Eröffnungsspiel in Buchbach

Regionalliga legt los: Sieben neue Trainer, drei Favoriten – und 17-Jähriger als teuerster Spieler

14.07.2022 | Stand 18.07.2022, 8:44 Uhr
Michael Buchholz

1,8 Millionen Euro Ablöse zahlte der FC Bayern für den kroatischen U18-Nationalspieler Lovro Zvonarek an Slaven Belupo. −Foto: Imago Images

Von Michael Buchholz

Erneut mit 20 Mannschaften startet die Fußball-Regionalliga Bayern in die zehnte Spielzeit seit der Gründung. Mit dabei sind die Absteiger Würzburger Kickers, die durch die 3. Liga durchgereicht wurden, und Türkgücü München, das ja trotz Insolvenz im Frühjahr die Zulassung für Bayerns Eliteliga bekommen hat. Die drei Aufsteiger DJK Vilzing, Spvgg Ansbach und Spvgg Hankofen-Hailing betreten komplettes Neuland.

Etablierte Vereine wie der FC Memmingen, der TSV 1860 Rosenheim und der SV Schalding-Heining fehlen nach dem Abstieg im Tableau. Die einzig verbliebenen Gründungsmitglieder, die der Spielklasse ununterbrochen angehören, sind der TSV Buchbach, der FV Illertissen, der FC AugsburgII und die Spvgg Greuther Fürth II, die den Absturz in der Relegation gerade noch vermeiden konnte.

Der Meister muss nach dem Direktaufstieg der Spvgg Bayreuth in der Vorsaison turnusgemäß wieder in die Relegation, mit vier Direktabsteigern und zwei Releganten dürfte die Mammutsaison für viele kleinere Klubs zur absoluten Zitterpartie werden. Ganz vorne dürften sich der FC Bayern MünchenII und die Spvgg Unterhaching einordnen, die Würzburger Kickers und der 1. FC Schweinfurt sollten ebenso gut mitmischen können wie der SV Wacker Burghausen, Illertissen und der SV Viktoria Aschaffenburg. Bei Türkgücü muss man abwarten, wie sich die neue Mannschaft findet. Die Profi-Reserven aus Augsburg und Fürth sind immer für Überraschungen gut, für den Rest der Liga geht es aber vermutlich ausschließlich um den Klassenerhalt.

Wenn man bedenkt, dass der FC Bayern allein für den 17-jährigen Kroaten Lovro Zvonarek 1,8 Millionen Euro Ablöse an Slaven Belupo überwiesen hat, sieht man, wie die Möglichkeiten innerhalb der Liga auseinanderklaffen – mit dieser Summe bestreiten fünf oder sechs kleinere Klubs zusammen ihren Jahresetat. Bei weitem nicht so üppig ist der finanzielle Rahmen bei den Unterhachingern, die eine sehr gute Mischung aus jungen Talenten und Routiniers aufbieten. Trainer Sandro Wagner kann dabei auf die Erfahrung von rund 2800 Einsätzen in den drei deutschen Profiligen zurückgreifen und hat mit Patrick Hobsch auch den Torschützenkönig (28 Tore) der Vorsaison in seinen Reihen. Wie die Würzburger die beiden Abstiege in Folge weggesteckt haben, wird sich zeigen. Mit Spielern wie Mittelstürmer Saliou Sané, der auf einen Marktwert von rund 175000 Euro kommt, haben die Kickers aber einige Aktive in ihren Reihen, die weit über dem Liga-Durchschnitt liegen. Insgesamt hat das Portal transfermarkt.de am gestrigen Mittwoch 496 Spieler in der Regionalliga Bayern gelistet, die einen durchschnittlichen Marktwert von 56000 Euro haben und im Schnitt 23,5 Jahre alt sind.

Das rege Treiben auf dem Transfermarkt ist freilich längst noch nicht abgeschlossen. Die meisten Vereine haben sich noch den einen oder anderen Kaderplatz offen gehalten, um Spieler unter Vertrag zu nehmen, die meist höhere Ambitionen hegen, aber am Ende den Sprung ins Profigeschäft doch nicht schaffen. Bis zum 31. August, wenn das Transferfenster schließt, dürfte da also noch viel kommuniziert und Möglichkeiten ausgelotet werden.

Auch auf den Trainerbänken hat sich einiges getan. Insgesamt sieben Vereine, also mehr als ein Drittel, gehen mit neuen Leuten in die Runde. Bei Burghausen hat bekanntlich Hannes Sigurdsson (39) vom FC Deisenhofen Leo Haas (zum FC Liefering) abgelöst, bei den Würzburger Kickers hat Marco Wildersinn (41) von der TSG HoffenheimII Ralf Santelli (Ziel unbekannt) ersetzt. Türkgücü München versucht es mit dem bisherigen Co-Trainer Alper Kayabunar (36) anstelle von Andreas Heraf (Ziel unbekannt) als Chefanweister. Beim TSV Rain musste Christian Krzyzanowski (Ziel unbekannt) trotz Klassenerhalt den Hut nehmen. Der neue Mann heißt Martin Wenig (37) und kommt vom FC Gundelfingen. Der bei den Schweinfurtern im Frühjahr entlassene Tobias Strobl (34) gibt jetzt beim FC Augsburg II anstelle von Sepp Steinberger (Ziel unbekannt) den Ton an. Dessen Nachfolger Jan Gerlein ist zum FC Eintracht Bamberg gewechselt, der neue Chefcoach Christian Gmünder (42) kommt vom SSV Ulm. Und beim FC Pipinsried hat Miljan Prijovic (46) vom Bezirksligisten SV Aubing Sigurdsson-Nachfolger Andreas Pummer (FC Deisenhofen) ersetzt.

Dienstältester Coach bleibt Markus Mattes (46), der beim VfB Eichstätt seit der Saison 2014/15 im Amt ist, der jüngste ist Hankofens Spielertrainer Tobias Beck mit 27 Jahren.