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"Wir werden die Situation meistern"  |  23.06.2022  |  08:00 Uhr

Ohne Profis, ohne Stadion: Türkgücüs schwieriger Neustart in der Regionalliga

von Korbinian Huber

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Alle Spieler der vergangenen Saison haben Türkgücü den Rücken gekehrt. Mit komplett neuem Amateur-Kader, neuem Trainer und ohne Stadion will das Team nun den Klassenerhalt schaffen. −Foto: dpa

Alle Spieler der vergangenen Saison haben Türkgücü den Rücken gekehrt. Mit komplett neuem Amateur-Kader, neuem Trainer und ohne Stadion will das Team nun den Klassenerhalt schaffen. −Foto: dpa

Alle Spieler der vergangenen Saison haben Türkgücü den Rücken gekehrt. Mit komplett neuem Amateur-Kader, neuem Trainer und ohne Stadion will das Team nun den Klassenerhalt schaffen. −Foto: dpa


Kaum ein anderer hat die Ambitionen von Türkgücü München derart verkörpert wie Investor und Präsident Hasan Kivran.

Er wollte den Verein in die zweite Bundesliga führen, gar die Münchner Löwen als zweiten Klub in der Landeshauptstadt nach den Bayern ablösen. Doch mit dem Ausstieg des Funktionärs und Geldgebers nahm das Drama abseits des Fußballplatzes seinen Lauf. Der Klub stürzte über Hasan Kivran – den Mann, der bei Türkgücü alle Zügel in der Hand hielt: Ende Januar meldete die Profiabteilung die Insolvenz an, darauf folgte der Abzug von elf Punkten, der Abbruch des Spielbetriebs in der 3. Liga und schließlich der Zwangsabstieg. Vielen Spielern blieb nur der Weg zum Arbeitsamt, sie fanden sich auf der Gläubigerliste der Fußball GmbH wieder.

Nun will Türkgücü – offiziell wieder als eingetragener Verein – in der Regionalliga Bayern Fuß fassen: mit neuer Spielstätte, ohne überbezahlte Profispieler und mit einem eigenen Nachwuchsleistungszentrum (NLZ).

Keine einfache Aufgabe für Kivran-Nachfolger Taskin Akkay, den neuen ersten Vorsitzenden von Türkgücü München. Denn es fehlt an allem. Die komplette Mannschaft der vergangenen Saison hat dem Verein den Rücken gekehrt. Mit einem neuen Kader, der ausschließlich aus Amateuren besteht, einem neuen Trainer – Alper Kayabunar – und ohne heimisches Stadion will sich Türkgücü in der Regionalliga behaupten. "Das wird eine große Herausforderung", sagt Akkay.

Zumindest in einem Punkt kann der Vorsitzende einen kleinen Erfolg vermelden: die Stadionfrage scheint geklärt. Insgesamt zwölf Spiele inklusive aller Risikobegegnungen könne Türkgücü im Grünwalder Stadion austragen. Weil der Platz jedoch auch von 1860 München und dem FC Bayern II genutzt wird, weicht Türkgücü für die übrigen Heimspiele voraussichtlich ins Stadion des SC Fürstenfeldbruck aus.

Derzeit würden noch einige Unterlagen fehlen, doch "wir gehen davon aus, dass es klappt", sagt Akkay auf Anfrage unserer Zeitung. Die Zusagen der wesentlichen Akteure würden dem Verein jedenfalls vorliegen. Und sie kommen nicht zu früh: Denn die Frist für die endgültige Klärung der Stadionfrage wäre im Normalfall am Dienstag, 21. Juni, abgelaufen. Wegen Corona, Personalmangel in den Behörden und einiger anderer bürokratischer Schwierigkeiten hat der Bayerische Fußballverband (BFV) die Frist für alle Regionalligisten jedoch bis zum 5. Juli verlängert, sagt Josef Janker, Spielleiter der Regionalliga Bayern.

Er ist unter anderem für die Erstellung des Spielplans zuständig und muss die Sicherheit der Spiele gewährleisten. Vorwürfen wie denen von Haching-Präsident Manfred Schwabl, der durch den Viertligastart Türkgücüs gar den Fairplay-Gedanken verletzt sieht, begegnet er entspannt. Laut Reglement habe der erste Absteiger der dritten Liga das Recht, in der Regionalliga anzutreten. Außerdem habe er mit Türkgücü in der Vergangenheit vor ihrem Aufstieg in den Profibereich keine Probleme gehabt, so Janker.

Dass Türkgücü in einem Kreisligastadion wie dem in Fürstenfeldbruck überhaupt Platz findet, liegt auch an der vergleichsweise kleinen Fangemeinde. Noch so eine Herausforderung, an der Vorsitzender Akkay ansetzen möchte. Mittelfristig will das langjährige Vereinsmitglied wieder mehr Zuschauer aus dem Münchner Umfeld zu den Spielen locken. Er wolle den Regionalliga-Durchschnitt erreichen, so Akkay.

Dazu soll mittelfristig eine eigene Heimstätte her. Zwar gebe es derzeit noch nichts Konkretes zu vermelden, doch der Verein befinde sich bereits in Standortgesprächen mit der Stadt München. Es seien mehrere potenzielle Spielorte im Gespräch. Die neue Heimat für Türkgücü München solle dann auch das aktuelle Infrastrukturproblem lösen. Mit einer neuen Spielstätte will Akkay die Nachwuchsausbildung fördern und so die Mannschaft fit für die Zukunft machen.

Ob das gelingt, wird wohl auch von der Leistung der aktuellen Mannschaft in der Regionalliga abhängen. Ziel sei der Klassenerhalt. Dazu hat Trainer Kayabunar einen Kader mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zur Verfügung, darunter viele Spieler, die frisch aus der U19 kommen. Die Mannschaft müsse nun zusammenwachsen. "Das wird schwierig und hart", doch Akkay ist zuversichtlich: "Wir werden die Situation meistern." Am 15. Juli startet Türkgücü in Heimstetten in die neue Regionalligasaison.












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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Bayreuth
38
103:39
93
2.
Bayern München II
38
113:50
86
3.
Burghausen
38
84:54
64
4.
Unterhaching
38
73:59
64
5.
Schweinfurt
38
96:56
62
6.
Aubstadt
38
74:43
61
7.
Illertissen
38
57:45
59
8.
Aschaffenburg
38
54:53
51
9.
FC Augsburg II
38
68:70
50
10.
Eichstätt
38
49:62
50
11.
1.FC Nürnberg II
38
55:56
49
12.
Buchbach
38
50:46
48
13.
Pipinsried
38
52:72
48
14.
Heimstetten
38
56:68
47
15.
Rain
38
43:66
45
16.
Eltersdorf
38
55:84
41
17.
Greuther Fürth II
38
50:67
40
18.
Memmingen
38
44:72
38
19.
SV Schalding
38
34:85
29
20.
1860 Rosenheim
38
39:102
27




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