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"Hat mit Fairness nichts zu tun" | 27.06.2020 | 10:00 Uhr

Wieso in Sachsen schon wieder gespielt wird – und was sie dort vom bayerischen Weg halten

von Sebastian Lippert

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Vorsitzender des Fußball-Kreisverbandes Mittelsachsen: Andreas Schramm. −Foto: dpa/privat

Vorsitzender des Fußball-Kreisverbandes Mittelsachsen: Andreas Schramm. −Foto: dpa/privat

Vorsitzender des Fußball-Kreisverbandes Mittelsachsen: Andreas Schramm. −Foto: dpa/privat


Die Sachsen machten den Anfang: Am Wochenende wurden im Osten Deutschlands erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Pflichtspiele im Amateurfußball ausgetragen. Bei den Duellen im Landes- und Kreispokal waren mancherorts auch bis zu 100 Zuschauer vor Ort. Innerhalb der bayerischen Landesgrenzen ist damit nicht vor September zu rechnen. Dennoch ist interessant zu wissen: Wie läuft das ab?

heimatsport.de hat sich beim Vorsitzenden des Fußball-Kreisverbandes Mittelsachsen, Andreas Schramm, nach dem Ablauf der Spiele, dem Verhalten der Zuschauer, einem allgemeinen Fazit und dem sächsischen Blick auf Bayern erkundigt.

Herr Schramm, in Bayern warten die Fußballer noch auf reguläres Training mit Zweikämpfen, bei Ihnen in Mittelsachsen wurden schon Pokalspiele vor Zuschauern ausgetragen. Waren Sie bei einem der Spiele vor Ort?
Andreas Schramm: Ich war nicht vor Ort, weil eigentlich keine Zuschauer zugelassen sind. Es durften nur vereinseigene Spieler und Mitglieder zuschauen, die Öffentlichkeit selbst wurde aber ausgeschlossen. In dem Sinne waren keine Zuschauer vor Ort.

Wie war die Rückmeldung der teilnehmenden Vereine?
Schramm: Die Spiele an sich waren wie immer, das war ganz normal. Aber es ist schon schwierig für die Vereine, das Hygienekonzept (siehe Kasten, d.Red.) um- und durchzusetzen. Das ist auch mit erhöhten Kosten verbunden. Dass es bei dem ein oder anderen Verein Probleme gibt, ist ja klar, aber wir müssen ja irgendwie wieder auf den Weg zurück zur Normalität kommen.

Gab es irgendwelche Auffälligkeiten?
Schramm: Nein, keine.

In Sachsen wurde der Spielbetrieb abgebrochen, die Aufsteiger wurden anhand der Quotienten-Regelung ermittelt. In Bayern wird im September weitergespielt. Auch mit dem Argument, dass die vielen Spiele nicht im Rahmenterminkalender unterzubringen wären – nur auf Kosten vieler englischer Wochen. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Schramm: Was wir derzeit spielen, sind die Pokalspiele. Da stehen jetzt noch Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel aus. Dann werden wir gucken, wann es weitergeht. Wir haben regulär eine recht lange Winterpause von drei Monaten, da können wir sicher was machen, falls Bedarf ist. Unsere Ligen bestehen anders als in Bayern aus nicht mehr als 16 Mannschaften. Selbst wenn wir drei bis vier Wochen später anfangen, sollte das gut unterzukriegen sein.

Die bayerische Lösung lautet, die Saison fortzusetzen und als Ersatz-Wettbewerb einen Ligapokal zu spielen. Darüber können Vereine dann aufsteigen oder sich vor dem eigentlich feststehenden Abstieg retten. Wie sehen Sie das?
Schramm: Das muss natürlich jedes Bundesland und jeder Landesverband für sich entscheiden. Ich finde das nicht gut, wie das in Bayern ist. Es sind viele Fragen offen: Aufstieg, Abstieg, die Transfers etc. Damit verschiebt man jetzt gleich zwei Saisons. Da brauchen sie locker zwei bis drei Jahre, um wieder auf einen normalen Stand zu kommen. Dass ich in einem Ligapokal nach weniger Spielen aufsteigen kann, hat dann aus meiner Sicht mit sportlicher Fairness nichts zu tun.












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