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BFV-Boss über die aktuelle Lage | 02.04.2020 | 12:25 Uhr

Geisterspiele im Amateurbereich: Kann die Saison nur ohne Zuschauer weitergespielt werden?

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Rainer Koch. −Foto: dpa

Rainer Koch. −Foto: dpa

Rainer Koch. −Foto: dpa


Kein Spiel, kein Training: Auch der bayerische Amateurfußball bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Wie geht es weiter, das ist die Frage, die derzeit alle beschäftigt.

Nachdem die Profiklubs am Dienstag ihre Pause bis Ende April verlängert haben und dann mit Geisterspielen fortfahren wollen, ist im Amateurbereich weiter unklar, was passiert. Saisonabbruch? Oder durchziehen? Wie aus verschiedenen Verbandsstellen durchgesickert ist, soll die Saison – auch im Jugendbereich – unbedingt zu Ende gebracht werden. Man habe schließlich bis zum Sommer Zeit. Ein Mittel zur Fortsetzung der Saison könnten auch Geisterspiele sein.

BFV-Boss Rainer Koch bringt diese Möglichkeit in einer aktuellen Videoansprache an die 4600 bayerischen Vereine ins Spiel – und es klingt fast so, als sei es die einzige Möglichkeit. "Im ersten Schritt müssen wir jetzt erst einmal gemeinsam mit Euch allen erörtern, ob wir Amateurfußballer überhaupt ohne Zuschauer spielen wollen und können", sagt Koch. "Sobald wir das unter uns geklärt haben, können wir uns mit der Frage beschäftigen, ab wann echter Ligabetrieb in den Frauen- und Männerligen wieder vorstellbar ist."

Wie der Präsident die Situation insgesamt beurteilt und welche Probleme es gibt – hier die wichtigsten Aussagen.

BFV-Präsident Rainer Koch über…

…die Wiederaufnahme des Spielbetriebs: Wir haben, wie bereits mehrfach kommuniziert, aktuell den Spielbetrieb bis auf weiteres ausgesetzt. Ganz wichtig ist mir zu betonen: Das ist nicht zwingend gleichbedeutend mit dem Ende der Saison 2019/20. Wir brauchen kurz-, mittel- und langfristig Klarheit. Die kann uns in dieser Minute niemand verschaffen – kein Arzt, keine Ärztin, kein Virologe, keine Virologin, kein Politiker und keine Politikerin. Wir müssen deshalb mit finalen Entscheidungen noch abwarten. Wir müssen einschätzen können, wann wieder trainiert werden kann. Wann wieder freiwilliger Spielbetrieb möglich ist und wann in den Ligen wieder Wettbewerbsfußball stattfinden kann. Das setzt nämlich voraus, dass ALLE Vereine wieder spielen wollen und auf all unseren Fußballplätzen auch wieder gespielt werden darf. Der BFV kann weder das eine noch das andere bestimmen. Im ersten Schritt müssen wir jetzt erst einmal gemeinsam mit Euch allen erörtern, ob wir Amateurfußballer überhaupt ohne Zuschauer spielen wollen und können. Amateurfußball ist in dieser Hinsicht völlig anders als Profifußball zu sehen. Sobald wir das unter uns geklärt haben, können wir uns mit der Frage beschäftigen, ab wann echter Ligabetrieb in den Frauen- und Männerligen wieder vorstellbar ist. Und erst dann können wir uns der Frage zuwenden, wie mit der Saison 2019/20 und der sich anschließenden Saison 2020/21 zu verfahren sein wird.

…die aktuelle Situation: Wir wissen, dass die Zeit schwer ist und sich alle von uns nach Normalität sehnen. Wieder ins Büro gehen, sich mit Freunden treffen, einkaufen ohne mulmiges Gefühl oder aber einfach nur wieder dem Ball hinterherjagen. Diese Sehnsüchte sind nachvollziehbar und menschlich. Jeder von uns kennt sie. Doch damit dürfen wir uns jetzt nicht beschäftigen. Wir dürfen den Fokus auf das Wesentliche, das wirklich Wichtige keinesfalls verlieren. Es geht jetzt einzig und alleine darum, weitere Todesfälle zu verhindern. Dafür müssen wir alle staatlichen Vorgaben auch aus Überzeugung umsetzen und dürfen nicht fahrlässig werden. Mit der Diskussion über eine verfrühte Rückkehr in die Normalität, die aktuell gerade zu beginnen scheint, wird uns das aber nicht gelingen. Auch wir Fußballer sind deshalb gut beraten, uns zurückzunehmen. Wir alle haben es selbst in der Hand, niemand von Euch möchte Freunde in dieser Krise verlieren. Denkt an Eure Eltern, an Opa und Oma, passt auf Euch auf, nehmen wir alle aufeinander Rücksicht!

…die Solidarität im Amateurfußball: Was unsere Fußballvereine, deren Mitglieder, Ihr alle in den vergangenen Tagen und Wochen vor Ort Großartiges geleistet habt, verdient größten Respekt und allerhöchste Anerkennung. Ihr alle seid echte Mutmacher! Ob als Einkaufshelfer für die Schwächeren unter uns, als Boten bei Behördengängen oder als Betreuer der Nachbarskinder, wenn die Eltern ihrem Job nachgehen müssen und Großartiges leisten: Als Krankenschwester, Pfleger oder Ärzte. Eure Angebote, die Angebote unserer Vereine sind großartig. Vielen Dank dafür!

…finanzielle Unterstützung durch die Politik: Diese Krise stellt auch unsere Vereine vor Herausforderungen, die existenziell sind. Unsere Devise sollte lauten: Wer jetzt hilft, dem wird später ebenfalls geholfen. Und ohne erhebliche staatliche und kommunale Hilfen werden auch unsere Sportvereine die Corona-Pandemie nicht überstehen können. Ihr könnt Euch gewiss sein, dass der Bayerische Fußball-Verband für Euch da ist und das an den entscheidenden Stellen in der Politik bereits jetzt verdeutlicht. Und wir werden das in Bayern gemeinsam mit den anderen Sportfachverbänden sowie dem Bayerischen Landessport-Verband und auf Bundesebene gemeinsam mit dem DFB und dem DOSB weiterhin mit aller Kraft tun. Denn dafür sind wir da!

…dringend notwenige Anpassungen in der Spielordnung: Vier Entscheidungen müssen jetzt sehr schnell getroffen werden:

1. Wir haben rechtliche Änderungen zur DFB-Spielordnung vorgeschlagen, soweit es etwa um das ursprünglich für den 30. Juni angesetzte Saisonende geht. Das Saisonende muss verlegt werden können, möglicherweise sogar sehr weit nach hinten geschoben werden können. Wir wollen hier maximale Entscheidungsspielräume bekommen.

2. Wir werden die Wechselperiode in unseren Statuten anpassen.

3. Wir werden die sportlichen Konsequenzen bei Insolvenzen aussetzen, wenn der Verein aufgrund von Corona zahlungsunfähig werden sollte.

4. Wir werden den maximalen Schutz unserer Vereine sichern, damit ein Spieler nicht ohne Zustimmung des Vereins wechseln kann, nur weil er pandemiebedingt sechs Monate kein Punktspiel absolviert hat.

"All das und noch viel mehr werden wir jetzt im Sinne unserer Vereine regeln", verspricht Koch. "Und zwar schnell."












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