2:1-Heimsieg

„Hochachtung vor unserer Mannschaft“: Eggenfelden mit starker Reaktion – trotz Rot für den Keeper

07.08.2022 | Stand 07.08.2022, 20:08 Uhr

SSV-Doppeltorschütze: Paul Angermeier. −Foto: Caroline Wimmer

Starke Reaktion: Nach der 0:4-Niederlage in Holzkirchen hat sich der SSV Eggenfelden eindrucksvoll zurückgemeldet.

Die Mannschaft von Spielertrainer Tobias Huber gewann am Sonntagnachmittag gegen einen starken Aufsteiger VfB Forst inning mit 3:1. Sportlicher Leiter Joe Stinglhammer lobte nach interessanten 96 Minuten vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung. Am Ende musste der SSV nach einer roten Karte gegen Torwart Klaus Malec (77.) noch einmal etwas zittern, aber den Gästen gelang trotz einer Sturm- und Drangphase kein Treffer mehr.

Das Spiel vor 220 Zuschauer im Stadion an der Birkenallee begann indes weniger turbulent. Nach einem ersten Abtasten beider Teams übernahm die Heimelf immer mehr die Kontrolle. Spielertrainer Huber setzte auf eine Dreierkette mit Thomas Wohlmannstetter, Raphael Schmidhuber und Johannes Rudloff, Manasse Francisco und Timo Schmidhuber besetzten die Außen, im Zentrum agierte Huber an der Seite von Nico Daffner und dem Mann für die besonderen Augenblicke, Alexander Gordok.

Der Neuzugang von der TuS Pfarrkirchen weiß nicht nur mit dem Ball umzugehen, sondern ist auch ein Mann für den tödlichen Pass. Einen solchen servierte er Paul Angermaier in Minute 27 in den Strafraum, so dass der Stürmer den Ball aus spitzem Winkel zum 1:0 ins lange Eck bugsieren konnte. Mit diesem knappen Vorsprung ging’s bei warmen 28 Grad im Rottal auch in die Halbzeit.

Nach dem Wechsel begannen die Gäste mutiger, belohnten sich sich aber durch einen Eggenfeldener Fauxpas: Raphael Schmidhuber wehrte eine Flanke mit der Hand ab, der souveräne Schiedsrichter Martin Schramm (DJK Holtfreyung) deutete nach Rücksprache mit seinem Assistenten an der Linie auf den Punkt. SSV-Torwart Klaus Malec irritierte zwar den Schützen Abdelilah Erraji, dessen Schuss mit links ins rechte untere Ecke war aber zu scharf platziert. 1:1, nun hatte der VfB das Momentum kurzzeitig auf seiner Seite.

Der Gast konnte dies aber nicht nutzen, weil er dem Gastgeber ein nur zwei Minuten später schönes Geschenk machte: Zweimal hatte die Forstinniger Abwehr den Ball 3schon geklärt, doch die Eggenfeldener setzten so bissig und entschlossen nach, dass die Kugel wieder zu Gordok flipperte, der vor der Kiste Timo Schmidhuber bediente, der technisch fein zum 2:1 einnetzte (61.).

Die Gäste reagierten mit wütenden Angriffen, liefen aber ins offene Messer. Von hinten heraus bewegte Nico Daffner das Spielgerät zum eingewechselten Reichholf, der auf Gordok abtropfen ließ und der Mittelfeld-Motor setzte wieder ein tödlichen Pass, butterweich und exakt dosiert in den Lauf von Angermeier, der im Strafraum den gegnerischen Keeper Michael Heidfeld tunnelte (69.) – die Freude übers 3:1 war riesengroß.

Mit diesem Treffer schien an der Birkenallee eigentlich die Messe gelesen, doch die Gastgeber machten die Partie noch einmal bunt: Goalie Malec eilte bei einem eher harmlosen Chipball- aus seinem Strafraum und klärte mit dem Arm. Schiedsrichter Schramm fasste direkt an die rechte hintere Gesäßtasche und verwies Malec mit Rot des Feldes. Für den Neuzugang aus Erlbach streifte der 19-jährige NachwuchskeeMarius Koskowski per die Handschuhe über. Und er reagierte bei seiner ersten Aktion fantastisch, denn er entschärfte den scharf getretenen Freistoß aus 17 Metern bravourös. Toller Einstand für Koskowski, der VfB konnte keinen Wirkungstreffer mehr setzen.

Auch in den Schlussminuten nicht, als der völlig ausgepumpte Reichholf wegen Kreislaufproblemen vom Feld musste, doch der SSV brachte den Sieg und damit die drei Punkte sicher über die Zeit. „Das war ein sehr gutes Landesliga-Spiel, Hochachtung vor unserer Mannschaft, der Sieg war verdient“, sagte sportlicher Leiter Stinglhammer nach dem Match. „Alex Gordok hat drei Tor-Vorlagen gegeben, aber im Kollektiv waren wir heute ganz stark.“

Forstinnings Trainer Ivica Covic zeigte sich nicht enttäuscht: „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft nicht unzufrieden. Nach dem 1:1 hatten wir das Spiel im Griff, dann schenken wir ihnen ein Tor, das ist ärgerlich. Der Sieg der Eggenfeldener ist nicht unverdient: Sie haben hinten keinen Fehler gemacht und unsere Fehler eiskalt ausgenutzt.“