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Die ersten bekannten Fälle aus der Region | 25.03.2020 | 10:00 Uhr

So kämpfen wir gegen Corona: Fußballer aus Untermitterdorf, Schöfweg und Erlbach berichten

von Felix Drexler,Franz Aichinger

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Neun Spieler des FC Untermitterdorf haben sich mit dem Coronavirus infiziert – die Genesung ist laut dem Vorsitzenden Gerhard Aulinger bei allen "relativ mild" verlaufen. −Foto: Thomas Gierl/Archiv

Neun Spieler des FC Untermitterdorf haben sich mit dem Coronavirus infiziert – die Genesung ist laut dem Vorsitzenden Gerhard Aulinger bei allen "relativ mild" verlaufen. −Foto: Thomas Gierl/Archiv

Neun Spieler des FC Untermitterdorf haben sich mit dem Coronavirus infiziert – die Genesung ist laut dem Vorsitzenden Gerhard Aulinger bei allen "relativ mild" verlaufen. −Foto: Thomas Gierl/Archiv


Während viele Menschen in diesen Tagen Angst vor einer Ansteckung haben, sind andere wiederum vom Coronavirus geheilt. So zum Beispiel die Fußballer des FC Untermitterdorf (Landkreis Regen), des SV Schöfweg (Landkreis Freyung-Grafenau) und des SV Erlbach (Landkreis Altötting), die zu den ersten bekannt gewordenen Erkrankungs-Fällen der Region zählen. Die beiden Mannschaften aus Niederbayern waren gemeinsam im Trainingslager in Bad Gögging (Landkreis Kelheim), wo sich einige Spieler mit dem Virus infizierten. Vom Team aus Oberbayern verbrachte ein Aktiver seinen Skiurlaub in Südtirol. Nach zwei Wochen in Quarantäne kehrt nun allmählich die Normalität zurück nach Untermitterdorf, Schöfweg und Erlbach. Ein Erfahrungsbericht:

FC Untermitterdorf"Wir sind heilfroh, dass es den Spielern den Umständen entsprechend wieder gut geht", sagt Gerhard Aulinger, Vorsitzender des Regener Kreisklassisten. Neun Untermitterdorfer Spieler haben sich mit dem neuartigen Virus infiziert, sind nun aber wieder auf dem Weg der Besserung. "Die Spieler waren im Rahmen des Trainingslagers auf einer größeren Party und haben sich da wohl angesteckt", berichtet Aulinger. Ein Spieler habe wenige Tage danach über Symptome geklagt. Als der Test positiv ausfiel, war die Überraschung groß im Bayerwalddorf. "Wir sind wie die Jungfrau zum Kinde zu Corona gekommen, schließlich hat es zu diesem Zeitpunkt noch keinen bestätigten Fall in Bad Gögging gegeben", sagt Aulinger, der sich in der Folge mit Anfeindungen aus allen Richtungen auseinandersetzen muss. "Uns wird vorgeworfen, das Virus in den Bayerischen Wald eingeschleppt zu haben. Dagegen wehre ich mich entschieden. Schließlich haben wir die Krankheit nicht erfunden."

Zumindest die 14-tägige Quarantäne-Zeit ist für die Untermitterdorfer nun allmählich vorbei. Neben den Erkrankten betrifft das auch die Spieler, deren Test negativ ausfiel und die bislang keine Symptome aufzeigen – aber als direkte Kontaktpersonen gelten. Laut Verein haben alle Betroffenen die Krankheit unbeschadet überstanden, Aulinger bezeichnet die einzelnen Verläufe insgesamt als "relativ mild". "Manche klagten über leichtes Fieber, bei anderen war der Geschmackssinn für einige Tage weg."

Überrascht zeigt sich der Vereinsvorsitzende dagegen von den verschiedenen Testverfahren der Behörden. "Mein Eindruck ist, dass die einzelnen Landkreise das Thema bislang sehr unterschiedlich handhaben." So seien die Kicker aus dem Regener Landkreis gemeinsam getestet worden – zum Teil in Anwesenheit von ungeschützten und unbeteiligten Personen. Ein Spieler aus dem Landkreis Freyung-Grafenau sei dagegen um halb zwei Uhr morgens aus dem Bett geklingelt worden. Vor der Haustür: Mitarbeiter des Gesundheitsamts, in Schutzausrüstung. Für einen Spieler aus dem Straubinger Landkreis habe die Anweisung gegolten: Erst wenn es Symptome gibt, müsse er sich testen lassen. Die Arbeit könne er nach der Zeit in der Quarantäne wieder aufnehmen.

"Die Verunsicherung ist groß", sagt Aulinger deshalb nicht ohne Grund. Andererseits nimmt er die zuständigen Behörden auch in Schutz. "Es gibt keinerlei Erfahrungswerte, dazu braucht es eben noch Zeit." Fest steht jedenfalls: An Fußball denkt in Untermitterdorf in diesen Tagen niemand. "Das wird wohl genauso werden wie beim Volleyball", vermutet Aulinger. "Die Saison wird annulliert und wenn es wieder geht, starten wir von vorne."

SV SchöfwegAuch die beiden mit dem Coronavirus erkrankten Spieler des SV Schöfweg haben die Lungenkrankheit offenbar unbeschadet überstanden, wie der Vorsitzende Edi Schönberger auf Nachfrage mitteilt. "Der eine erzählt, dass er sich alles andere als krank fühlt. Der andere berichtet von leichten Symptomen, aber nichts Schwerwiegendes." Nach der Zeit in der Isolation müssen sich die Erkrankten einem weiteren Test unterziehen. Erst, wenn dieser negativ ausfällt, dürfen sie sich wieder in Gesellschaft begeben. Schönberger erzählt, dass sich auch der SV Schöfweg mit Anfeindungen auseinandersetzen musste. "Von manchen Personen sind die Spieler persönlich enttäuscht", sagt der Vereinschef – und hofft nun, dass sich die Lage im Bayerwald wieder etwas normalisiert.

SV ErlbachAls einen der ersten Vereine der Landesliga Südost erwischte es den SV Erlbach. Ein Spieler des Klubs aus dem Landkreis Altötting zeigte kurz nach dem Skiurlaub in Südtirol erste Symptome der Corona-Erkrankung. Einige Tage später lag dann das positive Testergebnis vor. Weil der Erkrankte noch Kontakt zu Mannschaftskollegen und Verantwortlichen des SVE hatte, mussten sich auch diese einem Test unterziehen und sich in Quarantäne begeben. Die fünf Ergebnisse, die bislang vorliegen, sind allesamt negativ, drei weitere standen bis gestern Nachmittag noch aus. Dem erkrankten Spieler geht es mittlerweile besser. Er habe kein Fieber mehr, fühle sich aber noch ein wenig matt, zeigt sich Peter Lengdobler erleichtert. Von Anfeindungen, so der 1. Vorstand des SV Erlbach, könne er nicht berichten. Im Gegenteil: Der Verein habe in der letzten Zeit viel Zuspruch und Hilfe erfahren. "Wir setzen auf das Prinzip des Zusammenhalts und helfen so gut es geht zusammen", betont Lengdobler, der fordert: "Wir müssen den Egoismus abschalten."












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