Bezirksliga Ost

Neuauflage eines Klassikers: Ruhmannsfelden und Regen treffen nach zehn Jahren wieder aufeinander

04.08.2022 | Stand 05.08.2022, 9:53 Uhr

Der eine will mit Demut anreisen, der andere hat Respekt vor den starken Kreisstädtern: Die beiden Trainer Michael Schaller (l., Regen) und Martin Kress (r., Ruhmannsfelden) treffen am Samstag mit ihren Teams aufeinander. Es ist das erste Liga-Derby der beiden Vereine seit zehn Jahren. −Fotos: Sven Kaiser, Magdalena Nadler

Von Felix Drexler

Seit ihrem Bestehen zählen sie zu den besten Fußball-Mannschaften im Landkreis Regen, dennoch liegt das letzte Liga-Duell inzwischen über zehn Jahre zurück: Am 24. März 2012 trafen die Spvgg Ruhmannsfelden und der TSV Regen zuletzt aufeinander, Tobias Bielmeier schoss in der 15. Minute den 1:0-Siegtreffer für die Lerchenfeldkicker. Damals hieß die Spielklasse noch Bezirksoberliga und die beiden Trainer Hans Mühl (Ruhmannsfelden) und Frantisek Sluka (Regen).

Seitdem hat sich viel getan. Während die Ruhmannsfeldener seit ihrem Abstieg aus der Landesliga 2016/17 zu den Konstanten der Bezirksliga zählen, haben sich die Regener nach Jahren in der Kreisliga neu formiert und im Mai mit einer spiel- und kampfstarken Mannschaft die Rückkehr auf die Bezirksebene geschafft. Nun kommt es zur Neuauflage des Landkreis-Klassikers: Die Spvgg empfängt am Samstag (15 Uhr) den TSV zum Bezirksliga-Schlager.

Martin Kress, Trainer der Spielvereinigung, hat den Weg des Konkurrenten genau verfolgt. „Sie sind gut gestartet, haben gute Einzelspieler. Sie werden uns das Leben schwer machen“, sagt er. Am Lerchenfeld hat man Respekt vor den jüngsten Leistungen der Kreisstädter. Dennoch gehen Dachs, Pfeffer und Co. selbstbewusst ins Derby. Immerhin haben die Ruhmannsfeldener mit sieben Punkten aus den ersten drei Partien einen Start nach Maß hingelegt, überzeugten sowohl spielerisch (wie beim 5:2-Heimerfolg gegen Kirchroth) als auch kämpferisch (wie zuletzt beim 3:2-Sieg in Perlesreut).

„Die Jungs haben eine Wahnsinns-Mentalität gezeigt, immer an sich geglaubt“, findet Kress auch eine Woche danach noch viele lobende Worte. Bedanken konnte er sich nach den 90 Minuten vor allem bei einem Mann: Sebastian Tremmel, vor der Saison vom benachbarten Kreisklassisten Viechtach gekommen, zeigte erneut eine ganz starke Leistung – und drehte die Partie mit einem Doppelpack in der Schlussphase im Alleingang. „Sebastian hat sich super eingefügt und bringt unser Team enorm weiter. Im Moment strotzt er vor Selbstbewusstsein.“

Auch gegen Regen soll Tremmel wieder wirbeln – zumal mit Bastian Kilger (30) der beste Torjäger der vergangenen Saison nicht im Kader ist. Der Mittelfeldantreiber handelte sich in Perlesreut in der Nachspielzeit wegen einer groben Unsportlichkeit die Rote Karte ein und fehlt gesperrt. Ebenso nicht dabei ist „Abwehrkante“ Josef Schmidt (27), der sich einer Knie-OP unterziehen muss. Zudem weilen mit Johannes Wittenzellner (30), Erblin Skenderaj (20) und Philipp Macht (18) drei potenzielle Stammspieler im Urlaub.

Die personellen Probleme reißen auch beim TSV Regen nicht ab. „Wir haben viele verletzte und kranke Spieler. Hinzu kommen nun auch einige Urlauber. Dennoch werden wir eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen“, sagt TSV-Coach Michael Schaller (40).

Zum nördlich gelegeneren Rivalen reisen die Regener mit viel Demut. „Ruhmannsfelden ist ganz klar die Nummer eins im Landkreis. Für uns gilt es, dagegen zu halten. Wir wollen mutig auftreten und uns nicht kleiner machen als wir sind.“

Von seinen Spielern fordert Schaller eine Reaktion auf das enttäuschende 3:3 gegen den TSV Mauth. Beim „Pichelsteiner“-Heimspiel führten Schreder, Klauser und Co. bereits mit 3:1, fingen sich aber in der Schlussphase zwei unnötige Gegentore und mussten sich mit einem Punkt begnügen. Beide Gegentore resultierten zum wiederholten Male aus individuellen Fehlern. Diese, so Schaller, müsse man schnellstmöglich abstellen. Nur dann könne man in der Liga mithalten. Und nur dann könne man bei der Neuauflage des Landkreisderbys für eine Überraschung sorgen.