Auftakt gegen Ansbach

Türkgücü kann doch kein Stadion stellen: Wacker Burghausen legt jetzt mit drei Heimspielen los

16.07.2022 | Stand 18.07.2022, 8:47 Uhr
Michael Buchholz

Burghausens Neuzugänge Viktor Miftaraj (Foto, rechts) und Yannick Scholz sollen in der neu formierten Innenverteidigung die Ansbacher in der heutigen Heimpartie vom Tor fernhalten. −Foto: Butzhammer

Von Michael Buchholz

Mit drei Heimspielen in Folge startet der SV Wacker Burghausen in die neue Spielzeit der Fußball-Regionalliga Bayern. „Ich freue mich sehr auf den Start, wobei man ja beim ersten Spiel nie genau weiß, was passiert“, sagt der neue SVW-Trainer Hannes Sigurdsson vor der Auftaktpartie am Samstag um 14 Uhr gegen den Aufsteiger SpVgg Ansbach.

„Das ist eine gute Herrenmannschaft, die sehr souverän aufgestiegen ist und sehr diszipliniert spielt. Ansbach lässt hinten nicht viele Gegentore zu, die Stärken liegen aber vor allem im stark besetzten Sturm“, erwartet Sigurdsson, dass seine neu formierte Innenverteidigung mit Viktor Miftaraj und Yannick Scholz gefordert wird.

Im Abwehrzentrum sieht der Isländer, der zehn Neuzugänge und die aufgerückten U19-Spieler integrieren musste, noch etwas Handlungsbedarf: „Da darf nicht viel passieren, da brauchen wir noch etwas mehr Breite.“ Wichtig sind dem Coach vor allem Teamgeist und eine „gewisse Kriegermentalität“, wie er sie beim 1:2 gegen die U23 von Borussia Dortmund beobachten konnte. Sigurdsson: „Wir haben uns in der kurzen, aber harten Vorbereitung, die die Jungs gut gemeistert haben, bereits gut kennengelernt. Mit Einstellung und Willen kann man sehr viel erreichen, das ist unsere Basis.“

Grundsätzlich steht das Gerüst der Mannschaft in weiten Teilen, wobei Nicholas Helmbrecht noch länger ausfallen wird. Für Jérôme Läubli und Johann Djayo kommt das Auftaktspiel auch noch zu früh, dagegen wird Antonio Trograncic, der nach seiner Schulterverletzung zuletzt das volle Programm absolvieren konnte, im Kader sein. „Von den jungen Spielern erwarte ich, dass sie sich über das Jahr immer weiter verbessern und in die Mannschaft drängen“, dämpft Sigurdsson überzogene Erwartungen an die hungrigen Youngster.

Teamsenior ist Außenverteidiger Moritz Moser mit 29 Jahren, es folgen Keeper Markus Schöller, Helmbrecht, Andreas Scheidl (alle 27), Andrija Bosnjak (26), Kapitän Christoph Schulz, Vizekapitän Felix Bachschmid und Scholz (alle 25). Der Rest der Truppe ist größtenteils deutlich jünger, bringt jedoch trotz der Jugend teilweise schon Regionalliga-Erfahrung mit. Wie etwa der 20-jährige Edin Hyseni, der mit dem FC Schweinfurt immerhin 13 Mal in der bayerischen Eliteklasse gespielt hat, nachdem der gebürtige Starnberger über viele Jahre bei den Löwen ausgebildet worden war. „Edin ist ein Perspektivspieler, der uns in Zukunft sicher weiterhelfen wird. Auf der offensiven Außenbahn haben wir damit eine großartige Option mehr“, hofft auch der Sportliche Leiter Karl-Heinz Fenk auf eine rasche Weiterentwicklung des jüngsten Neuzugangs.

Top-Torjäger der Gäste ist der 27-jährige Patrick Kroiß, der mit 29 Treffern maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Ansbacher hatte. Aber auch die Sturmkollegen Michael Sperr (14 Tore), Sven Landshuter (8) und Bastian Herzner (5) wissen, wo das Tor steht.

Das zweite Wacker-Heimspiel findet dann am Freitag, 22. Juli, um 19 Uhr gegen das völlig umgekrempelte Türkgücü München mit dem Ex-Burghauser Kevin Hingerl statt. Der Drittliga-Absteiger konnte für diesen Spieltag keine Spielstätte präsentieren. „Grundsätzlich ist es schon zu hinterfragen nach der Stadion-Chose im Vorfeld der Saison rund um die Lizenzierung, dass Türkgücü bereits zur ersten Heimpartie nun doch kein Stadion stellen kann“, merkt Burghausens Geschäftsführer Andreas Huber kritisch an. „Nachdem dann aber wohl eine komplette Spielverlegung seitens des Verbands im Raum stand und wir dann spielfrei und später eine weitere Englische Woche mehr gehabt hätten, haben wir uns bereit erklärt, einem Heimrecht-Tausch zuzustimmen. Wir wollten es auf jeden Fall verhindern, gleich ein spielfreies Wochenende nach dem Auftaktspiel zu haben.“ Wiederum nur eine Woche später steigt die dritte Begegnung in der Wacker-Arena in Folge: Gegner ist dann am Freitag, 29. Juli, um 19 Uhr mit der DJK Vilzing ein weiterer Neuling.