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Re-Start am 19. September | 08.09.2020 | 15:36 Uhr

Bayern erlaubt Sport-Wettbewerbe mit bis zu 400 Zuschauern – Stimmen und Stimmungen

von Andreas Lakota

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Ball rollt der Ball auch wieder im Ligabetrieb: Der Re-Start erfolgt wie geplant am 19. September. −Foto: Lakota

Ball rollt der Ball auch wieder im Ligabetrieb: Der Re-Start erfolgt wie geplant am 19. September. −Foto: Lakota

Ball rollt der Ball auch wieder im Ligabetrieb: Der Re-Start erfolgt wie geplant am 19. September. −Foto: Lakota


Jetzt ging alles ganz schnell: Der bayerische Amateur-Fußball darf bald loslegen – und zwar mit bis zu 400 Zuschauern. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstagvormittag beschlossen. Auch für alle anderen Amateursportarten gelten entsprechende Lockerungen.

Großes Aufatmen bei allen Sportlern in Bayern. Das corona-bedingte Wettbewerbsverbot für Kontaktsportarten ist gefallen. Sowohl für Veranstaltungen im Freien als auch für solche in der Halle. Die Lockerungen bestätigte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag in einer Pressekonferenz. Für die Amateur-Fußballer heißt das: Der Re-Start kann wie geplant am 19. September erfolgen. Noch im Lauf des Tages sollen für die Herrenligen die Spielpläne für das übernächste Wochenende festgelegt werden. Ob mit Nachholpartien, dem Ligapokal oder Ligaspielen begonnen wird, will der Bayerische Fußball-Verband (BFV) "maximal flexibel" handhaben.

400 Zuschauer im Freien, 200 in der Halle

"Wo ein hohes Infektionsgeschehen herrscht, kann es zu Einschränkungen kommen. Und wo kein Abstand möglich ist, kann auch die Maske nötig sein. Aber gerade am Fußballplatz gehen wir davon aus, dass dies überhaupt kein Problem sein wird", sagte Söder. Zu den Spielen sind höchstens 400 Zuschauer zugelassen, zudem gelten die entsprechenden Abstandsregeln und Hygienekonzepte. Im Indoor-Bereich sind analog zu Kulturveranstaltungen 200 Anhänger erlaubt. Ferner sind auch bundeslandübergreifende Wettbewerbe ab sofort wieder zulässig.

"Wir haben im Sport über die letzten drei Monate schrittweise gelockert und dabei ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt. Es hat kaum eine Infektion gegeben. Das zeigt, dass man man sich im Sportbereich sehr verantwortungsbewusst verhält und daher ist es jetzt auch absolut vertretbar, einen noch größeren Schritt zu tun", sagte der für den Sport zuständige Innenminister Joachim Herrmann. Er denke, dass mit der getroffenen Zuschauerregelung die meisten Bedürfnisse der Vereine abgedeckt seien. Gerade die Eishockey-Klubs dürften mit 200 Zuschauern freilich nicht leben können. Auch in der Fußball-Regionalliga wird es für zuschauerstarke Vereine wie den SV Schalding, Wacker Burghausen oder TSV Buchbach schwierig.

Herrmann betonte, die nun beschlossenen Lockerungen bedeuteten nicht, "dass damit die Diskussionen beendet ist, wir werden an dem Thema weiterarbeiten". Dies gelte auch für den Profisport. "Jetzt muss auf Bundesebene die Ministerpräsidentenkonferenz klären, wie das mit den großen Stadien ist, wie das mit dem Profisport ist, und dann können wir weitere Schritte einleiten", sagte der CSU-Politiker. Auch Söder hob noch einmal hervor, dass man einheitliche Lösungen brauche. "Beim Profisport werden wir uns in den nächsten zwei Wochen, schätze ich, nochmal mit allen Bundesländern zusammensetzen und versuchen, eine belastbare Planung zu machen, nicht nur für die Fußball-Bundesliga, sondern auch für Basketball, Eishockey und Handball."

Zumindest viele Amateurvereine dürften mit der getroffenen Regelung vorerst zufrieden sein. Zuletzt hatten sie den Druck auf die Politik kräftig erhöht. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) drohte sogar mit einer Klage und holte sich dafür in einer Umfrage die Unterstützung der Klubs im Freistaat. Über 85 Prozent von ihnen hielten den bisherigen Kurs der Bayerischen Staatsregierung im Umgang mit dem Breitensport im Freistaat mittlerweile für nicht mehr nachvollziehbar. Zwei Drittel sprachen sich sogar für eine Klage aus, sollten zeitnahe Lockerungen ausbleiben. BFV-Boss Rainer Koch übergab die Ergebnisse am Montag an Minister Hermann und forderte erneut ein schnelles Signal für einen Re-Start. Wäre dieses erneut ausgeblieben, hätte der Verband wohl den Weg vors Gericht gewählt.

"Klage wäre das letzte Mittel gewesen"

"Das ist eine gute Nachricht für den gesamten bayerischen Breitensport und ein großer Erfolg unserer Fußballvereine, die sich in den vergangenen Tagen nochmals sehr, sehr klar positioniert und den Kurs des Verbandes mit überragender Zustimmung unterstützt haben", sagte Koch in einer ersten Reaktion: "Wir bedanken uns ausdrücklich und stellvertretend für alle politischen Entscheidungsträger bei Innenminister Joachim Herrmann für die jetzt sehr rasch getroffene Entscheidung und das positive Signal. Uns war es immer wichtig, einen sachlichen Dialog zu führen, eine Klage wäre nur das letzte Mittel gewesen – auch das haben wir immer betont."

Der Verband werde jetzt umgehend Konzepte finalisieren und den Vereinen Wege aufzeigen, wie die Praxis an Spieltagen aussehen kann. Vor allem was die Hygienebestimmungen angeht. Koch stimmte die Klubs auf "besondere Herausforderungen und Anstrengungen" ein und wies darauf hin, dass der Gesundheitsschutz stets Vorrang habe. "Daher müssen wir auch damit rechnen, dass nicht immer alle Spiele stattfinden können. Vielleicht entscheiden sich auch Vereine zunächst gegen Zuschauer." Für den Fall, dass Klubs die Wiederaufnahme des Spielbetriebs insgesamt ablehnen, beschloss der BFV-Vorstand eine Kompromissregelung. "Die Vereine werden dann zwar ans Tabellenende gesetzt und steigen ab. Allerdings müssen sie maximal eine Klasse nach unten und nicht wie eigentlich üblich in der untersten Liga wieder komplett neu anfangen", sagte Koch.

Beim Regionalligisten SV Schalding zeigte man sich nicht unbedingt überrascht, dass es von der Politik grünes Licht gab. "Damit war aufgrund des zuletzt aufgebauten großes Drucks fast zu rechnen", sagt Sportchef Markus Clemens. Man werde jetzt die Spielpläne abwarten und dann in die Detailplanung gehen, "wobei das alles natürlich schon eine sehr kurzfristige Geschichte ist". Mehr noch liegt den Schaldinger die Zuschauer-Beschränkung im Magen. "Das ist eine riesen Herausforderung für uns. Es gibt eine Reihe von Vereinen, die mit dieser Maßgabe Probleme haben – und wir sind da ganz vorne dabei", meint Clemens. Zu den Heimspielen der Schaldinger kommen im Schnitt 900 Fans, der Verein hat allein 400 Dauerkarten ausgegeben − damit ist das Stadion am Reuthinger Weg quasi schon jetzt ausverkauft.

Auch beim SV Wacker Burghausen bedauert man, dass nur 400 Zuschauer erlaubt sind. "Das ist sehr erfreulich, dass es wieder losgeht. Alle sind hungrig auf Fußball. Schade ist, dass nur 400 Zuschauer ins Stadion dürfen. Da könnte man aufgrund unserer Infrastruktur sicher auch 600 bis 700 verantworten. Damit hätte man unsere Sponsorenverluste etwas mehr ausgleichen können. Nach der langen Pause dürfte der Ansturm der Fans größer sein. Da wäre es schade, wenn man welche aussperren muss", sagt der Sportliche Leiter Karl-Heinz Fenk.

In der Politik begrüßte derweil auch Vize-Minsterpräsident Hubert Aiwanger die Lockerungen. Dieser hatte sich schon am Montagabend auf die Seite der Sportler gestellt. "Es wäre jetzt ein Sieg von Corona, wenn der bayerische Amateur-Fußball, wenn die bayerischen Breitensportvereine wegen Corona plattgemacht werden", sagte der Chef der Freien Wähler auf einer digitalen Parteiveranstaltung. Und weiter: "Wir wollen, dass wieder Normalität einkehrt, unter all den Risiken, die vielleicht da auch irgendwo mitschwingen. Wir müssen kalkuliert an Risiken rangehen, anstatt uns aus Angst vor dem Tod schon vorher zu erschießen."

Für Jörg Ammon vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) ist die Entscheidung der Staatsregierung ein "elementarer Schritt für die Rückkehr zu einem geregelten Sportbetrieb, das gibt uns Perspektive und Zuversicht. Fest steht: Die Politik hat ihr Versprechen gehalten." Er ergänzte, dass die Gesundheit der Sportler weiter im Mittelpunkt stehe.

Hier lesen Sie: Mächtiger Rückenwind für den BFV: Überwältigende Mehrheit für zeitnahen Re-Start.












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