Torwart im PNP-Interview

„Jeder Fehler wird bestraft“: Simon Boxleitner erklärt Waldkirchens Durststrecke

26.08.2022 | Stand 27.08.2022, 7:37 Uhr

Zwei Führungsspieler eines jungen Teams: Im Schnitt ist die Landesliga-Mannschaft des TSV Waldkirchen circa 23,3 Jahre alt. Verteidiger Christoph Neuwirth und Torwart Simon Boxleitner zählen mit ihren 25 Lenzen deshalb schon zu den erfahrenen Kickern. −Foto: Sven Kaiser

Von Michael Duschl

Die gute Laune wollen sich die Fußballer des Landesligisten TSV Waldkirchen nicht verderben lassen von ihrer aktuellen Durststrecke. Aber ein Erfolgserlebnis sehnt die Mannschaft um Torwart Simon Boxleitner (25) dennoch herbei. Am Sonntag ist der TSV in Amberg zu Gast. Zeit für den ersten Dreier findet Boxleitner, der im Interview mit der Heimatzeitung Unterschiede zwischen Landesliga und Bezirksliga erklärt und Gründe nennt, warum die Waldkirchner bald mehr Grund zur Freude haben werden.

Simon, nach acht Spielen ist der TSV Waldkirchen noch sieglos. Was geht einem als TSV-Spieler da so durch den Kopf?
Simon Boxleitner: Der Blick auf die Tabelle ist, sagen wir mal so, schon sehr schwierig. Wir haben eine sehr junge Mannschaft und arbeiten richtig gut. Chancenlos waren wir nur in einem Spiel, in Ettmannsdorf. Ansonsten standen wir nach dem Spiel oft zusammen und haben gar nicht so recht gewusst, warum wir wieder nicht gewonnen haben. Uns fehlte oft das Spielglück.

Wie letzten Samstag gegen Neukirchen (0:1), als ihr beste Chancen hattet und der Gegner sozusagen mit seiner einzigen Tormöglichkeit das Spiel für sich entschied.
Boxleitner: Zur Zeit läuft es leider so. Wir spielen gut und verlieren meistens. Da ist man als Spieler dann schon mal auch ratlos. Sogar gegnerische Spieler haben mich schon verwundert gefragt, warum wir noch keines gewonnen haben. Aber wenn man mal in diesem Strudel steckt. Wir trainieren hart und gut und werden uns das Glück erarbeiten.

Von der ersten Minute an unter Druck

Wie verändert sich die Stimmung innerhalb der Mannschaft, wenn man mal ein paar Wochen nicht gewinnt.
Boxleitner: Ach, das spüre ich jetzt eigentlich keinen Unterschied. Wir dürfen nicht vergessen, dass Fußball unser Hobby ist. Deshalb sollten wir in erster Linie Spaß haben und den haben wir auch. Wir trainieren gut, haben dabei gute Laune. Natürlich ist es so, wenn man ein Spiel verliert, dass man sich dann erst einmal ein, zwei Tage Gedanken macht – aber spätestens am Dienstag im Training geht der Blick nach vorne.

In der Bezirksliga habt ihr 20 von 28 Spielen gewonnen. Im Frühjahr habt ihr kaum Gegentore kassiert, jetzt sind es im Schnitt zwei pro Spiel. Worin liegen die Unterschiede zur Landesliga aus Torwartsicht?
Boxleitner: In der Bezirksliga wird der ein oder andere Fehler noch verziehen. In der Landesliga nicht. Wenn du einen Bock baust, dann nutzt der Gegner eigentlich jede Chance auch aus. Außerdem stehst du in der Landesliga von der ersten Minute an viel stärker unter Druck. Das sind wir aus der Bezirksliga gar nicht gewohnt.

Zeichnet sich den bei den Fehlern vor Gegentoren ein Muster ab?
Boxleitner: Eigentlich nicht. Uns unterlaufen eher individuelle Fehler und das ist bei so einer jungen Mannschaft wie wir sie haben auch legitim, wenn du pausenlos unter Druck bist. Ich bin mit meinen 25 Jahren einer der Älteren.

Am Sonntag steht das Auswärtsspiel in Amberg an.
Boxleitner: Die stecken in einer ähnlichen Situation wie wir. Sie haben zu Saisonbeginn alles verloren, jetzt sind sie seit drei Spielen ungeschlagen. Wenn man mal aus dem negativen Strudel rauskommt, dann gewinnt man auch mal Spiele ganz überraschend. Dieses Erlebnis brauchen wir.


Landesliga Mitte, 9. Spieltag / Freitag, 18.30 Uhr: Tegernheim – Lam; 19.30 Uhr: Kareth – Deggendorf; Samstag, 14 Uhr: Osterhofen – Bogen; 15 Uhr: Hauzenberg – Burglengenfeld; 16 Uhr: Ettmannsdorf – Straubing; 17 Uhr: Bad Kötzting – Regensburg; Sonntag, 15 Uhr: Amberg – Waldkirchen; 16 Uhr: Roding – Seebach; 17 Uhr: Neukirchen – Pfreimd.