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Edenstettener blüht als Innenverteidiger auf | 03.06.2020 | 07:00 Uhr

"Bombes" dritter Frühling in Dietersheim: Wie Thomas Ertl seine Freude am Fußball wiederentdeckte

von Michael Scherer

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Inzwischen als Innenverteidiger unterwegs: Im Alter von 33 Jahren spielt der Ex-Deggendorfer Thomas Ertl beim Bezirksligisten TSV Eching in der Defensive. −Foto: Helmut Müller

Inzwischen als Innenverteidiger unterwegs: Im Alter von 33 Jahren spielt der Ex-Deggendorfer Thomas Ertl beim Bezirksligisten TSV Eching in der Defensive. −Foto: Helmut Müller

Inzwischen als Innenverteidiger unterwegs: Im Alter von 33 Jahren spielt der Ex-Deggendorfer Thomas Ertl beim Bezirksligisten TSV Eching in der Defensive. −Foto: Helmut Müller


Er kickte einst mit 1. FC Bad Kötzting und der Spvgg GW Deggendorf in der Bayernliga – jetzt freut er sich auf die Geburt seines Kindes und darauf, dass es vielleicht mal mit Fußball weitergeht: Den Edenstettener Thomas Ertl, Spitzname "Bombe", hat es mittlerweile nach Dietersheim (Gemeinde Eching) verschlagen und nach einer fußballerischen Abstinenz hat dort wieder die Freude am Ballsport gefunden. Mit 33. Beim TSV Eching. In der Bezirksliga. Als Innenverteidiger.

Das vermeintliche Ende seiner Karriere als Fußballer läutete der 33-Jährige vor sieben Jahren ein: Als Referendar unterrichtete Thomas Ertl an Schulen in Ingolstadt, Aschaffenburg und Landshut. Zwei Wechsel in drei Jahren, zu viel für ein geregeltes Engagement bei einem Fußballverein. "Ich war auch in gewisser Weise gesättigt, wollte den Sport nicht mehr mit diesem hohen Aufwand betreiben", sagt Ertl in der Rückschau.

"So trete ich nicht ab": Thomas Ertl steht mit seinem Verein an der Tabellenspitze und möchte die Saison unbedingt als Landesliga-Aufsteiger beenden. −Foto: TSV

"So trete ich nicht ab": Thomas Ertl steht mit seinem Verein an der Tabellenspitze und möchte die Saison unbedingt als Landesliga-Aufsteiger beenden. −Foto: TSV

"So trete ich nicht ab": Thomas Ertl steht mit seinem Verein an der Tabellenspitze und möchte die Saison unbedingt als Landesliga-Aufsteiger beenden. −Foto: TSV


So lief er in der Saison 13/14 gerade noch dreimal für die Spvgg GW Deggendorf auf. In der nächsten Runde wollte er sporadisch für seinen Heimatverein FC Edenstetten in der A-Klasse "ab und zu mal Fußball spielen" – doch dies glückte nicht. Der technisch versierte Linksfüßler verzeichnete keinen einzigen Einsatz für den FCE. Der Grund: Ertl erhielt einen Job an der Jo-Mihaly-Mittelschule Neufahrn, steht dort in diesem Jahr in den Fächern Englisch, Sport, Technik und Informatik vor den Schülern.

Apropos Technik: Seinen Spitznamen verdankt er der guten alten T9-Spracherkennung, die auf früheren Handys in einer SMS aus Wörtern automatisch teils wunderbare neue Werke kreierte. Und so wurde aus "Bin im Café" "Bio im Bade" oder aus Suse "Süße". "Ein Freund aus Kindertagen nannte mich immer Bomaf statt Thomas – und T9 machte daraus Bombe", erklärt der 33-Jährige seinen nur scheinbar martialischen Spitznamen.

Innenverteidiger mit 1,73 Metern

Auf dem Sportplatz "zündete" der Fußballer Ertl freilich oft, in Bad Kötzting und Deggendorf überzeugte er als lauf- und zweikampfstarker Typ, war in beiden Vereinen unbestritten Stammspieler. Beim Tore schießen hielt er sich vornehm zurück, obschon er der Offensive zugeteilt war. Nun, nach einigen Jahren des fußballerischen Nichtstun schloss er sich 2017 zunächst der Sportgemeinschaft Eichenfeld-Freising an, "dem Verein um die Ecke". Zunächst A-Klasse, in der nächsten Saison Kreisklasse. 18 Spiele, Ertl fand wieder Lust am Geschehen zwischen zwei Toren.

Und wie es der Zufall so wollte, wechselte Eichenfelds Trainer Denis Magro (37) nach Eching – und er nahm den Ex-Bayernliga-Kicker einfach mit. "Ich sollte nur die Vorbereitung mitmachen und dann mal schaun", erinnert sich der Lehrer. Gesagt, getan – und plötzlich stand er im Team des Bezirksligisten, legte direkt einen prima Saisonstart mit einem 5:1-Auswärtssieg beim SV Ampertal Palzing hin. In dieser Tonart ging’s weiter, für Ertls Klub stehen bis zur Corona-Zwangspause zwölf Siege, fünf Remis und drei Niederlagen zu Buche. Heißt: Platz 1 in der Tabelle. "Und ich mit meinen 1,73 Meter spiele da Innenverteidiger – das ist sehr sehr witzig", sagt der Ex-Deggendorfer, der als Erfolgsgaranten der TSV jedoch auch andere Faktoren ausgemacht hat. "Das ist ein top geführter Verein mit einer tollen Anlage und eine Kameradschaft, wie ich sie noch nie erlebt habe."

Mit einigen Kameraden aus früheren Tagen pflegt der Neu-Oberbayern indes noch beste Kontakte. Mit Benjamin Schiller, Stefan Köck oder Martin Kress ging’s viele Jahre zu einem Kleinfeld-Freizeit-Turnier nach Kärnten. "Das fällt dieses Jahr natürlich ins Wasser", sagt ein zwangspausierender Bezirksliga-Fußballer, der es mittlerweile etwas lax angehen lässt. In den ersten vier, fünf Wochen nach dem Zwangsstopp habe er noch trainiert: Radeln und Laufen. "Ich bin eher ein bisschen faul, spekuliere bei der Rückkehr auf meine Routine", sagte der 33-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Zuhause ist schon alles auf Nachwuchs eingerichtet

Natürlich wolle man beim TSV Eching die Saison zu Ende spielen und am Ende in die Landesliga aufsteigen, aber derzeit "macht Fußball-Training aus meiner Sicht keinen Sinn."

So gänzlich ungelegen kommt Thomas Ertl und seiner Verlobten Teresa Corona nicht, im heimischen Dietersheim ist schon alles auf ein Baby eingestellt, im August kommt der erste Nachwuchs des Paares zur Welt. Und das Geschlecht? "Da lassen wir uns überraschen."

Und wie geht’s sportlich weiter? Eines steht für den Mittelschullehrer fest, zumindest diese Saison wird er noch das Trikot des TSV Eching auswärts und im heimischen Willi-Widhopf-Stadion überstreifen, denn "so möchte ich nicht abtreten". Ertl plant auch, den B-Trainerschein im nächsten Jahr abzuschließen, um in ferner Zukunft als Jugendtrainer sein Wissen weitergeben zu können. Konkret sei da aber noch nichts, "das ist alles nur so eine Idee" – aber vielleicht "zündet" er ja zuerst noch in der Landesliga den Turbo.

Weitere Teile unserer Serie:

- Wie geht’s eigentlich....Rudi Damberger?

- Wie geht’s eigentlich....Benjamin Penzkofer?

- Wie geht’s eigentlich....Michal Strajt?

- Wie geht’s eigentlich....Jürgen Fuchs?

- Wie geht’s eigentlich.... Wolfgang Schiller?

- Wie geht’s eigentlich... Armin Paulik?

- Wie geht’ eigentlich... Herbert Waas?












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