnen Staffeln durchgeführt werden müssen, wird davon ausgegangen, die Hinrunde noch rechtzeitig abschließen zu können.

Berlin

In Berlin sieht sich der Verband noch im Zeitplan und hofft, die Saison regulär zu Ende bringen zu können. Anpassungen im Spielbetrieb wurden daher noch nicht vorgenommen.

Brandenburg
Ziel bleibt die Durchführung des Spielbetriebes in allen Spielklassen. "Unter Einbeziehung aller im Rahmenterminplan aufgeführten Nachholspieltage halten wir dies aktuell noch für möglich, mit dem Wissen das dies von allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität, Rücksicht und Verständnis für die herausfordernde Situation erfordert", teilt der Verband mit. Allerdings beschäftige man sich auch mit Alternativen."Wir werden die kommenden Wochen nutzen, um diese auch mit Ihnen, als Vereinsvertreter zu besprechen bzw. zu diskutieren, um in Abhängigkeit von weiteren Entwicklungen auch kurzfristige Entscheidungen treffen zu können. In welcher Form die Einbindung von Vereinsvertretern erfolgen kann bzw. wird, werden wir zeitnah entscheiden und ihnen mitteilen", so die aktuelle Info an die Vereine.

Hamburg
Die Unterbrechungen und Verschiebungen haben im Hamburger Fußball-Verband bereits Auswirkungen: Der Spielbetrieb sei nicht mehr abbildbar wie zum Beginn der Saison erdacht, so der Verband, der auch schon einen Beschluss gefasst hat: Verzicht auf die Meister- und Abstiegsrunde! Es wird maximal die einfache Hinrunde in den Staffeln gespielt. "Zusätzlich möchten wir nun, ähnlich wie im Mai, eine erneute Abfrage zur weiteren Vorgehensweise der Saison 2020/2021 mit den Vereinen starten, bei der wir hoffen, dass möglichst alle Vereine daran teilnehmen", schreibt der Verband auf seiner Homepage.

Hessen
"Unser Ziel ist und bleibt es weiterhin, die Saison regulär zu Ende zu führen. Wir wollen so bald wie möglich auf den Platz zurückkehren", sagte Präsident Stefan Reuß Ende November. Und weiter: "Natürlich sind wir uns dabei der aktuellen Einschränkungen bewusst und damit der Folgen, die diese auf die Fortführung der aktuellen Saison haben können. Daher beschäftigen wir uns intensiv mit verschiedenen Szenarien und deren Durchführbarkeit, um bei einem Re-Start gut vorbereitet zu sein." Als letzter möglicher Spieltagstermin ist aktuell der 13. Juni 2021 anvisiert. Fest steht bereits: Der Wechsel in einen anderen Spielmodus ist ausgeschlossen, was bedeutet, dass jegliche Gedankenspiele, gegebenenfalls nur eine Halbserie zu absolvieren und danach Auf- und Absteiger in gesonderten Runden oder gar nach einem Play-off-System zu ermitteln, vom Tisch sind. Sollte die Saison nicht regulär beendet werden, könnte Entscheidungen mittels der Quotienten-Regelung ermittelt werden.

Mecklenburg-Vorpommern
Bisher wurden noch keine Anpassungen vorgenommen. Der Spielbetrieb soll mit einer Anlaufzeit von 14 Tagen erfolgen, damit ist Stand jetzt der Re-Start frühestens ab dem 6. Februar denkbar. "Dabei wird Flexibilität von allen Seiten – ggf. auch hinsichtlich einer möglicherweise notwendigen Anpassung einzelner Wettbewerbsmodelle – erforderlich sein", schreibt der Verband.

Mittelrhein
Alles offen. Von Verbandsseite heißt es bisher nur: "Die spielleitenden Stellen befassen sich aktuell mit den Fragestellungen zum Fortgang der laufenden Saison einschließlich der Pokal-Wettbewerbe." Eine mögliche Änderung des Austragungsmodus (z.B. Wertung der Hinrunden-Ergebnisse) können die Spielleiter ohne Zustimmung der Vereine durchführen.

Niederrhein
Der Spielbetrieb ist unterbrochen und startet frühestens zwei Wochen nach der Öffnung der Sportanlagen und sicher nicht vor dem Wochenende 23./24. Januar 2021. Die ausgefallenen Spiele sollen nachgeholt werden, Anpassungen im Spielbetrieb wurden noch nicht vorgenommen.

Niedersachsen
Der Niedersächsische Fußballverband strebt an, den Spielbetrieb mit Beginn des neuen Jahres wieder aufzunehmen. "Von einer Winterpause im herkömmlichen Sinne können wir in dieser Saison ohnehin nicht sprechen. Sofern es die behördliche Verfügungslage und das Wetter zulassen, wollen wir 2021 so früh wie möglich wieder starten", sagt NFV-Präsident Günter Distelrath. Der Verband hat vor Saisonbeginn die Spielklassen in kleiner Staffeln eingeteilt und damit mehr Spielraum und weniger Zeitdruck.

Rheinland
Oberstes Ziel ist die Beendigung der Hinrunde, heißt es von Verbandsseite. Hinsichtlich der Fortsetzung und Wertung der Saison hält das Präsidium des FVR fünf Szenarien für denkbar, die in Abhängigkeit von der Entwicklung der Corona-Pandemie und der mit ihr verbundenen Auflagen stetig überprüft und diskutiert werden. Die diskutierten Varianten reichen von Playoffs über Wertung nach Quotientenregelung bis hin zur kompletten Annullierung der Saison.

Saarland
Der Verband geht davon aus, die Saison regulär beenden zu können. Grund für den Optimismus: Im Sommer wurden die Ligen in kleinere Staffeln unterteilt, daher hat der Verband mehr Luft und weniger Termindruck.

Sachsen
Angestrebt wird der Abschluss einer einfachen Runde mit allen vorgesehenen sportlichen Wertungen (Meister, Auf- und Absteiger etc.). Eine vollständige Hinrunde ist gleichzeitig die mindeste Voraussetzung für eine Wertung. Außerdem sollen alle Pokalwettbewerbe zu Ende gebracht werden. Je nach Staffelstärke und Pandemie-Situation halten die Staffelleiter aber auch flexiblere Modelle bereit.

Sachen-Anhalt
Es gibt große Bedenken der Vereine, die Saison wie geplant beenden zu können. In Videokonferenzen wurde mit dem Verband über alternative Spielmodelle beraten. Ziel aller Spiel- und Altersklassen ist es, mindestens eine Halbserie komplett zu Ende zu spielen und auch den jeweiligen Pokalwettbewerb abzuschließen. Anschließend könnten Meister, Aufsteiger und Absteiger über eine Playoff-Runde oder über ein Turnier ausgespielt werden, so der Konsens zwischen Verband und Vereinen.

Schleswig-Holstein
Sollte ab dem 11. Januar ein Training in voller Mannschaftsstärke möglich sein, würde der Re-Start am 5. Februar erfolgen – und die Runde normal zu Ende gespielt werden. Es müssen noch sechs Spieltage nachgeholt werden, die Spielserie könnte deshalb bis einschließlich des Wochenendes 12./13. Juni 2021 verlängert werden. Die Jugend würde – sofern erlaubt – Bereits am Wochenende 23./24. Januar loslegen.

Südbaden
Der Verbandsvorstand war sich einig, dass in den Staffeln mit 15 und mehr Mannschaften die Saison nicht mehr mit Vor- und Rückrunde gespielt werden kann. Es sei nicht zumutbar, die Saison unter Einplanung einer Vielzahl von Wochenspieltagen bis zum 30. Juni zu Ende zu spielen, betont der für den Spieltrieb zuständige Vizepräsident Dr. Christian Dusch. Daher wird nach Beendigung der Vorrunde auf einen alternativen Spielmodus umgestellt. Konkret soll eine verkürzte Rückrunde umgesetzt werden. Bei dieser Variante werden die betreffenden Staffeln nach Abschluss der Vorrunde in der Hälfte geteilt, jeder spielt dann gegen jeden. Punkte und Tore sollen aus der Vorrunde mitgenommen werden, um diese sportliche Leistung auch in der verkürzten Rückrunde abzubilden. In Staffeln mit 14 und weniger Mannschaften wird am Ziel, die Saison mit Vor- und Rückrunde zu Ende zu spielen, festgehalten.

Südwestdeutschland
Ein Restart der Runde, so der Verband, werde wegen der langen Unterbrechung erst nach einer angemessenen Vorbereitungszeit mit Trainingsmöglichkeiten von grundsätzlich vier Wochen vertretbar sein. Das Präsidium griff daher die Empfehlung seines Verbandsspielausschusses auf, den ersten kompletten Spieltag der Männer auf den 27./28.02.2021 zu terminieren. Sollte dieser Termin gehalten werden können, sei es möglich, die geplante Saison vollständig bis zum 30.06.2021 zu beenden, "sofern keine weiteren zwingenden Unterbrechungen stattfinden".

Thüringen
Training für Kinder und Jugendliche war bis zum Lockdown möglich, Anpassungen im Spielbetrieb wurden bisher nicht vorgenommen. Es werde aber an möglichen Modellen gearbeitet, heißt es.

Westfalen
Der Re-Start erfolgt frühestens nach einer zweiwöchige Vorbereitungszeit. Bezüglich einer Wertung der Saison wurde festgelegt: Wenn mindestens 50 Prozent aller Spiele einer Liga gespielt wurden, kann die Saison gewertet werden. Sollten die 50 Prozent nicht erreicht werden, wird die Runde komplett annulliert.












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