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12.12.2019 | 11:00 Uhr

Pöbeln, Flasche werfen, Handy zücken: Dafür sehen Trainer künftig die Rote Karte

von Alexander Augustin

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Premiere: Slaven Bilic, Trainer des englischen Zweitligisten West Bromwich Albion, flog als erster Profitrainer weltweit mit einer gelb-roten Karte vom Platz. −Foto: Wilson/PA Wire/dpa

Premiere: Slaven Bilic, Trainer des englischen Zweitligisten West Bromwich Albion, flog als erster Profitrainer weltweit mit einer gelb-roten Karte vom Platz. −Foto: Wilson/PA Wire/dpa

Premiere: Slaven Bilic, Trainer des englischen Zweitligisten West Bromwich Albion, flog als erster Profitrainer weltweit mit einer gelb-roten Karte vom Platz. −Foto: Wilson/PA Wire/dpa


Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat die Weichen für die Bestrafung von Trainern und Funktionären im Amateurfußball gestellt. Nach roten Karten werden Verantwortliche nun durch BFV-Sportgerichte gesperrt. Der Verband will dadurch Schiedsrichter stärker schützen.

Nein, ganz neu sind gelbe und rote Karten für Trainer und Funktionäre nicht. Seit Juli müssen Verantwortliche an der Seitenlinie ganz genau aufpassen, was sie sagen und tun. In der Bundesliga erwischte es etwa Ex-Mainz-Trainer Sandro Schwarz, der Gelb-Rot sah, weil er einmal zu oft seine Coaching-Zone verlassen hatte. Er wurde daraufhin gesperrt. Auch in Amateurligen kam die Regel bereits zur Anwendung – ohne sportrechtliche Handhabe allerdings. Martin Oslislo etwa, Trainer des Bezirksligisten Spvgg Osterhofen, sah im August die Rote Karte, weil er unangemessene Worte an den Linienrichter richtete. Sperren konnte ihn der Bayerische Fußball-Verband dafür nicht, Oslislo musste eine Geldstrafe zahlen.

Nun hat der BFV die Grundlage für die Umsetzung der modifizierten Fußballregeln des International Football Association Board (IFAB) geschaffen. Dafür wurde Paragraf 40, Absatz 3, Satz 1 in der Rechts- und Verfahrensordnung geändert. Bei unsportlichem Verhalten können die Schiedsrichter nun auch Trainer und Vereinsoffizielle in allen bayerischen Amateurklassen mit einer roten Karte vom Platz schicken (Innenraumverbot). Die BFV-Sportgerichtsbarkeit entscheidet dann über den Zeitraum der Sperre.

Niederbayerns SR-Obmann Fischer: "Gute Nachricht"
"Das ist gerade für junge Schiedsrichter eine gute Neuerung", sagt Robert Fischer, Schiedsrichter-Obmann in Niederbayern. "Es gab ja vorher schon die Möglichkeit, ein Innenraumverbot auszusprechen, aber eine Rote Karte hat natürlich eine stärkere Signalwirkung." Man müsse aber "mal schauen", ob sich das Verhalten mancher Trainer angesichts der drohenden Strafen ändere.

Ähnlich vorsichtig äußert sich Josef Heckner. Er ist Vorsitzender des BFV-Bezirks-Sportgerichts Niederbayern und glaubt nicht an eine unmittelbare Besserung des Tons: "Es gibt ja solche und solche. Mit vielen Trainern hat es ja auch bisher keine Probleme gegeben. Ob sich bei denjenigen, die schon auffällig waren, etwas ändert, werden die nächsten Monate zeigen." Eine Flut neuer Verfahren erwartet Heckner indes nicht.

Heimatsport.de zeigt Beispiele
Auch weil man von Schiedsrichter-Seite dazu angehalten sei, nicht mit Karten zu übertreiben, betont Obmann Fischer. "Wir setzen weiterhin auf präventive Kommunikation", heißt es in einer Handlungsempfehlung, die der Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss des BFV an alle Unparteiischen verschickt hat. Die Empfehlung liegt heimatsport.de vor. Darin werden auch konkrete Vergehen aufgelistet, die geahndet werden – ein Auszug:

Gelb gibt es für...
Eindeutiges / wiederholtes Verlassen der eigenen technischen Zone
Protestieren durch Worte oder Handlungen, einschließlich Werfen/Treten von Trinkflaschen oder anderen Gegenständen, sarkastisches Klatschen
Übermäßiges Fordern einer gelben oder roten Karte

Rot gibt es für...
Verzögerung der Spielfortsetzung durch das gegnerische Team (Ball wegspielen, Sperren des Balls, Behinderung eines Spielers)
Physisches oder aggressives Verhalten gegenüber Spielern, Offiziellen, Schiedsrichtern, Zuschauern oder anderen Personen (Ballkinder, Sicherheitspersonal)
Beleidigende Äußerungen oder Gesten
Absichtliches Werfen/Treten von Gegenständen auf das Spielfeld
Einsatz unzulässiger Elektro- und Kommunikationsgeräte.

Was halten Sie von Platzverweisen für Trainer und Verantwortliche? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an sport@pnp.de.












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