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Zustimmung hier, Frust dort | 19.04.2020 | 08:00 Uhr

Ärger nach Saison-Abbruch in Österreich: Erste Vereine kündigen bereits Klagen an

von Andreas Lakota

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Viel Grund zum Jubeln hatte in dieser Saison die SV Ried, die mit acht Punkten Vorsprung die Tabelle der 2. Liga in Österreich anführt. Beim einem Saisonabbruch wäre der Traum vom Aufstieg geplatzt, Ried würde in diesem Falle eine Klage einreichen. −Foto: Lakota

Viel Grund zum Jubeln hatte in dieser Saison die SV Ried, die mit acht Punkten Vorsprung die Tabelle der 2. Liga in Österreich anführt. Beim einem Saisonabbruch wäre der Traum vom Aufstieg geplatzt, Ried würde in diesem Falle eine Klage einreichen. −Foto: Lakota

Viel Grund zum Jubeln hatte in dieser Saison die SV Ried, die mit acht Punkten Vorsprung die Tabelle der 2. Liga in Österreich anführt. Beim einem Saisonabbruch wäre der Traum vom Aufstieg geplatzt, Ried würde in diesem Falle eine Klage einreichen. −Foto: Lakota


Während der Bayerische Fußball Verband einen Saisonabbruch mit aller Macht verhindern will, hat man im Nachbarland bereits Gewissheit: Aus, Ende, vorbei – in Österreich wurden alle Wettbewerbe unterhalb der zweiten Liga beendet. Es gibt keine Auf- und keine Absteiger. Die Entscheidung des Österreichischen Fußball-Verbands stößt allerdings nicht nur auf Zustimmung. Im Gegenteil: Viele Vereine sehen sich benachteiligt, halten die Entscheidung für falsch − einige haben sogar bereits Klage angekündigt.

Der Abbruch bringt Gewinner und Verlierer: Zu letzteren zählt zum Beispiel Union Schardenberg. Der Verein, der nur wenige Kilometer vom Grenzübergang Passau Haibach entfernt liegt, hat in der 2. Klasse Westnord bisher alles gewonnen. 12 Spiele, 12 Siege gab es für das Team um den deutschen Trainer Thomas Stockinger (vorher u.a. Schöllnach, Aidenbach, Bad Griesbach, Aicha oder Windorf), der Aufstieg schien Formsache. Doch mit dem Abbruch ist auch der Traum des Absteigers von einer sofortigen Rückkehr in die nächst höhere Klasse geplatzt.

Anders sieht es bei Nachbar Freinberg aus. Dieser wird seit dem Winter von Holger Stemplinger (vorher u.a. Neukirchen v.W., Straßkirchen, Passau-West, Schmidham) gecoacht und lag mit gerade einmal zwei Punkten abgeschlagen am Tabellenende der 1. Klasse Nordwest − mit dem Abbruch sind die Freinberger nun auch alle Abstiegssorgen los.

Bei den Teams in den unteren Ligen wird die ÖFB-Entscheidung kontrovers diskutiert, an eine Klage denken hier freilich die wenigsten. Dies ändert sich, je höher die Vereine spielen, je mehr Geld also auf dem Spiel steht. Der ASV Siegendorf führt zum Beispiel die Tabelle der Burgenlandliga an – und will sich gegen einen Abbruch wehren, zumal ja 1. und 2. Liga weiterspielen sollen. "Der Beschluss war scheinbar nicht einstimmig, sondern ein Mehrheitsbeschluss. Wir werden definitiv juristisch dagegen vorgehen mir einstweiliger Verfügung und dem vollen Programm. Wenn es einen Abbruch gibt, dann muss das für alle gelten – ohne Ausnahmen", sagt Präsident Peter Krenmayr zur Burgenländer Volkszeitung (BVZ). Dafür soll ein eigenes Gutachten und auch ein "Misstrauensantrag gegen den Präsidenten des Burgenländischen Fußballverbandes Gerhard Milletich" folgen.

Extrem kritisch äußerte sich auch Harald Schneller, Obmann beim SV Großpetersdorf, souveräner Tabellenführer in der 1.Klasse Süd: "Diese Entscheidung ist eine Frechheit. Corona hin und her, aber das ist eine Entscheidung gegen den Sport, aber Hauptsache die Bundesliga spielt weiter, aber dort regiert ja das Geld. Ein Schlag ins Gesicht für den Amateurfußball und den Breitensport und definitiv die falsche Entscheidung."

ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer verteidigt derweil gegenüber dem Onlineportal 90minuten.at die Abbruch-Entscheidung: "Wir haben die derzeitige Lage nicht verschuldet, sondern versuchen alles, um diese gemäß den Bestimmungen bestmöglich zu lösen. Wir sind der Meinung, dass die getroffenen Entscheidungen rechtlich geboten waren. Weil wir objektiv und transparent vorgehen möchten, haben wir das entsprechende Rechtsgutachten veröffentlicht. Wenn jemand der Ansicht ist, dass wir rechtswidrig gehandelt haben, steht es ihm selbstverständlich frei, entsprechende Schritte zu unternehmen."

Nach dem Abbruch des Amateurspielbetriebs droht in Fußball-Österreich bereits der nächste Ärger: Während die Bundesliga am Wiederanpfiff bastelt, sieht es in der 2. Liga nämlich ziemlich düster aus. Zwar wurde das Saison-Aus noch nicht verkündet – doch das könnte schon kommende Woche passieren. Grund: Die Mehrheit der Vereine sieht in Geisterspielen keine Alternative. "Die Vereine hätten kaum Mehreinnahmen, aber die vollen Kosten. Das werden nicht viele aushalten, und wenn die Corona-Tests dazukommen, schon gar nicht", sagt Lustenau-Vorstand Bernd Bösch.

14 der 16 Zweitligavereine sehen die Situation offenbar ähnlich und sprechen sich laut österreichischen Medien für einen Abbruch aus. Ganz anders stellt sich freilich die Stimmungslage bei der SV Ried dar. Der Verein führt die Tabelle an, hat acht Punkte Vorsprung vor dem Zweiten und will unbedingt zurück in die 1. Liga. Ein Saisonabbruch würde das Aus für dieses Ziel bedeuten. Daher kündigte Ried-Boss Roland Daxl in der Kronen-Zeitung für den Fall eines vorzeitigen Saisonendes schon mal an: "Wir werden sicher klagen." Schlechte Aussichten also für den ÖFB: Bei Geisterspielen droht mehreren Klubs der Kollaps, bei Abbruch Klagen aus Ried.

Das Beispiel Österreich zeigt: Egal welche Entscheidung der Bayerische Fußball-Verband am Ende trifft, es wird Gewinner geben. Und Verlierer. Freude hier, Ärger dort. Und bei einem Abbruch sicher auch juristische Nachspiele ...

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