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16.08.2019  |  06:00 Uhr

Schalding-Gegner Schweinfurt: Nur der Aufstieg zählt – Woher der Name "Schnüdel" kommt

von Jonas Kraus

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Bereit für den Aufstieg? Auch auf die Tore von Routinier Adam Jabiri wird es ankommen, ob Schweinfurt endlich der große Coup gelingt. Bisher hat der 35-Jährige fünfmal getroffen. −Foto: Lakota

Bereit für den Aufstieg? Auch auf die Tore von Routinier Adam Jabiri wird es ankommen, ob Schweinfurt endlich der große Coup gelingt. Bisher hat der 35-Jährige fünfmal getroffen. −Foto: Lakota

Bereit für den Aufstieg? Auch auf die Tore von Routinier Adam Jabiri wird es ankommen, ob Schweinfurt endlich der große Coup gelingt. Bisher hat der 35-Jährige fünfmal getroffen. −Foto: Lakota


Derzeit steht der FC Schweinfurt auf Rang drei der Regionalliga-Tabelle. Ein gutes Zwischenergebnis – keine Frage. Aber auch sicher nicht der Platz, den die "Schnüdel" am Ende der Saison gerne einnehmen würden. Denn drei Jahre nach der Umstellung auf Profitum soll endlich der Aufstieg her, wie Sportchef Björn Schlicke vor Saisonstart unmissverständlich klarstellte. "Die Meisterschaft ist das Ziel." Alles andere als ein Sieg am Freitag beim SV Schalding (18.30 Uhr) wäre daher auch eine Enttäuschung.

Der Verein aus der 54000-Einwohnerstadt will endlich wieder an seine großen sportlichen Erfolge anschließen – die allerdings schon mehr als ein gutes Weilchen zurückliegen. 2001 gelang noch einmal der Sprung in die eingleisige 2. Liga, nach einem Jahr war aber bereits wieder Schluss. Mittlerweile geht Schweinfurt in seine siebte Saison in der der Regionalliga Bayern – ebenso viele hat der SV Schalding auf dem Buckel.

Da aber ist bereits Schluss mit den Parallelen zwischen den Unterfranken und den Niederbayern. Denn während die Schaldinger jedes Jahr mit einem Mini-Etat um den Klassenerhalt kämpfen, hat Schweinfurt mittlerweile andere Ziele. Präsident und Möbelunternehmer Markus Wolf will mit aller Macht nach oben. "Mittelfristig die dritte Liga", nennt er als Ziel. Und weiter: "Wenn man sich da mal befindet, muss man auch den Weg nach oben suchen. Regensburg und Würzburg haben das vorgemacht."

Seine Spieler konnten die Träume des Bosses noch nicht realisieren. Seit die "Schnüdel" vor drei Jahren auf Profitum umgestellt haben, wurde Schweinfurt einmal Neunter, einmal Dritter und belegte in der vergangenen Saison Platz vier. Heuer soll der große Coup her. Und die Chancen stehen gut, denn anders als in den Vorjahren scheint es dieses Mal keine dominierende Mannschaft wie 1860 oder Bayern II zu geben.

Alleine an den finanziellen Möglichkeiten gemessen wäre davon auszugehen, dass sich die Meisterschaft zwischen Schweinfurt und dem hochgerüsteten Aufsteiger Türkgücü München entscheidet. Allerdings: Bisher steht überraschend die Zweitliga-Reserve von Greuther Fürth (letzte Saison Platz 14) in der Tabelle ganz oben, auf Platz zwei folgt deren fränkischer Konkurrent Nürnberg II, während hinter dem Vierten Türkgücü mit Aufsteiger Aubstadt DAS Überraschungsteam der Saison rangiert.

Allgemein ist die Regionalliga offen wie lange nicht mehr, das musste auch Schweinfurt schon erfahren. Erst am Wochenende tat sich das Team um Torjäger Adam Jabiri (35), der fünf seiner insgesamt 67 Regionalliga-Tore in dieser Saison erzielt hat, beim mühsamen 3:2-Sieg gegen den Letzten Heimstetten wieder extrem schwer. Eine Erkenntnis, die dem SV Schalding ebenso Mut machen dürfte wie ein Blick auf die bis dato einzige Saisonpleite der "Schnüdel". Diese handelten sich die Profis überraschend beim 1:3 in Rain ein, wo der SVS seinerseits am vergangenen Samstag 3:1 gewann. Nicht zuletzt diese Ergebnisse sprechen für Hochspannung in der Regionalliga – im Titel- und im Abstiegskampf.

Warum die "Schnüdel" "Schnüdel" heißen Wenn von den "Schnüdel" die Rede ist, wissen die meisten Fußballfans sofort, wer gemeint ist: Natürlich der 1. FC Schweinfurt. Warum aber reisen die Schweinfurter Kicker ausgerechnet mit diesem ungewöhnlichen Spitznamen durch Fußball-Bayern?

Um das zu verstehen, muss man in der Fußballgeschichte einige Jahre zurückgehen, mindestens bis in die Urgroßeltern-Generation der heutigen Schweinfurter Spieler – und landet dort bei Fritz Stöcklein, einem Schweinfurter, der 1920 den Fußballsport maßgeblich revolutioniert hat.

Als der neue Sport nämlich Ende des 19. Jahrhunderts von England nach Festland-Europa rüberschwappte, spielten die Kicker noch nicht wie heute mit ultraleichten Kunststoff-Bällen, deren knallbuntes Aussehen manchen traditionsbewussten Fußballfan mitunter erzürnt. Stattdessen traten die Fußballer gegen schwere Lederbälle, die damals an einer Stelle hart verschnürt waren, damit die Luft nicht entweichen konnte. Während diese Stelle im größten Teils Deutschlands "Zipfel" genannt wurde, hatten die Unterfranken ein eigenes Wort: Schnüdel. Wer (das nicht immer ganz kugelförmige) Leder an dieser Stelle traf, konnte sich unschöne Verletzungen zuziehen, lädierte Füße beim Versuch eines Vollspann-Schusses gehörten zur Tagesordnung.

Dem setzte der Schweinfurter Sprenglermeister Fritz Stöcklein, selbst passionierter Fußballer, ein Ende. Mit einem aus Messing-Blech gebastelten Ventil, das an den unter dem Leder liegenden Gumiball geschraubt wurde, macht er die Verschnürung überflüssig. Stöcklein machte dem Schnüdel also den Garaus – und gab so den Schweinfurter Kickern ihren Namen.












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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Greuther Fürth II
7
13:3
19
2.
Schweinfurt
7
15:8
16
3.
Türkgücü München
7
15:9
15
4.
Nürnberg II
7
15:9
14
5.
Bayreuth
7
16:13
11
6.
Buchbach
7
9:10
11
7.
Eichstätt
6
16:4
10
8.
Aubstadt
7
14:11
10
9.
Burghausen
7
11:8
10
10.
Aschaffenburg
7
11:11
10
11.
1860 Rosenheim
7
12:19
9
12.
FC Augsburg II
7
11:14
8
13.
Illertissen
7
12:19
7
14.
Heimstetten
6
12:12
6
15.
Rain/Lech
7
5:11
6
16.
SV Schalding
7
9:19
6
17.
Garching
7
8:18
6
18.
Memmingen
7
6:12
4




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