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Teil 1 | 21.03.2020 | 15:02 Uhr

BFV-Boss Koch im Interview: Ultras sind sehr wichtig für den Fußball

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Reicht den Ultras die Hand – und ist für einen Dialog: Dr. Rainer Koch. −Foto: Thomas Jäger

Reicht den Ultras die Hand – und ist für einen Dialog: Dr. Rainer Koch. −Foto: Thomas Jäger

Reicht den Ultras die Hand – und ist für einen Dialog: Dr. Rainer Koch. −Foto: Thomas Jäger


Er streckt den Ultras die Hand entgegen, verteidigt aber das Vorgehen des Verbands gegen Auswüchse in den Stadien: Im Interview mit der Heimatzeitung spricht der bayerische Fußballchef und DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch über das schwierige Verhältnis zwischen Verband und Ultras, warum Futsal eine Verbands-Aufgabe ist und was für ihn E-Sports mit Carrera-Rennbahn zu tun hat. Das Gespräch mit Rainer Koch wurde vor der Aussetzung des Spielbetriebs in Folge der Corona-Krise geführt.

Ob es nach der immer weiter voranschreitenden Pandemie zu einem Saisonabbruch im bayerischen Fußball kommt, konnte der BFV-Boss am Freitag auf Nachfrage nicht sagen. Nach wie vor gelte, dass der Spielbetrieb bis auf weiteres ausgesetzt ist und eine Wiederaufnahme auch nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen erfolgen werde, um allen Vereinen in Bayern ausreichend Planungssicherheit zu geben. "Bis auf weiteres auch deshalb, weil auch unsere Regierung in dieser Krise nur von Tag zu Tag denkt", unterstreicht Koch, der aber auch klar zum Ausdruck bringt, "dass wir uns auch in den kommenden Tagen weiter intensiv mit allen Szenarien hinsichtlich des Spielbetriebs, aber auch mit den wirtschaftlichen Folgen für unsere Vereine auseinandersetzen."

Im ersten Teil des Interviews spricht Rainer Koch über Ultras und die jüngsten Vorfälle in den Fankurven mit Schmähplakaten gegen Dietmar Hopp. Am Sonntag bringen wir Teil 2 des Interviews. Dabei geht es um das Thema E-Sports.

Herr Koch, die jüngsten Vorfälle in den Fankurven mit Schmähplakaten gegen Dietmar Hopp, gegen den DFB und die DFL haben zuletzt deutlich wie schon lange nicht mehr gezeigt, wie belastet das Verhältnis zwischen Verband und einem Teil der Anhängerschaft ist. Wieso ist es so schwer, zu einem Miteinander zu kommen?
Rainer Koch:
Klar ist, dass Lösungen nur im Dialog zu Stande kommen können. Wir waren und sind immer zu einem Dialog bereit und führen diesen mit verschiedenen Fanorganisationen auch. Ich würde mir wünschen, dass wir alle wieder an einen Tisch bekommen. Das schließt insbesondere die Ultras mit ein. Was mir wichtig ist und gerne falsch transportiert wird: Es hieß, der Krach sei entstanden, weil der DFB angeblich die Kollektivstrafen wieder eingeführt hätte. Diese Behauptung ist unrichtig. Richtig ist, dass erste Ursache für die Konflikte war, dass beim Spiel Hoffenheim gegen Dortmund Herr Hopp erneut ins Fadenkreuz gestellt worden ist. Und Herr Hopp hat aus meiner Sicht völlig zu Recht als Person den Anspruch erhoben, dass er nicht mehr länger gewillt ist, im Fußballstadion etwas hinnehmen zu müssen, was an keiner anderen Stelle geduldet würde und strafbar ist. Mit Geldstrafen ließ sich das offenkundig nicht unterbinden.

Deshalb also der Ausschluss...
Koch:
Die Sportgerichtsbarkeit hat mit der Maßnahme nur das umgesetzt, was vor über zwei Jahren beschlossen worden und übrigens auch von Borussia Dortmund akzeptiert worden ist. Von einer Wiedereinführung der Kollektivstrafe kann also keine Rede sein. Und dabei muss es im Grundsatz auch bleiben. Worum geht es: Es soll sichergestellt werden, dass entsprechende Plakate draußen bleiben – das geht nur, wenn die Verursacher erst gar nicht ins Stadion kommen oder – viel besser und dafür werbe ich – wenn man sich darauf verständigt, dass solche Handlungen unterbleiben.

Sind die Fans, die so etwas machen, denn nicht ausfindig zu machen?
Koch:
Die Leute sind so gut wie nicht identifizierbar. Das muss man als Faktum einfach anerkennen. Sie sind vermummt, wechseln die Positionen, verstecken sich unter den Bannern und ziehen sich um. Man erwischt nur den einen oder anderen, der sich mal dumm anstellt, oder wenn ein irrsinnig kriminalistischer und damit für den Fußball unverhältnismäßiger Aufwand betrieben wird. Hinzu kommt, dass ganz viele Unbeteiligte direkt dabei stehen. Da geht keine Polizei rein, weil Tumulte entstehen würden und die Folgen nicht verhältnismäßig wären. Also: Als Verband kommen wir da nicht ran. Schön wäre, wenn die Unschuldigen, die drumherum stehen und Opfer von Kollektivstrafen sind, erkennen, dass sie Teil der Lösung sein müssen.

Wie geht’s jetzt weiter?
Koch:
Ultra-Fußball-Kultur ist für den deutschen Fußball sehr wichtig, Ultras stehen für viele positive Werte. Wir werden weiterhin versuchen, im Dialog zu bleiben und gemeinsam Lösungen zu finden. Voraussetzung für mich ist und bleibt, dass Recht und Ordnung auch in der Kurve Gültigkeit haben muss. Das sollte auch in Ultra-Kreisen konsensfähig sein und dann sollten sich auch Lösungen finden lassen.

Das Interview führten: Martin J. Freund und Alexander Augustin.












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