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13.07.2019 | 06:00 Uhr

"Ich will da keine Frau": Niederbayern-Schiri lehnt Aushilfs-Linienrichterin ab

von Sebastian Lippert

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Ein Linienricht-Er zeigt Foulspiel an. Bei einem Fußball-Testspiel in Niederbayern, das von nur einem offiziellen Unparteiischen geleitet wurde, war eine Frau als Aushilfs-Linienrichterin nicht erwünscht. Ein männlicher Zuschauer übernahm. −Symbolbild: StockSnap via pixabay

Ein Linienricht-Er zeigt Foulspiel an. Bei einem Fußball-Testspiel in Niederbayern, das von nur einem offiziellen Unparteiischen geleitet wurde, war eine Frau als Aushilfs-Linienrichterin nicht erwünscht. Ein männlicher Zuschauer übernahm. −Symbolbild: StockSnap via pixabay

Ein Linienricht-Er zeigt Foulspiel an. Bei einem Fußball-Testspiel in Niederbayern, das von nur einem offiziellen Unparteiischen geleitet wurde, war eine Frau als Aushilfs-Linienrichterin nicht erwünscht. Ein männlicher Zuschauer übernahm. −Symbolbild: StockSnap via pixabay


Fußball, ein Testspiel. Kurzfristig muss der Aushilfs-Linienrichter passen. Eine junge Frau nimmt die Fahne in die Hand und stellt sich an die Linie. Der Schiedsrichter bittet einen der Kapitäne zu sich, und sagt: "Ich will da keine Frau, sondern einen Mann."

Kätzchen, Schätzchen, Prinzessin – und nicht einfach sie und er. Obwohl die Deutschen seit Januar 100 Jahre Frauenwahlrecht feiern, kämpfen jene Frauen weiter um gleiche Wertschätzung. Besonders sichtbar wird das Denkmodell des Unterschieds zwischen Mann und Frau beim liebsten Volkssport der Deutschen: dem Fußball. Der Grundgedanke ist der: Eine Frau hat keine Ahnung vom Fußball. Warum? Na, weil sie eine Frau ist. Soll so gewesen sein, soll heute so sein, soll immer so sein. Im Kleinen zeigte sich das jüngst bei einem Testspiel in Niederbayern.

Die Partie läuft vor sich hin, endet mit 2:1. Für beide Mannschaften ist das Freundschaftsspiel der Auftakt in die Vorbereitung. Der eingeteilte Schiedsrichter, ein Mitglied der Gruppe Deggendorf, ist allein gekommen: Ohne Gespann zu pfeifen ist üblich für Duelle unterhalb der Kreisliga. Als Interims-Linienrichter helfen zwei B-Jugendliche: Als Aushilfs-Assistenten sind sie berechtigt, die Fahne zu heben, wenn der Ball ins Aus geht und anzuzeigen, welche Mannschaft nun Ballbesitz hat – mehr müssen sie nicht können. Im weiteren Verlauf macht sich einer der Burschen kurzfristig vom Acker. Ersatz wird gesucht. Eine Frau, bis zu diesem Zeitpunkt Zuschauerin, schnappt sich die Fahne und stellt sich an die Linie. Dann passiert’s.

"Der Schiri hat mich zu sich rangerufen und hat zu mir gesagt, dass die Frau ausgetauscht werden muss. Ohne Grund. Er will einfach, dass da ein Mann winkt und keine Frau, hat er gesagt. Ich glaube nicht, dass er groß darüber nachgedacht hat, er wollte halt lieber einen Mann", erzählt der Spielführer der Gastmannschaft und bestätigt damit den Vorfall. Die Frau, die muss weg. Tatsächlich gibt sie die Fahne ab. Ein Zuschau-Er übernimmt. Wortfetzen fliegen über den Platz, das Wort "Gleichberechtigung" fällt, erzählt ein anderer beteiligter Spieler. Dass die Frau selbst Fußballerin ist, dürfte dem Schiedsrichter nicht bekannt gewesen sein, es tut auch nichts zur Sache.

Der Vorfall spricht sich herum. Die Redaktion prüft die Vorwürfe, nimmt dann Kontakt zu drei verschiedenen Schiedsrichtern auf und stellt allen dieselbe Frage: Darf der das? Antwort: klares Foul. Das Regelwerk, die Schiri-Bibel, ist in dem Punkt deutlich. Es müsse sich lediglich um einen "geeigneten Sportkameraden" handeln. Die Person darf also weder parteiisch noch betrunken oder andersartig in ihrer Wahrnehmung beeinflusst sein. Eine geschlechterspezifische Unterscheidung ist mit den Regeln unvereinbar. Letztlich liege die Entscheidung beim Schiedsrichter, der diese auch nicht begründen müsse.

Am Donnerstag, es ist kurz nach Mittag, erreicht die Redaktion Robert Fischer am Telefon. Der Obmann der niederbayerischen Referees lauscht der Erzählung der Rechercheergebnisse, dann atmet er durch. Dann sagt er: "Das ist natürlich Käse. Eine Frau kann genauso viel von Fußball verstehen. Manche wahrscheinlich mehr als einige Männer. Wenn das wirklich so passiert ist, dann ist das traurig. Ich werde in jedem Fall eine Stellungnahme des Schiedsrichters einfordern", sagte Fischer gegenüber heimatsport.de.

Der Schiedsrichter selbst ließ über einen Kollegen aus derselben Gruppe mitteilen, den Vorfall nicht mehr präsent zu haben. Diese Sache mit der Frau, die habe er – wenn überhaupt – im Spaß gesagt. Erinnern könne er sich leider nicht mehr. Anders als der Kapitän, dem die Szene fast drei Wochen später noch bestens in Erinnerung ist – im Wortlaut. − sli












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