Schnee am Valznerweiher

Die Nachricht von der Spielabsage kam im Bus: Hankofener Schneiderfahrt nach Nürnberg

20.11.2022 | Stand 21.11.2022, 8:19 Uhr

Da mussten sie bis in die Regionalliga Bayern aufsteigen, um so was zu erleben: Die Fußballer der Spvgg Hankofen-Hailing waren am Samstagmittag im Bus unterwegs zum Spiel beim 1. FC Nürnberg, als die Nachricht kam: Platz unbespielbar, kein Fußball möglich am Valznerweiher. Kurz vor Regensburg drehte der Mannschaftsbus wieder um. Bei allem Verständnis, so sagt Hankofens Spielertrainer Tobias Beck: „Das hätte man besser machen können.“

Denn die Absage im laufenden Betrieb ist das eine, die Folgen sind das nächste: Beck blickt mit Sorge auf das restliche Spielprogramm des Jahres, das sich wohl um eine Woche bis 10. Dezember verlängern wird. An diesem Tag dürfte das Spiel in Nürnberg nachgeholt werden. „Für die Profis in Nürnberg ist das sicher kein Problem, aber für uns hängt da eine ganz Extra-Woche dran, in der wir länger trainieren, uns vorbereiten müssen“, sagt Beck. „Und wer garantiert uns, dass die Spiele bis dahin auch wirklich stattfinden?“, fügt er an. Fest steht für Beck und Heribert Ketterl: Das Hankofener Trainerduo muss ab sofort das Unplanbare in die Planungen miteinbeziehen. „Wir sind in einer Profiliga, das sind die Folgen. Darauf müssen wir uns einstellen“, stellt Beck fest.

Dass eine Absage während der Anfahrt dazugehören muss, bezweifelt der Spielertrainer Beck. Am Samstag um dreiviertel zehn war der Mannschaftsbus losgefahren. Über Straubing, wo weitere Spieler zustiegen, ging’s Richtung Regensburg, als Sportchef Richard Maierhofer eine Whatsapp aus Nürnberg erreichte – mit einem Foto als Beleg. Es zeigte einen verschneiten Platz, der nach Angaben der Nürnberger nach einer ersten Räumaktion noch einmal im Schnee versunken sei. Daraufhin habe man die Bemühungen, den Platz zu räumen, eingestellt. Und die Hankofener fanden sich auf einer Schneiderfahrt wieder. „So eine Absage ist halt bitter, die Nürnberger wussten ja, dass wir schon im Bus sitzen“, sagt Beck. „Wir hatten die Fans dabei, alle hatten den ganzen Tag darauf ausgerichtet.“ Ob man in Nürnberg einfach zu spät mit dem Räumen begonnen habe, kann und will Beck nicht beurteilen, aber einen bitteren Nachgeschmack haben für ihn die Umstände schon. Und was macht man dann mit so einem angefangenen Fußball-Tag? Beck: „Wir sind in Straubing dann eingekehrt und haben Mittag gegessen. So sind wir mal zwanglos zusammengesessen und haben uns auch mal über andere Dinge unterhalten. Das war jetzt auch nicht so schlecht.“

− mjf