Bezirksliga Ost: Vorschau auf den 12. Spieltag

Mannschaftsfoto mal anders: Spvgg Ruhmannsfelden lacht im Regen – Schöfweger Derby-Triple

22.09.2022 | Stand 24.09.2022, 8:26 Uhr

Während im Hintergrund der Nebel aufsteigt, lachen die vom Regen durchnässten Ruhmannsfeldener in die Kamera. Am Lerchenfeld entstand in diesem Jahr ein ungewöhnliches Mannschaftsfoto. −Foto: Alexander Bloch

Von Felix Drexler

Der Schuldige war schnell ausgemacht: Alois Wittenzellner musste sich hinterher einige Sprüche gefallen lassen. Weil sich der sonst so pflichtbewusste Sportchef der Spielvereinigung Ruhmannsfelden ausgerechnet beim traditionellen Fototermin um ein paar Minuten verspätet hatte, musste sich die Bezirksliga-Truppe mit den Trainern Martin Kress und Erich Hagengruber gedulden. Gleiches galt für den Heimatsport-Fotografen Alexander Bloch, der gerne schon auf den Auslöser gedrückt hätte. Schließlich fing es just in diesem Moment am Lerchenfeld zu regnen an. Wenig später schüttete es wie aus Kübeln.

Als Alois Wittenzellner irgendwann aufkreuzte, war der Wolkenbruch bereits im vollen Gang. „Wir haben uns kurz abgesprochen und beschlossen, dass wir das Foto trotzdem machen“, erzählt der Sportchef, der auch einen guten Grund für seine Verspätung hat: „Zuhause wurde ich von meinen beiden Kindern aufgehalten.“ Dass er die Mannschaft sprichwörtlich im Regen stehen ließ, habe sich in diesem Moment leider nicht verhindern lassen. „Zum Glück haben es alle ganz locker genommen, aber natürlich gab’s den einen oder anderen Spruch.“

Immerhin: Trotz Regens kann sich das Resultat sehen lassen. Während im Hintergrund der Nebel aufsteigt, lachen die Ruhmannsfeldener völlig durchnässt in die Kamera. Klar ist jedenfalls: Von herkömmlichen Mannschaftsfotos hebt sich dieses Motiv ab, das Bild sticht ins Auge. Und wie heißt es schließlich im weltweit bekanntesten Fußballerlied? „Walk on through the rain (...) and you'll never walk alone!“

Grund zum Lachen wollen die Ruhmannsfeldener auch wieder am Sonntagabend haben, dann steht ab 16 Uhr die Auswärtspartie bei der zweiten Mannschaft des SV Schalding an. Nach dem 1:0-Heimsieg gegen den damaligen Spitzenreiter Künzing reisen die Ruhmannsfeldener mit reichlich Selbstvertrauen an den Reuthinger Weg. „Wir wollen diesen Sieg in Schalding vergolden“, kündigt Wittenzellner an. Liga- und Landkreisrivale TSV Regen ist bereits am Samstag (Anstoß 17 Uhr) gefordert. In Salzweg (Anstoß 17 Uhr) können Schreder, Völkl und Co. die 1:4-Heimpleite gegen Passau vergessen machen.

Stodbärn fordern Spitzenreiter Passau

Ein Derby sowie die Gastspiele bei Tabellenführer und Schlusslicht prägen den 12. Spieltag der Bezirksliga Ost aus FRG-Sicht.

In Schöfweg (gegen Mauth) stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die gut drauf sind. Das kann der TSV Grafenau nicht von sich behaupten. Den „Stodbärn“ droht im Passauer Dreiflüssestadion das siebte Spiel ohne Sieg. Erstmals in seiner Vereinsgeschichte reist der SV Perlesreut nach Kirchroth und kann mit einem Erfolg beim Letzten den Abstand zu den hinteren Rängen weiter vergrößern. Ebenfalls in den Landkreis Straubing-Bogen verschlägt es den SV Grainet am Sonntag, wo der SVG trotz vier Partien ohne Dreier beim Rangvierten Türk Gücü Straubing (fünf Niederlagen nacheinander) als Favorit antritt.

Wer in Schöfweg das Spielfeld als Sieger verlässt, mag SVS-Trainer Matthias Süß nicht prophezeien. Allerdings ist der 33-Jährige überzeugt, dass beide Teams bereit sind für ein spannendes Landkreisduell. „Mauth hat eine Serie hingelegt und steht zurecht im Tabellenmittelfeld“, lobt Süß den seit sechs Partien unbesiegten TSV. Aber auch seine Spieler haben zuletzt zwei starke Leistungen geboten, gewannen nacheinander Derbys gegen Grafenau (6:1) und Grainet (3:0). Trotz der neun Treffer in den genannten Partien bemängelt Süß die Chancenverwertung seiner Elf – „ein bisschen“. Topmotiviert sind die Schöfweger Kicker allein schon deshalb, weil sie die letzten beiden Duelle mit Mauth sang- und klanglos verloren (1:5, 0:2). Die Aussichten auf eine Revanche stehen gut, weiß Süß: „Wenn wir als Team geschlossen auftreten und jeder sich unterordnet, dann sind wir automatisch eine gute Mannschaft und haben gegen Mauth eine Siegchance.“ Mit 18 (Mauth) und 17 Punkten (Schöfweg) haben beide Seiten einen gewissen Vorsprung auf die Abstiegsränge und können daher in das Landkreisderby selbstbewusst und frei von Druck gehen.

Gespannt blicken die Fußballfans an diesem Wochenende zudem nach Künzing, wo der starke Aufsteiger DJK Vornbach seine Visitenkarte abgibt. Vor dem Duell mit dem Tabellennachbarn mussten die „Römer“ eine weitere Hiobsbotschaft verkraften: Mit Andreas Drexler (Sprunggelenksverletzung) fällt ein weiterer Stürmer vorerst aus. Neu terminiert worden ist Heimspiel des TSV Grafenau gegen Türk Gücü Straubing auf Mittwoch, 28. September, 19 Uhr.

− mid