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10.09.2018  |  17:12 Uhr

Waldkirchen profitiert: VfB Bach drohen vier Punkte Abzug – BFV erklärt den Fall

von Michael Duschl

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−Symbolbild: PNP-Archiv

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Offiziell ist es noch nicht, aber wahrscheinlich bekommt der TSV Waldkirchen in der Fußball-Landesliga Mitte einen Sieg und damit drei Punkte geschenkt. Zwar hatte der TSV, aktuell Tabellen-15., am 2. Spieltag beim VfB Bach/Donau verloren (0:1), doch dabei soll der Aufsteiger – wie in zwei weiteren Partien – einen nichtspielberechtigten Spieler eingesetzt haben und muss deshalb laut vorläufigem BFV-Sportgerichtsurteil insgesamt vier Punkte abgeben.

Beim TSV Waldkirchen kennt man den Sportgerichtsfall seit vergangener Woche, hält sich aber bedeckt: "Wir warten das offizielle Urteil ab", sagte Teammanager Fabian Bauer am Montagvormittag. Zu diesem Zeitpunkt hatte der VfB Bach bereits Protest gegen das Urteil (vier Punkte Abzug und eine dreistellige Geldstrafe) eingelegt, wie Karl-Heinz Bley, Fußball-Abteilungsleiter beim VfB Bach, der PNP bestätigt. Der Fall ist nämlich ziemlich verzwickt, weil sowohl der Verein als auch die Passabteilung des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) Fehler gemacht haben.

Es geht um Bachs Neuzugang Kacpar Zawada (18), der im Sommer vom Liga-Rivalen TSV Kareth-Lappersdorf verpflichtet worden war. Bislang kam er drei Mal für seinen neuen Verein in der Landesliga Mitte zum Einsatz: Rund 75 Minuten im Auftaktspiel in Etzenricht (1:2), sieben Minuten gegen den TSV Waldkirchen (1:0) und 13 Minuten in Tegernheim (0:0). Regelwidrige Sporteinsätze, findet das Sportgericht des BFV.

Zwar hatte der BFV den Spielerpass für Zawada an den VfB Bach ausgestellt, allerdings irrtümlich und deshalb zog der Verband, als er diesen Fehler bemerkte, die Spielberechtigung für den 18-Jährigen zurück, weil erforderliche Unterlagen vom Verein nicht oder zu spät eingereicht worden waren. Karl-Heinz Bley ist enttäuscht und ratlos: "Der BFV hat seinen Fehler auch zugegeben, wir haben die Spielberechtigung erhalten und diese wurde uns telefonisch nochmal bestätigt – darauf haben wir uns verlassen und wir können nichts für den Fehler einer Aushilfskraft", schildert Bley.

Wiederholung der Partie laut Spielordnung möglich

Laut Bleys Aussage hatte eine Aushilfsangestellte den Spielerpass fälschlicherweise verschickt. "Jetzt müssen wir abwarten", meint Bley, Mitte der Woche werde sich das Sportgericht wieder mit dem Fall befassen. Der BFV teilte am Montagnachmittag auf PNP-Anfrage mit: "Das Sportgericht Bayern kam zu der Bewertung, dass der Irrtum des BFV von den Vereinsmitarbeitern frühzeitig erkannt werden konnte und auch die Unkenntnis des Abteilungsleiters kann nur bedingt das Vorgehen des Vereins begründen." (die Stellungnahme des BFV lesen Sie am Ende des Artikels). Bleibt das Sportgericht bei dieser Ansicht, müsste der VfB Bach mit dem Punktabzug leben.

Ist der Protest aus Bach erfolgreich, droht ein Wiederholungsspiel, denn in Paragraf 29 Abs. 4 der Spielordnung heißt es unter dem Punkt "Einsatz nichtspielberechtigter Spieler": "Beruht der unzulässige Einsatz des Spielers auf einer dem Verband zuzurechnenden falschen Auskunft und war deren Unrichtigkeit für den Verein nicht erkennbar, so ist ein gewonnenes Spiel neu anzusetzen."

Sollte das Urteil rechtskräftig sein, würde der VfB Bach (noch 13 Punkte) auf Rang 15 abrutschen. Der TSV Waldkirchen dagegen würde auf Platz 11 klettern, Tegernheim von Rang neun auf acht.

Nachfolgend die Stellungnahme des Bayerischen Fußballverbandes zur Urteilsfindung auf PNP-Anfrage:

"Zunächst die Fakten: Der Landesligist VfB Bach hat in der Saison 2018/19 in den Meisterschaftsspielen gegen den FC Tegernheim und den TSV Waldkirchen einen im Sommer neu zum Verein hinzugestoßenen Spieler des Jahrgangs 2000 eingesetzt, für den zu diesem Zeitpunkt mangels vereinseigener A-Jugendmannschaft oder Beteiligung an einer entsprechenden Jugend-Fördergemeinschaft (JFG) keine Spielberechtigung bestanden hat.

Im Laufe des Verfahrens stellte sich heraus, dass verschiedene Versäumnisse zu dieser Situation führten – auf Seiten des Bayerischen Fußball-Verbandes wie auch auf Seiten des Vereins.

Es stellte sich heraus, dass der Bayerische Fußball-Verband irrtümlicherweise eine Spielberechtigung für den Spieler ausgestellt hatte. Damit der Spieler des Jahrgangs 2000 (älterer A-Juniorenjahrgang) in der Saison 2018/19 in der Herrenmannschaft des VfB eingesetzt werden kann, muss der Verein entsprechend der Statuten in dieser Saison über eine eigene A-Jugendmannschaft verfügen oder an einer entsprechenden JFG beteiligt sein. Zum Zeitpunkt des Passantrags im Juni 2018 war der Verein an einer entsprechenden JFG beteiligt.

Der BFV hat es für die korrekte Erteilung des Spielrechts allerdings versäumt, vor der Bearbeitung die in diesem Fall fehlende und zwingend vom Verein einzureichende Aussage des Vereins nachzufordern, dass in der Saison 2018/19 die Beteiligung an der JFG weiter Bestand hat oder der Verein vorhat, eine eigene A-Jugendmannschaft zu melden (Junioren-Meldebogen für die Saison 2018/19 war zu dem Zeit noch nicht geöffnet). Der Verein hat dann zur Saison 2018/19 seine Beteiligung an der JFG beendet, aber auch keine eigene A-Jugendmannschaft gemeldet. Für die Saison 2018/19 war somit die Basis für ein Spielrecht für den A-Jugendlichen in der Herrenmannschaft des VfB Bach nicht mehr gegeben, obwohl sie zuvor vom BFV irrtümlich erteilt wurde.

Im Laufe des Verfahrens stellte sich heraus, dass hier aber nicht nur ein Versäumnis der Passstelle des BFV vorliegt, sondern dass mehreren Mitarbeitern des Vereins die entsprechende Regelung für den Einsatz des Spielers bekannt und dieser "Widerspruch" zwischen BFV-Regelung und erteilter Spielberechtigung auch Bestandteil von vereinsinternen Diskussionen war. Dies hat im Verein aber nicht dazu geführt, dass auch der zuständige Abteilungsleiter des Vereins über diesen Widerspruch informiert worden ist und auch nicht dazu, den Fall mit den zuständigen Kollegen des BFV vor dem ersten Pflichtspieleinsatz des Spielers aufzuklären.

Grundsätzlich gilt, dass bei einem irrtümlich erteilten Spielrecht immer zumindest eine Neuansetzung erfolgen muss. Wenn ein Verein den Irrtum erkennen konnte, ist sogar zwingend eine Spielwertung vorzunehmen. Kommt das Sportgericht zu dem Urteil, dass ein Verein den Irrtum nicht nur erkennen konnte, sogar erkennen musste, fällt das Strafmaß entsprechend höher aus (siehe Spielordnung §29 und Rechts- und Verfahrensordnung §77).

Das Sportgericht Bayern kam zu der Bewertung, dass der Irrtum des BFV von den Vereinsmitarbeitern frühzeitig erkannt werden konnte und auch die Unkenntnis des Abteilungsleiters kann nur bedingt das Vorgehen des Vereins begründen. Zwar könne von ehrenamtlichen Vereinsmitarbeitern nicht erwartet werden, alle BFV-Regelungen im Detail zu kennen. Im Gegensatz zu Vereinsfunktionären von unterklassigen Vereinen könne aber von einem Abteilungsleiter eines Verbandsligisten erwartet werden, dass er grundlegende und seit Jahren bestehende Regelungen zum Spielrecht kennt, oder sich in einem konkreten Fall intensiver mit ihnen auseinandersetzt. Es liegt also aus Sicht des Sportgerichts auch ein schuldhaftes Verhalten des Abteilungsleiters vor.

Andererseits bewertete das Sportgericht das Fehlverhalten des Vereins grundsätzlich als "leichten Fall" und die Verfehlung des Vereins zudem lediglich als "hätte den Irrtum erkennen können" und nicht "hätte den Irrtum erkennen können und müssen", was zwingend eine höhere Strafe nach sich gezogen hätte.

Ebenfalls strafmindernd beurteilte das Sportgericht, dass der Verein und der Vereinsmitarbeiter bis dato nicht in einem vergleichbaren oder ähnlichen Fall in Erscheinung getreten sind und blieb mit seinen Urteilen jeweils am unteren Rand der für solche Fälle vorgesehenen Strafmaße.

Die noch nicht rechtskräftigen Urteile im Überblick:
− Spielwertung: 2:0 für TSV Waldkirchen
− Spielwertung: 2:0 für FC Tegernheim
– 200 Euro Gesamtgeldstrafe für den VfB Bach
– 150 Euro Geldstrafe für den Abteilungsleiter des VfB Bach unter Mithaftung des Vereins
– Verfahrenskosten trägt der VfB Bach"












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Dokumenten Information
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Letzte Änderung am






Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
SV Donaustauf
22
57:11
55
2.
ASV Cham
22
45:14
53
3.
1.FC Bad Kötzting
22
52:33
40
4.
SV Fortuna Regensburg
22
34:37
39
5.
Spvgg SV Weiden
21
38:23
38
6.
FC Sturm Hauzenberg
22
37:21
37
7.
TSV Bad Abbach
22
38:37
36
8.
1.FC Passau
21
49:31
33
9.
ASV Burglengenfeld
22
28:28
33
10.
TSV Waldkirchen
22
29:24
31
11.
SC Ettmannsdorf
22
38:31
27
12.
SV Neukirchen b.Hl. Blut
21
28:21
24
13.
FC Tegernheim
22
45:38
24
14.
TSV Kareth-Lappersdorf
22
28:40
23
15.
VfB Bach/Donau
21
28:38
22
16.
SV Etzenricht
22
25:42
19
17.
Spvgg Pfreimd
22
27:64
16
18.
SV Hutthurm
22
7:100
1




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