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Zweit-Drittel-Zustimmung | 20.04.2020 | 14:01 Uhr

Große Mehrheit für den BFV: Fußball-Saison wird nicht abgebrochen

von Andreas Lakota

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Pause ja, Abbruch nein: Die Saison in Bayerns Amateurliegen soll im Herbst fortgesetzt werden. −Foto: Lakota

Pause ja, Abbruch nein: Die Saison in Bayerns Amateurliegen soll im Herbst fortgesetzt werden. −Foto: Lakota

Pause ja, Abbruch nein: Die Saison in Bayerns Amateurliegen soll im Herbst fortgesetzt werden. −Foto: Lakota


Jetzt herrscht Gewissheit: Die Fußball-Saison in Bayerns Amateurligen wird nicht vorzeitig abgebrochen. Die große Mehrheit der Vereine im Freistaat sprach sich bei einer vom Bayerischen Fußball-Verband durchgeführten Umfrage mehrheitlich für den vom BFV empfohlenen Weg aus.

Dieser sieht vor, die aktuelle Spielzeit aufgrund der Corona-Krise ruhen zu lassen und im Herbst – wenn durch staatliche Vorgaben möglich – fortzusetzen und auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen; frühestmöglicher Start ist der 1. September. Betroffen sind alle Ligen (Herren, Frauen, Junioren) von der Bayernliga abwärts. Ausgenommen ist die Regionalliga Bayern, die laut Verband als Schnittstelle mit dem Profifußball "abhängig von der 3. Liga und den DFB-Entwicklungen" zu betrachten ist (auch hier ist jedoch kein Fußball vor 1. September möglich). Was die Fortsetzung im Nachwuchsbereich angeht, müsse man differenzierter vorgehen, befand BFV-Präsident Rainer Koch.



In der Umfrage stimmten 68,13 Prozent der Klubs für die Fortsetzung der Saison. In absoluten Zahlen ausgedrückt haben 2178 Vereine für den BFV-Weg votiert, 1019 (31,87 Prozent) sprachen sich dagegen aus. Jeder am Spielbetrieb in Bayern teilnehmende Klub hatte dabei eine Stimme. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 73,53 Prozent. In Niederbayern nahmen 398 von 489 Vereine an der Abstimmung teil, 61,56 Prozent stützten den BFV. In Oberbayern (859 Vereine, 651 Stimmen) waren es 73,53 Prozent. Aller Voraussicht nach wird der BFV-Vorstand an diesem Mittwochabend zusammenkommen und auch vor dem Hintergrund des Ergebnisses beraten.

"Unser großes Dankeschön geht an alle Vereine in ganz Bayern, die in solch überragender Mehrheit mit ihrer Stimmabgabe dazu beigetragen haben, dass dieses Meinungsbild auf einem ganz festen und breiten Fundament steht. Völlig losgelöst von dem, wie jeder Verein abgestimmt hat, lebt Demokratie vom Mitmachen – und unsere Vereine haben das auch in dieser für uns alle äußerst schwierigen Lage eindrucksvoll getan. Dafür Danke!", sagt BFV-Präsident Rainer Koch: "Die Entscheidung trifft jetzt natürlich der Vorstand als statuarisch rechtsverbindlich beschließendes Organ. Das steht ebenso außer Frage wie die Tatsache, dass wir uns nochmals sehr intensiv beraten werden. Die Zeit ist nicht einfach, weil wir wissen, dass sämtliche Lösungen im Umgang mit dieser Saison Nebenwirkungen mit sich bringen. Natürlich auch unser Weg. Wir sind aber nach wie vor davon überzeugt, dass das vorgeschlagene Modell unter Abwägung aller Fragen die bestmögliche Lösung darstellt."

Viel und ziemlich kontrovers wurde übers Wochenende bei den Fußballklubs diskutiert. Die einen positionierten sich klar für einen Abbruch der Saison, wie es zum Beispiel Nachbar Österreich gemacht hat. Auch bei einer Umfrage auf heimatsport.de, bei der bis jetzt mehr als 5200 User abgestimmt haben, ging der Trend klar zu einem vorzeitigen Ende (ca. 63 Prozent). Andere dagegen drängten vehement auf eine Fortsetzung, vor allem Teams, denen der Aufstieg winkt, sahen sich andernfalls um ihren Lohn gebracht. Einige Vereine drohten sogar mit Klage. Nicht zuletzt deshalb will der BFV einen Abbruch mit aller Macht verhindern. Das ganze Wochenende über informierten die Verbands-Verantwortlichen in zahlreichen Webinaren die Vereine über die aktuelle Lage und referierten über mögliche Konsequenzen eines vorzeitigen Saisonendes. Sie warben intensiv für ihren Vorschlag, die Saison zu Ende zu bringen – wann immer dies auch sein mag. Und das mit Erfolg.

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Am Montagnachmittag gab der BFV das Ergebnis der Umfrage bekannt. Die große Mehrheit der Vereine (68,3 Prozent) stützte dabei den Verband, sprach sich für eine Fortsetzung der Saison aus. "Wir wollen keine Geisterspiele und keine juristischen Streitigkeiten, sondern Entscheidungen auf dem Platz", hatte BFV-Boss Rainer Koch im Vorfeld mehrmals betont. "Nur so zerschießen wir nicht zwei Spielzeiten." Und: Mit dem eingeschlagenen Weg werde man dem Wunsch der Klubs nach Planungssicherheit gerecht, "gewährleistet gleichzeitig aber auch größtmögliche Flexibilität, bietet rechtliche Sicherheit in Bezug auf Haftungsfragen und trägt einem fairen Wettbewerb Rechnung".

Die Mehrheit der Vereine sah dies ähnlich, so dass ein Abbruch nun vom Tisch ist. Was bleibt sind freilich mehrere offene Fragen. Eine der wichtigsten: Was ist mit den Vereinswechseln? Verträge haben normalerweise eine Laufzeit bis zum 30. Juni. Dies wird allerdings nicht das einzige Problem sein, das in den nächsten Tagen ans Licht kommen wird ...

Pro und Kontra Fortführung der Saison ab 1. September

Das spricht dafür:
- Planungssicherheit
- Sportliche Entscheidungen werden auf dem Spielfeld getroffen
- Keine Streitigkeiten vor Gericht zwischen Vereinen
- Flexible Lösungen, falls wegen Pandemie nochmal unterbrochen wird
- Keine Folgesaison mit erhöhten Mannschaftszahlen
- Zumindest eine Saison wird sportliche beendet
- Zuschauereinnahmen fließen

Das spricht dagegen:
- Saisonfinale im Herbst
- Sommer traditionell viel Bewegung im Kader
- Neue Regularien müssen in Kraft gesetzt werden
- Vereinswechsel, Altersgruppen, Junioren/Juniorinnen
- Ungewissheit zum Ablauf Saison 20/21












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