In Galaform

Jünger lässt sie alle alt aussehen: Der Stürmer ist Vilzings „Lebensversicherung“

13.08.2022 | Stand 13.08.2022, 18:49 Uhr

Vollspann mitten ins Glück: Andreas Jünger (28) trifft derzeit wie er will. Fünfmal hat der Angreifer der DJK Vilzing in dieser Saison schon eingenetzt, führt damit die Scorerliste in der Regionalliga an. −Foto: Simon Tschannerl

Ein langer Ball, schon steht ihm das halbe Spielfeld offen. Andreas Jünger (28) sprintet alleine auf das Fürther Tor zu, verzögert kurz – und schiebt die Kugel durch die Beine des herauseilenden Keepers Lasse Schulz. Dann dreht er ab zum Jubeln.

Es ist die entscheidende Szene, der einzige Treffer in diesem Regionalligaspiel. Vilzing gewinnt 1:0 gegen die Zweitligareserve der Spvgg Greuther Fürth. Und zum wiederholten Mal avanciert Andreas Jünger zum Matchwinner der DJK. Mit seinem Siegtor verlängert der 28-Jährige den fabelhaften Lauf des spielstarken Aufsteigers aus dem oberpfälzischen Landkreis Cham, der am Samstag daheim gegen Aubstadt den nächsten Erfolg im Visier hat (14 Uhr).

Zwölf Punkte haben die Dorfkicker inzwischen angesammelt. Und viele reiben sich verwundert die Augen: Aber da steht es schwarz auf weiß, die Tabelle lügt nicht. Rang zwei, punktgleich mit den ambitionierten Profis der Spvgg Unterhaching um Star-Coach Sandro Wagner. Die kleine DJK spielt im Konzert der Großen mit.

Für Andreas Jünger ist der überragende Saisonstart einfach zu erklären. „Wir sind eine geschlossene Einheit. Jeder hat Spaß und jeder haut sich voll für den anderen rein“, sagt er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Was er nicht sagt: Er selbst ist einer der Hauptautoren, die Woche für Woche an der Vilzinger Erfolgsgeschichte schreiben.

Ihren Anfang nimmt diese in der Winterpause der Saison 2019/21. Weil er studienbedingt von Deggendorf in seine Geburtsstadt Regensburg zieht, entschließt sich Andreas Jünger, vom SV Schalding zu seinem Ex-Verein an den Huthgarten zurückzukehren, wo er bereits in der Saison 2017/18 kickte. Am Reuthinger Weg erkennt man Jüngers Potenzial und dessen Torgefahr. Aber die Konkurrenz im Angriff ist zu groß und Jünger muss meist mit der Rolle als Dauerläufer im Mittelfeld vorliebnehmen.

In Vilzing hingegen darf er ganz vorne ran – und Jünger entpuppt sich als Vollblutstürmer. Er trifft aus allen Lagen, mit den Füßen, mit dem Kopf, per Freistoß, per Elfmeter. Mit 25 Saisontoren ballert er die DJK zum lange ersehnten Aufstieg – und größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Und nun? Knüpft Jünger an seine Bilanz nahtlos an. In fünf Regionalligapartien netzt er fünf Mal ein, bereitet drei weitere Treffer vor, führt die Scorerliste der Regionalliga an. Zur absoluten Hochform läuft er im Totopokalspiel beim Landesligisten Pfreimd auf. Unglaubliche sieben (!) Jünger-Tore stehen beim 9:3-Erfolg auf der Anzeigetafel. Längst dürfte sich der quirlige, schussstarke und technisch versierte Angreifer in den Fokus anderer, womöglich höherklassiger Vereine gespielt haben.

Welchen Stellenwert der 28-Jährige in Vilzing genießt, verriet sein Trainer unlängst im Interview mit der Heimatzeitung. Jünger, sagt Josef Eibl, sei die „Lebensversicherung der DJK“ und zugleich „der Erste, der ins Training kommt, und der Letzte, der geht“. Jünger selbst stellt die Mannschaft in den Mittelpunkt. „Wenn man häufig vor das Tor kommt, ist das Toreschießen nicht mehr ganz so schwer. Aber klar: Der Lauf kann gerne noch eine Weile so weitergehen.“