Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...





10.09.2013  |  14:58 Uhr

Salzweg nach Doppel-Rot stinksauer: Rassismus-Vorwürfe gegen Grainet – SVG wehrt sich

von Andreas Lakota

Lesenswert (32) Lesenswert 28 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken Fotostrecken Fotostrecke


  • Artikel 1 / 30
  • Pfeil
  • Pfeil




Schiedsrichter Michael Handschuh (Landshut) zeigt dem Salzweger David Prochazka die rote Karte – jetzt ist der Ärger groß.  − Foto: Kaiser/rogerimages.de

Schiedsrichter Michael Handschuh (Landshut) zeigt dem Salzweger David Prochazka die rote Karte – jetzt ist der Ärger groß.  − Foto: Kaiser/rogerimages.de

Schiedsrichter Michael Handschuh (Landshut) zeigt dem Salzweger David Prochazka die rote Karte – jetzt ist der Ärger groß.  − Foto: Kaiser/rogerimages.de


Es war eine sehr gute, schnelle Bezirksligapartie, die fast 200 Zuschauer am Samstag in Grainet zu sehen bekommen. Doch dann ereignen sich Szenen, die für ein unschönes Nachspiel sorgen. Der FC Salzweg, der am Ende mit 1:2 unterliegt, erhebt schwere Vorwürfe. Die Graineter Kicker sollen dem tschechischen Spieler David Prochazka vor dessen Platzverweis rassistisch beleidigt haben. Der SVG weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Was ist passiert? Es läuft die 90 Minute, als Schiedsrichter Michael Handschuh (Landshut) den Salzweger Prochazka die rote Karte unter die Nase hält. Der Linienrichter Stephan Steinberger hatte zuvor eine Tätlichkeit angezeigt. Aus Sicht der Graineter eine völlig richtige Entscheidung. "Er hat unseren Spieler voll mit dem Ellbogen geschlagen. Der Linienrichter stand genau auf der Höhe des Geschehens, das war eine glasklare Tätlichkeit", berichtet Grainets Spieler-Spartenleiter Florian Wurm.

Ganz anders die Sichtweise der Salzweger. Prochazka sei nach strittiger Situation im 16-er von hinten umklammert worden und habe sich aus dieser Umklammerung gelöst. "Ich habe es selbst nicht gesehen, aber meine Spieler haben mir berichtet, dass nichts passiert ist. Ich kenne David. Der ist ein schüchterner Kerl, dem ist es doch schon beinahe peinlich, wenn man ihn grüßt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er irgendwie zugeschlagen hat, noch dazu, wenn nichts gewesen sein soll", sagt Axel Dichtl und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe. "David bekommt hier alle fünf Minuten auf die Beine und muss sich solche Dinge wie ‚Tschechensau‘ anhören. Das ist ausländerfeindlich hoch drei. Das geht gar nicht, dass hier vom Schiedsrichter nichts unternommen wird. Beim BFV und DFB wird die Rassismus-Debatte immer groß geschrieben, aber dann hört hier bei den Amateuren ein Schiri einfach weg. Wenn in der Bundesliga so etwas vorkommt, werden gleich Anti-Rassismus-Bändchen gefertigt und sonst was, aber bei uns darf man das scheinbar machen."

Salzwegs Trainer Axel Dichtl erhebt schwere Vorwürfe gegen Grainet.  − Foto: Lakota

Salzwegs Trainer Axel Dichtl erhebt schwere Vorwürfe gegen Grainet.  − Foto: Lakota

Salzwegs Trainer Axel Dichtl erhebt schwere Vorwürfe gegen Grainet.  − Foto: Lakota


In Grainet weist man die Anschuldigungen "ganz entschieden zurück", so Florian Wurm. "Der Spieler wurde weder heftig angegangen noch in irgendeiner Form beleidigt. Ihm sind einfach die Nerven durchgegangen. Es war insgesamt ein total faires Spiel ohne große Aufreger." Als man von den Rassismus-Vorwürfen nach Schlusspfiff erfahren habe, habe man sofort alle Spieler befragt, ob irgendwer etwas gesagt oder mitbekommen habe. "Alle haben dies entschieden verneint", sagt Wurm und fügt hinzu. "Bei uns hat vor ein paar Jahren mit Patrick Djedjess ein Farbiger gespielt, da haben wir selbst immer wieder rassistische Beleidigungen erfahren. Wir haben absolut nichts gegen ausländische Spieler und ich bin mir sicher, dass auch nichts zu David Prochazka gesagt wurde."

In Salzweg will man die Sache nicht einfach so stehen lassen. Der Verein will sich an den Bayerischen Fußball-Verband wenden und überlegt sogar, den Vorfall auch der Staatsanwaltschaft vorzubringen, "um den Spieler Prochazka und andere Legionäre in Zukunft vor solchen Dingen zu schützen". Doppelt bitter für den FCS: Neben Prochazka verlor die Dichtl-Elf auch noch ihren zweiten Legionär. Der bereits ausgewechselte Petr Kulhanek sah nach Protesten gegen den Platzverweis für Prochazka ebenfalls Rot. Wieder hatte Linienrichter Steinberger Meldung gemacht, Kulhanek soll dem Schiri "den Vogel" gezeigt haben. Coach Dichtl reagiert erbost: "Der stand 25 Meter entfernt. Beleidigungen oder Tätlichkeiten sind natürlich zu bestrafen, aber diese beiden Platzverweise waren einfach völlig überzogen. Der Schiedsrichter war insgesamt total in Ordnung. Aber der Linienrichter ist ein Vollpfosten." Den "Vollpfosten" nahm Dichtl im Gespräch mit der Redaktion zurück ("... dafür entschuldige ich mich ..."), nicht aber den Vorwurf, der Assistent habe bewusst eine Fehlentscheidung getroffen: "Der hat uns schon mal als Schiedsrichter total benachteiligt. Es hat fast den Anschein, als könne er uns nicht leiden", sagt der Trainer und fügt hinzu: "Wenn die Platzverweise nicht gewesen wären, hätten wir das Spiel einfach verloren und gut ist. Aber so eine Entscheidung bringt Verein und Spieler, die hart dafür arbeiten, um den Lohn. Wir werden damit möglicherweise für einen längeren Abschnitt der Saison entscheidend geschwächt. Gerade David können wir mit all seiner Klasse absolut nicht ersetzen."

In Grainet bleibt man derweil gelassen. Man habe sich absolut nichts vorzuwerfen, so Wurm, der eher ein Nachspiel auf die Salzweger zukommen sieht. "Nach der roten Karte gegen Kulhanek stürmte ein Begleiter oder Freund von der Tribüne und bedrohte den Linienrichter. Unsere Ordner haben ihn zurückgehalten", berichtet der Spieler-Spartenleiter und fügt hinzu: "Ich denke, der Schiedsrichter wird einen Bericht anfertigen, in dem alle Vorfälle geschildert werden. Wir blicken dem ganz gelassen entgegen."













Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © heimatsport.de 2020
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am









Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
TSV Grafenau
20
39:13
46
2.
SpVgg Osterhofen
20
57:21
45
3.
SV Schalding-Heining II
20
43:19
42
4.
FC Künzing
20
62:31
37
5.
FC Salzweg
19
34:18
37
6.
SpVgg Ruhmannsfelden
20
49:24
35
7.
SpVgg GW Deggendorf
20
26:30
28
8.
SV Hutthurm
20
35:47
24
9.
SV Oberpolling
19
22:32
23
10.
SV Schöfweg
20
32:43
22
11.
SV Grainet
20
37:37
21
12.
SpVgg Plattling
20
25:45
21
13.
SV Perlesreut
20
30:51
20
14.
SV Türk Gücü Straubing
20
27:60
19
15.
TV Freyung
20
20:35
18
16.
ASV Degernbach
20
25:57
12




Rund um den Platz schuf der SV Schalding viele zusätzliche Sitzplätze. "Ein enormer Aufwand", sagt Sportchef Markus Clemens, der nach den 90 Minuten die Stühle wieder wegräumte. −Foto: Lakota

Am Ende gab es doch noch strahlende Gesichter. Zumindest im Lager der Spieler...



Einer von zehn: Der 1.FC Passau düpierte angeführt von einem furiosen Angriffstrio den TSV Beutelsbach mit 10:0. −Foto: Michael Sigl

Ein neuer Wettbewerb und viele Spiele: Der bayerische Ligapokal, gespielt von der Regionalliga bis...



Nichts geschenkt haben sich die Kreisklassisten zum Auftakt des Ligapokals. Hier eine Szene zwischen Osterhofen II und Künzing II. −Foto: Franz Nagl

Torreiche Partien, mehr als ein Dutzend Platzverweise, spannende Verläufe – beim Ligapokal...



Warum so sauer? Vilshofens Alois Eberle hätte zufriedener sein können, schließlich gelang dem 23-Jährigen beim 4:1-Sieg gegen Garham ein Hattrick. −Foto: Michael Sigl

Mit dem FC Vilshofen, dem SV Motzing und dem SV Geiersthal haben drei Mannschaften einen Start nach...



In München blieben am Freitag die Ränge leer. Am Donnerstag in Budapest wird das ganz anders aussehen. −Foto: dpa

Die Sorge wegen des umstrittenen Supercup-Finals des FC Bayern im Risikogebiet Budapest wird immer...





Versteht den Schritt des Vereins: Sturm-Spielertrainer Alexander Geiger. −Foto: Sven Kaiser

Spieler und Trainer hätten so gern gespielt, aber die Vereinsführung des Fußball-Landesligisten FC...



Die Fronten sind verhärtet im Streit um den DFB-Pokal-Startplatz: Türkgücü München hat mit einer...



Ball rollt der Ball auch wieder im Ligabetrieb: Der Re-Start erfolgt wie geplant am 19. September. −Foto: Lakota

Jetzt ging alles ganz schnell: Der bayerische Amateur-Fußball darf bald loslegen – und zwar...



Keine 48 Stunden vor seinem geplanten Erstrundenspiel im DFB-Pokal muss Schalke 04 umplanen...



Für den Kreisligisten SV Hohenau stehen im Ligapokal zunächst ein Heimspiel gegen Neßlbach und ein Auswärtsspiel beim FC Tittling auf dem Programm. −Foto: Sven Kaiser

Nun wissen alle niederbayerischen Fußballvereine, gegen wen sie das erste Pflichtspiel im...







Facebook


 Facebook Like-Box aktivieren 

(dies stellt eine direkte Verbindung Ihres Browsers zu Facebook her)









realisiert von Evolver