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Zahlen, Pläne, Lob und Kritik | 04.06.2019 | 06:00 Uhr

Das war die Relegation 2019 – Klassen-Einteilung so gut wie fix

von Jonas Kraus

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Sehr viele schöne Emotionen so wie hier in Gergweis bei den Fans des Kreisliga-Aufsteigers TSV Kößlarn hat Kreisspielleiter Wolfgang Heyne während der zweiwöchigen Relegation registriert. −Foto: Helmut Müller

Sehr viele schöne Emotionen so wie hier in Gergweis bei den Fans des Kreisliga-Aufsteigers TSV Kößlarn hat Kreisspielleiter Wolfgang Heyne während der zweiwöchigen Relegation registriert. −Foto: Helmut Müller

Sehr viele schöne Emotionen so wie hier in Gergweis bei den Fans des Kreisliga-Aufsteigers TSV Kößlarn hat Kreisspielleiter Wolfgang Heyne während der zweiwöchigen Relegation registriert. −Foto: Helmut Müller


Die Relegation im Kreis Niederbayern ist Geschichte und wieder einmal waren die Entscheidungsspiele um den Auf- und Abstieg ein Zuschauermagnet. Alleine zu den Partien um den Aufstieg in die Kreisliga und in die Kreisklasse kamen im Fußballkreis Niederbayern Ost stolze 16100 Fans, durchschnittlich besuchten also 805 Zuschauer jedes Spiel. Noch größer war das Interesse an der Bezirksliga-Relegation. Die sieben Duelle wollten 6388 Fans live mitverfolgen (Schnitt 913). Zwischenfälle gab es dabei keine, sowohl Fans als auch die Verantwortlichen verhielten sich überwiegend vorbildlich. Entsprechend positiv fällt das Fazit von Wolfgang Heyne, Kreisspielleiter Niederbayern Ost, aus, der mit dem Verlauf der Relegationsspiele "sehr zufrieden" war.

Zuschauer-Interesse: Besonders das erneut hohe Fanaufkommen freut den BFV-Funktionär. "Das Interesse war wieder mal riesig." Anders als in den vergangenen Jahren wurde dieses Mal auch nicht gezündelt, was für Heyne ein deutliches Signal ist. "Man kann auch ohne Pyrotechnik feiern." So sei viel mehr Platz gewesen für "schöne Emotionen". Auch von den Vereinen sei positives Feedback gekommen, freut sich Heyne. Selbst wenn mal ein Verein eine längere Anreise als der Gegner hatte, sei nicht lamentiert oder gemeckert worden. Die Fans kamen trotzdem.

Niveau der Spiele: Immer wieder wurden Beschwerden über das angeblich niedrige Niveau der Spiele laut, auch bei heimatsport.de trudelten Kommentare ein, in denen sich die Zuschauer mehr Spielkultur gewünscht hätten. Mit dieser Kritik kann Heyne wenig anfangen. "Es waren nicht immer fußballerische Schmankerl", gibt er zu, "aber man muss auch die Situation beachten." In einem einzigen Spiel stehe für einen Verein plötzlich die ganze Saison auf dem Spiel, mit einer solchen Herausforderung würden Hobbysportler ansonsten selten konfrontiert. Außerdem seien es die wenigsten Amateurkicker gewohnt, vor einer Kulisse von mehreren hundert Fans zu spielen. "Das macht zusätzlich nervös." Heynes Fazit fällt deshalb maximal diplomatisch aus: "Es waren schöne Spiele, die oft von der Spannung gelebt haben."

Kritik an der Länge: Immer wieder wurde von verschiedenen Seiten kritisiert, dass die Relegation viel zu lang sei und die Teams zu viele Spiele brauchten, bis endlich klar ist, in welcher Klasse sie im nächsten Jahr an den Start gehen. Heyne weist auch das entschieden zurück: "Bei den allermeisten Teams stand nach zwei Spielen alles fest", sagt er. Die Relegation sei in den alten Kreisen nicht weniger strapaziös gewesen und habe genauso lange gedauert. Nur wenige Teams mussten dreimal ran, etwa am vergangenen Sonntag der TSV Frauenau und der FC Handlab-Iggensbach, die den letzten Platz in der Kreisliga ausspielten. Dieser war aber ohnehin nur aufgrund des freiwilligen Rückzugs der Spvgg Mariaposching freigeworden, die beiden Konkurrenten hatten also einmal mehr als üblich die Chance auf den Aufstieg. Am härtesten hätte es die SG Bogen II/Oberalteich und Hinterschmiding getroffen, die eigentlich sogar viermal rangemusst hätten, aber durch den Aufstieg des TV Aiglsbach in die Landesliga dann am Sonntag doch nicht mehr spielen mussten und nach drei Partien (zwei Siege, eine Pleite) als Kreisklassenaufsteiger feststanden.

Die Ansetzung des im Nachhinein irrelevanten Spiels Altdorf-Schöfweg: Ebenfalls dreimal mussten der DJK SV Altdorf und SV Schöfweg ran. Im dritten Spiel duellierten sich die beiden Teams am vergangenen Mittwoch vor der Minuskulisse von 276 Zuschauern in Straubing. Diese Partie stellte sich im Nachhinein als sportlich irrelevant heraus, beide Mannschaft lösten das Bezirksliga-Ticket, weil der TV Aiglsbach am Samstag in die Landesliga aufstieg. Heyne verteidigt die frühe Ansetzung des Duells dennoch, es sei schließlich nicht sicher gewesen, ob Aiglsbach den Aufstieg auch wirklich packt. Wäre Aiglsbach in der Bezirksliga geblieben, wäre nur ein Platz freigewesen, den dann Altdorf gekriegt hätte. Davon, das Spiel erst nach dem Rückspiel von Aiglsbach und Freilassing auszutragen, hält Heyne nichts. "Hätten wir das Aiglsbach-Spiel abgewartet, hätte die Relegation länger gedauert", sagt er. Das habe man vermeiden wollen.

Die Organisation der Vereine: Viel Lob gibt es von Heyne für die Vereine und deren Verantwortliche, die die Spiele "hervorragend organisiert" hätten. An allen Spielorten standen zahlreiche freiwillige Helfer bereit, die einen reibungslosen Ablauf der Duelle garantierten. Besonders hebt der Kreisspielleiter die gute Zusammenarbeit zwischen dem SV Riedlhütte und dem SV Auerbach hervor. Durch den Aufstieg des TV Aiglsbach bekam nämlich Riedlhütte kurzfristig das Duell zwischen Frauenau und Handlab. In Auerbach wurde dagegen kurzfristig kein Spiel ausgetragen, da das Relegationsduell zwischen Hinterschmiding und BogenII/Oberalteich nicht mehr nötig war. Die Vereine arbeiteten aufgrund dieser verzwickten Lage eng zusammen und griffen sich bei der Planung und Organisation unter die Arme. So kam es, dass am Sonntag in Riedlhütte Verantwortliche des SV Auerbach um den Platz gingen und den Ausrichterverein beim Verkauf von Getränken und Wurstsemmeln unterstütze. "Das ist nicht selbstverständlich", weiß Heyne, der sich sicher ist, dass die Verantwortlichen des SV Riedlhütte auch in Auerbach kräftig mitangepackt hätten.

Die neuen Spielklassen: Da nun feststeht, wer in welcher Klasse an den Start geht, ist auch die Einteilung der neuen Ligen in vollem Gange. Die Kreisligen stehen größtenteils fest, auch in den unteren Klassen sind die meisten Klubs verteilt. Noch aber ist das Meldefenster des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) bis 8. Juni geöffnet, erst dann ist endgültig sicher, wie viele Mannschaften in der kommenden Saison um Punkte kämpfen. Dementsprechend könne auch dann erst die finale Ligeneinteilung bekanntgegeben werden, so Heyne.
Alle Berichte und Bilder zur diesjährigen Relegation finden Sie auf unserer Sonderseite, einen großen Überblick über Spiele, Torschützen und Zuschauer gibt’s hier.












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