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06.12.2019  |  08:00 Uhr

2. Liga im Visier, Probelauf im Grünwalder Stadion: Türkgücü voller Tatendrang ins neue Jahr

von Patrick Stäbler

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Hat gut lachen: Trainer Rainer Mauer (rechts) führt mit Türkgücü souverän die Tabelle in der Regionalliga Bayern an. −Foto: Stäbler

Hat gut lachen: Trainer Rainer Mauer (rechts) führt mit Türkgücü souverän die Tabelle in der Regionalliga Bayern an. −Foto: Stäbler

Hat gut lachen: Trainer Rainer Mauer (rechts) führt mit Türkgücü souverän die Tabelle in der Regionalliga Bayern an. −Foto: Stäbler


Wer dem derzeit wohl spannendsten Projekt im deutschen Fußball einen Besuch abstatten will, der muss – dem Vereinsnamen zum Trotz – die Stadtgrenzen von München hinter sich lassen. Auf dem Autobahnring geht’s in den Vorort Kirchheim und dort an zwei Äckern vorbei, ehe der Sportpark Heimstetten auftaucht – die aktuelle Heimat von Türkgücü München.

Nach zwei Aufstiegen in Serie steht der Klub in der Regionalliga Bayern schon wieder ganz vorne und schickt sich an, als erster Migrantenverein überhaupt in den Profi-Fußball vorzustoßen. Und damit nicht genug: Bis 2023 soll Türkgücü in die 2. Bundesliga, so hat es Präsident und Geldgeber Hasan Kivran angekündigt. Dann könnten die Gegner Hamburger SV und VfB Stuttgart heißen – zuletzt aber ging es gegen den TSV Buchbach. In Heimstetten, weil in München bloß das Grünwalder Stadion regionalligatauglich ist, derzeit Heimat der Drittligisten TSV 1860 München und FC Bayern München II.

Den Weg hinaus ins Umland haben am letzten Spieltag des Jahres gut 550 Zuschauer auf sich genommen. An den Banden hängen Türkei-Fahnen, auf den Rängen skandiert ein Grüppchen "Türkgücü! Türkgücü!", was übersetzt "Türkische Kraft" bedeutet. Dieser Schlachtruf war schon vor 30 Jahren in München zu hören, mitunter aus Tausenden Kehlen, wenn der SV Türk Gücü gegen die Sechziger antrat. Trainer Peter Grosser – einer der Meister-Löwen von 1966 – hatte den Migrantenverein in die drittklassige Bayernliga geführt. Kicker wie Bernhard Winkler und der spätere Nationalspieler Cacau trugen seinerzeit das Türk-Gücü-Trikot. Doch Ende der 1990er-Jahre begann der Niedergang, 2001 meldete der Verein Insolvenz an und löste sich auf.

So weit die Geschichte des SV Türk Gücü, dem 15 Jahre später ein Mann neues Leben einhauchte, der einst selbst für den Klub gespielt hat: Kivran. Der Geschäftsführer einer Leasingfirma wurde 2016 Präsident bei einem der Nachfolger von Türk Gücü. Kivran pumpte viel Geld in den SV Türkgücü-Ataspor München, wie der Klub damals hieß. Aus einem abstiegsbedrohten Sechstligisten wurde binnen kurzer Zeit ein Klub, der an die Tür zum Profi-Fußball klopfte – wobei der Kader in jeder Saisonpause fast komplett ausgewechselt wurde.

Auch gegen Buchbach stehen bis auf Kapitän Yasin Yilmaz nur Spieler in der Startelf, die erst im Sommer gekommen sind. Insgesamt 22 Neuzugänge hat Türkgücü geholt – darunter einige gestandene Drittliga-Profis, vornehmlich aber Talente aus Bayern – wie beispielsweise der ehemalige Ingolstädter Patrick Hasenhüttl. Spieler, "denen wir den Sprung in den Profi-Fußball zutrauen", sagt Robert Hettich. In der Winterpause wurde nun auch noch der frühere türkische Nationalspieler Sercan Sararer verpflichtet.

Der Sportdirektor ist seit einem Jahr im Verein und hat den Kader zusammengestellt – gemeinsam mit Reiner Maurer, der im Sommer als Trainer kam. Beide haben eine Vergangenheit bei den Löwen, genauso wie einige Spieler und Torwarttrainer Michael Hofmann. Nun also wollen sie mit Türkgücü zur Nummer zwei in München aufsteigen und ihren Ex-Klub hinter sich lassen – auch wenn Hettich betont: "Was die anderen Vereine machen, verfolgen wir mit Interesse. Für unsere Ziele und Visionen ist das aber zweitrangig."

Wobei das bei der Stadionfrage nicht ganz zutrifft – denn hier müssen sich alle Münchner Klubs abstimmen. Im neuen Jahr wird Türkgücü die restlichen fünf Heimspiele im Grünwalder Stadion austragen. Wie groß der Andrang wird? Das dürfte vor allem davon abhängen, ob der Verein die türkische Gemeinschaft in München mobilisieren kann. "Perspektivisch ist es sicher wichtig für die Zuschauer, dass wir den einen oder anderen türkischstämmigen Spieler haben", sagt Hettich. Und als es im Sommer um die Frage nach dem Vereinsnamen ging, habe er sich klar für Türkgücü ausgesprochen: "Dieser Name ist auch über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannt", findet Hettich. Im Prinzip haben wir in ganz Deutschland Fanpotenzial."

Als der Klub etwa jüngst in Aschaffenburg spielte, seien fast 500 türkischstämmige Zuschauer aus dem nahen Frankfurt gekommen, berichtet der Sportdirektor. Nun sei man gespannt, wie viele Menschen ins Grünwalder Stadion kommen werden. "Für uns sind die fünf Rückrundenspiele eine Art Probelauf", sagt Hettich. Denn nach einem Aufstieg wäre der Sportpark Heimstetten zu klein für die 3. Liga – und für Türkgücüs Ambitionen.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst muss der Klub die Meisterschaft holen – woran freilich kaum mehr jemand zweifelt. Auch gegen Buchbach ist der Klub zumindest nach der Pause um eine Klasse besser und gewinnt mit 4:1. Damit geht Türkgücü als Tabellenführer in die Winterpause – bereits acht Punkte vor dem Verfolger 1. FC Schweinfurt.












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Dokumenten Information
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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Schweinfurt
22
48:27
44
2.
Nürnberg II
22
51:25
43
3.
Bayreuth
22
48:27
40
4.
Aschaffenburg
21
44:25
38
5.
Greuther Fürth II
22
29:23
35
6.
Eichstätt
22
40:23
34
7.
Aubstadt
21
36:31
33
8.
Buchbach
21
26:26
31
9.
FC Augsburg II
21
35:30
28
10.
Burghausen
22
27:31
26
11.
Illertissen
22
33:46
25
12.
Rain/Lech
21
24:38
24
13.
Heimstetten
22
37:48
23
14.
SV Schalding
20
26:42
23
15.
1860 Rosenheim
22
28:52
21
16.
Memmingen
20
17:28
19
17.
Garching
19
20:47
13




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