Bezirksliga Ost am Wochenende

Regens Traum-Comeback dank Taktikkniff – Hutthurmer Derby gegen Passau schon um 18 Uhr – „Polling“ in Grafenau

22.07.2022 | Stand 22.07.2022, 14:20 Uhr

Die Regener Spieler um Youngster Lukas Koller (18 Jahre, vorne rechts) befinden sich in der Bezirksliga einem Lernprozess. „Während wir in der Kreisliga viel Ballbesitz hatten, ist es nun wichtig, die dominanten Phasen des Gegners zu überstehen“, sagt Trainer Michael Schaller. −Foto: Frank Bietau

Es war ein Comeback nach Maß: Der erste Bezirksliga-Auftritt nach exakt 1883 Tagen Kreisligazugehörigkeit hätte für den TSV Regen nicht besser laufen können. Mit 2:1 besiegten die Kreisstädter am vergangenen Samstag die favorisierten Grafenauer, legten einen Traumstart hin – und gehen nun mit viel Rückenwind in die erste Auswärtspartie, die am Samstag (16 Uhr) beim SV Grainet ansteht.

Über die Anfangseuphorie, die der Coup gegen Grafenau im Vereinsumfeld entfacht, freut sich freilich auch Michael Schaller (40). Dennoch versucht der Regener Aufstiegstrainer die Lage neutral zu bewerten. „Der Sieg kam auch für uns etwas überraschend“, sagt Schaller im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Aber am Ende sind es nur drei Punkte – nicht mehr und nicht weniger.“ Nun gelte es, an diese Leistung anzuknüpfen, schließlich müsse man auch weiterhin in jedem Spiel hundert Prozent geben, um erfolgreich zu sein.

Hinzu kommt: Die vor der Saison mit einigen vielversprechenden Neuzugängen verstärkte Mannschaft befindet sich derzeit in einem Lernprozess. „Wir sind gerade dabei, unser Spiel umzustellen. Während wir in der Kreisliga viel Ballbesitz hatten und häufig das Spiel bestimmten, ist es nun wichtig, die dominanten Phasen des Gegners zu überstehen.“

Dass insbesondere die Defensive einen guten Tag erwischt, darauf wird es für den TSV auch in Grainet ankommen. Die Elf von Trainer Jürgen Eder (40) zählte in der vergangenen Saison zu den großen Überraschungen der Liga und belegte am Ende den starken sechsten Rang. „Wir werden uns strecken müssen“, vermutet Schaller.

Zumal auch die personelle Lage nach wie vor angespannt ist. So fallen mit Tobias Artmann (26) und Stefan Geiger (31) zwei wichtige Torjäger weiterhin aus. Ebenso nicht dabei sind Torhüter Michael Mader (24) und Abwehrmann Tobias Franke (28), der sich einen Muskelbündelriss zugezogen hat. Fraglich sind die Einsätze von Lukas Schmid (22) und Stephan Klauser (26), die sich beide im Aufbautraining befinden. Ein Kandidat für die Startelf ist dagegen wieder Lucas Paukner (27).

Ruhmannsfelden: Mit besserer Chancenverwertung zum ersten Heimsieg

Bei der Spvgg Ruhmannsfelden überwog der Frust nach dem 2:2-Unentschieden zum Auftakt beim FC Salzweg. „Wir haben zwei Punkte liegen lassen“, sagt Sportchef Alois Wittenzellner, der vor allem die mangelnde Chancenverwertung kritisiert. Mit dem generellen Zustand der Mannschaft ist man am Lerchenfeld aber zufrieden. „Die Vorbereitung lief gut, alle Spieler ziehen voll mit.“

Daher sind die Hoffnungen groß, den Heimspielstart am Samstag (15 Uhr) gegen Kirchroth siegreich zu gestalten. Trainer Martin Kreß fordert von seiner Elf, „klarer und disziplinierter zu verteidigen und die sich bietenden Chancen zu nutzen“. Für seine Aufstellung hat er mehrere Optionen. Verzichten muss er auf Stürmer Robert Peter (25) und Youngster Philipp Macht (18), die beide im Urlaub weilen, und Lukas Stadler, der verletzt ausfällt. Fraglich ist der Einsatz von Erblin Skenderaj (20), der mit muskulären Problemen zu kämpfen hat.

Den Verein verlassen hat unterdessen Christian Mühlehner (20). Der Abwehrspieler kam in der vergangenen Saison nicht über die Jokerrolle hinaus und verabschiedet sich in die Kreisliga zum SC Zwiesel.

FC Künzing: Geschlossen gegen den Rückkehrer TG Straubing

Ganz unbekannt ist Türk Gücü Straubing für den FC Künzing ja nicht: Schon in der Saison 2019/20 duellierten sich die Straubing er und die „Römer“ in der Bezirksliga Ost – beide Partien gewann der FCK, 4:2 und 3:0. Weitere Aufeinandertreffen in der Liga gab es dann nicht mehr: Straubing startete nach der Corona-Saison in der West-Staffel. Nun ist Türk Gücü zurück – und fordert Künzing in deren erstem Heimspiel der Saison (Samstag, 14 Uhr).

„Das wird mit Sicherheit kein einfaches Spiel“, sagt „Römer“-Vorstand Reinhard Bauer über die Straubinger, die zu den spielstärksten Teams der West-Staffel zählten und auf dem 10. Platz einliefen. Dass Künzing aber als klarer Favorit in die Partie geht, ist nicht erst seit dem 4:2 zum Auftakt in Schöfweg klar. Als einer der Topfavoriten auf den Aufstieg hat sich der Zweite der Vorjahressaison gleich nach dem ersten Spieltag an die Spitze gesetzt.

Eine bereits zum Start gut harmonierende Offensive, Rückkehrer Christian Seidl als Doppeltorschütze – doch ganz ungetrübt war die Freude im Künzinger Lager dann doch nicht. Das lag vor allem an der Szene in der 71. Minute: Patrick Pfisterer, zuvor noch Schütze des zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichs, handelte sich eine Rote Karte ein, die man beim FCK noch immer nicht ganz nachvollziehen kann. Nach einem langen Ball in den Fünfer des SV Schöfweg fiel Pfisterer über und auf seinen Gegenspieler, was laut Bauers Aussage den Schöfweger Keeper Kurt Kroner erzürnte. Der sei auf Pfisterer zugegangen, worauf der Künzinger Stürmer den Torhüter an der Schulter angefasst hatte. „Patrick wollte ihm einfach nur zu verstehen geben, dass er sich beruhigen solle. Der Schiedsrichter hat allerdings einen Griff ins Gesicht gesehen. Wir haben es in unserer Stellungnahme anders dargestellt.“ Eine offizielle Sperre durch den BFV steht noch aus, gegen Straubing wird der groß gewachsene Stürmer aber sicher fehlen.

Ebenso wie Alex Wittenzellner, der sich wohl einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Der Mittelfeldspieler war erst im Frühsommer von einer Kreuzbandverletzung zurückgekehrt.

Für den FC Künzing bildet die Partie gegen TG Straubing übrigens das erste von drei Heimspielen am Stück. Weil der 1. FC Passau derzeit das Dreiflüssestadion wegen Unbespielbarkeit des Rasens nicht nutzen kann, hat man für die Partie am Samstag, 30. Juli (16.30 Uhr), das Heimrecht getauscht. Eine Woche später empfängt die Elf von Trainer Thomas Prebeck dann den FC Salzweg (16.30 Uhr).

Hutthurm heiß auf den 1.FC Passau

Nach der DJK Vornbach zum Saisonstart freut sich in Runde 2 der Bezirksliga Ost der SV Hutthurm auf den Stargast – Landesliga-Absteiger 1.FC Passau wird wohl für viele Mannschaften der Region das Saison-Highlight sein. Dazu eine veränderte Anstoßzeit: 18 statt 18.30 Uhr!

Der Respekt ist auf jeden Fall gehörig, auch wenn die Mannschaft von Trainer Johannes Hofer beim Aufsteiger noch nicht ganz die richtige „Schrittlänge“ gefunden hat. Der österreichische Coach der Dreiflüssestädter lobte zumindest den langen Atem seiner Truppe, die einen dreimaligen Rückstand schließlich verdaute und als 4:3-Gewinner über die Ziellinie ging.

Einen Dreier hätten sich auch die Hutthurmer gewünscht, sie waren nach den Worten von Spielertrainer Albert Krenn bei Türk Gücü Straubing (1:1) auch nah dran: „Wir hatten mehr vom Spiel“, berichtet er. Letztlich „müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“.

Gegen den prominenten Gast „wird es sicherlich ein komplett anderes Spiel“, glaubt der 36-Jährige, „sie werden nicht zu Unrecht als Favorit für die Meisterschaft gehandelt“. Aber „wir sind heiß auf das Spiel und hoffen auf eine tolle Kulisse. Gerade zu Hause wollen wir unsere Punkte holen“. Nicht im Aufgebot stehen Sebastian Loibl (Urlaub) und Max Freund (angeschlagenes Fußgelenk).

Schalding II wartet auf unangenehme Schöfweger

Der Passauer Stadtrivale SV Schalding II ist mit einem 3:2-Sieg beim SV Oberpolling ebenfalls gut aus den Startlöchern gekommen. Die „super Leistung“ hat dabei Trainer Christopher Pauli darin gesehen, „dass wir über so lange Zeit mit einem Mann weniger auskommen mussten“ – Sebastian Krieg hatte nach einer Viertelstunde aufgrund einer Notbremse Rot gesehen.

Ein Gegner von ähnlichem Charakter kreuzt am Sonntag am Reuthinger Weg auf. Der SV Schöfweg agiert wie Oberpolling giftig, „verwickelt“ den Kontrahenten in viele Zweikämpfe. „Letzte Saison haben wir beide Spiele verloren, dementsprechend motiviert gehen wir zu Werke“, versichert der 32-jährige Coach. „Die Jungs sind fit und werden richtig Gas geben.“

„Polling“ in Grafenau

Die Oberpollinger haben sich gegen Schalding lange heftig zur Wehr gesetzt, ein Doppelschlag zum 1:3 nach einer guten Stunde hat ihnen den Nerv gezogen, es gelang nur noch der Anschluss. Jetzt wartet in Grafenau der nächste Happen, an dem sich die Truppe um die Spielertrainer Alex Starkl und Jürgen Knödlseder verschlucken könnte. Zumal die „Stodbärn“ in Regen (1:2) ins Leere liefen. Da kommt einiges auf die Dreiburgenländer zu.

Mauth will im Derby nachlegen

Als einziger der fünf Landkreis-Vereine hat der TSV Mauth bei der Saison-Premiere in der Bezirksliga Ost voll gepunktet. Die Truppe von Trainer Andreas Baar hat beim SC Kirchroth mit 2:1 den Dreier gebucht und wird alles daransetzen, um am Samstag (17 Uhr) im Derby gegen den SV Perlesreut nachzulegen.

Christian Fuchs und Korbinian Tolksdorf hatten für die Mauthler eine 2:0-Führung herausgeschossen, trotz des Kirchrother Anschlusstreffers in der 84. Minute ließen sich die Gäste die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Im Vergleich zur Vorsaison also ein deutlich bessere Beginn für den TSV, der damals erst am 11. Spieltag mit einem 2:0 in Schöfweg den ersten Erfolg eintüten konnte (davor vier Unentschieden).

Natürlich weiß man im Lager der Gastgeber genau, dass mit Perlesreut ein hochgefährlicher Spielpartner aufkreuzt. Der Rückkehrer stand zuletzt gegen den SV Grainet dicht vor dem ersten Sieg, musste am Ende aber mit einem 1:1 zufrieden sein. „Bei uns sind alle fit und heiß auf dieses Derby. Wir sehen uns mit Mauth auf Augenhöhe und wollen auf alle Fälle was Zählbares mitnehmen“, gibt sich Perlesreuts Spielertrainer Matthias Url zuversichtlich. Entscheidend werde sein, dass man die geballte Mauther Offensivkraft ausschalten und eigene Fehler abstellen kann.

− He/brö/aug/fed


Bezirksliga Ost am Samstag, 14 Uhr: Künzing – TG Straubing; 15 Uhr: Ruhmannsfelden – Kirchroth; 16 Uhr: Grainet – Regen; 17 Uhr: Mauth – Perlesreut; 18.30 Uhr: Hutthurm – 1.FC Passau; Sonntag, 16 Uhr: SV Schalding II – Schöfweg; 17 Uhr: Grafenau – Oberpolling; verlegt auf Mittwoch, 3. August, 18.30 Uhr: Vornbach – Salzweg.