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Trainingslager in Bad Füssing  |  11.08.2020  |  08:00 Uhr

"Mutig wie Löwen": Wie Ex-Profi Schmöller seine 1860-Talente auf Pressing trimmt

von Lukas Wagner

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An der Taktiktafel zeigt der ehemalige HSV-Profi Frank Schmöller (53) seiner Mannschaft, der U21 des TSV 1860 München, wie er sich das Pressing beim Re-Start der Bayernliga vorstellt. −Foto: Wagner

An der Taktiktafel zeigt der ehemalige HSV-Profi Frank Schmöller (53) seiner Mannschaft, der U21 des TSV 1860 München, wie er sich das Pressing beim Re-Start der Bayernliga vorstellt. −Foto: Wagner

An der Taktiktafel zeigt der ehemalige HSV-Profi Frank Schmöller (53) seiner Mannschaft, der U21 des TSV 1860 München, wie er sich das Pressing beim Re-Start der Bayernliga vorstellt. −Foto: Wagner


"Los, los, los", schallt es über den Platz. Die Intensität ist hoch, Pressing steht auf dem Trainingsplan. Zwei Spieler prallen zusammen, einer bleibt liegen. Kein Grund, die Spielform zu unterbrechen. Erst als der Ball im Aus landet, gibt es eine kurze Verschnaufpause.

"Wir wollen wie Löwen mutig nach vorne spielen, das Spiel dominieren. Dazu braucht es die nötige Kampfbereitschaft und Leidenschaft", sagt Frank Schmöller (53). Der ehemalige HSV-Profi trainiert seit Juli 2019 die U21 des TSV 1860 München. Sein Auftrag bei den Sechzigern, die in der Fußball-Bayernliga um Punkte kämpfen: den nächsten Sven Bender oder Julian Weigl entwickeln. Zur Verfügung steht ihm dabei ein blutjunges Löwen-Rudel. Mit ihm residierte Schmöller für ein fünftägiges Trainingslager im Kurort Bad Füssing in der Unterkunft "Schillerhof".

Während der Einheit unterbricht der 53-Jährige häufig und justiert direkt auf dem Rasen an der Taktiktafel nach. Im Verein herrsche eine klare Spielphilosophie – das Spiel aktiv gestalten und früh draufgehen. Je nach Spielermaterial werden dann in den unterschiedlichen Nachwuchsmannschaften leichte Anpassungen vorgenommen. "Ein 4-3-3 nützt mir nichts, wenn ich keine schnellen Außen habe. Aber es gibt eine klare Spielphilosophie, die wir uns für Sechzig vorgenommen haben. Die setzen wir konsequent um und scouten auch dementsprechend die Talente", sagt Schmöller.

Der Altersdurchschnitt von rund 21 Jahren passt tatsächlich zum selbstproklamierten Label "Junglöwen" der Drittliga-Reserve. Gleichzeitig liegt das Augenmerk auf Kontinuität, zehn Spieler aus dem letztjährigen Kader sind auch heuer noch dabei. In Bad Füssing stehen 17 Mann auf dem Rasen, zwei weitere fehlen aufgrund von Arbeit und Studium.

Im gesamten Verein setzt man "notgedrungen" auf Kräfte aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum. Externe Zugänge gibt es sowohl bei der "Ersten" als auch bei der "Zweiten" so gut wie keine. Dafür bekommen viele Spieler aus der U17, U19 und U21 die Chance, sich oben zu beweisen. So rücken zum Beispiel Maxim Gresler (17), Johann Ngounou Djayo (19) und Matthew Durrans (21) in den Drittliga-Kader auf.

Mit Michael Köllner habe man bei der ersten Mannschaft einen Trainer, der die Jugend fördern und entwickeln könne. Von daher sei die Zusammenarbeit sehr gut, so Schmöller: "Das Ziel muss sein, Spieler frühzeitig an den Herrenbereich zu gewöhnen. Aber dann entscheidet sich, ob der Spieler ein guter wird oder nicht. Die Guten nehmen das als Chance wahr und geben weiter Gas, die anderen sind zufrieden, bei den Profis zu sein und tun nicht mehr viel."

Mentalität ist das Stichwort. Das ist für den Trainer das Kernstück seiner Arbeit. "Fußballerisch kann ich meinen Spielern nicht mehr viel beibringen, ganz offen, da sind sie bestens ausgebildet und können am Ball alles. Aber es geht halt um andere Dinge wie eben Mentalität." Angesprochen auf die Aussagen einiger Profis, das "M-Wort" könnten sie nicht mehr hören, kontert Schmöller mit einem Zitat seines ehemaligen Trainers Ernst Happel, mit dem er 1987 den DFB-Pokal gewonnen hat: "Fußball entscheidet sich zu 80 Prozent im Kopf."

Dementsprechend kritisiert er auch Vereine, die ihrem Nachwuchs aus seiner Sicht das Oberstübchen verdrehen. "Wenn ich zum Beispiel nach England schaue, wo die U15-Spieler schon ihre Schuhe geputzt bekommen, da frage ich mich: Ist das nicht ,too much‘?" Dadurch könnten dann auch keine besonderen Spieler heranwachsen, die allerdings mit am wichtigsten im Fußball seien. "Mit Weichgewaschenen gewinnst du keinen Krieg. Typen machen den Unterschied im Spiel", sagt Schmöller. Der Hamburger, dessen Vater aus Vilshofen stammt (Lkr. Passau), spricht erfrischend offen über seine Herangehensweise und versteckt sich nicht hinter Phrasen.

Für ihn ist die Arbeit an der Grünwalder Straße ohnehin das Highlight seiner bisherigen Trainer-Karriere, die ihn vom SV Heimstetten über den FC Ismaning und den SV Pullach zu den Löwen geführt hat. "Du darfst hier als Amateurtrainer unter Profibedingungen trainieren." Durch seine jüngst bekanntgegebene Vertragsverlängerung wird der Höhepunkt noch mindestens eine weitere Saison anhalten.












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Pipinsried
26
87:25
69
2.
Deisenhofen
26
60:42
50
3.
Ingolstadt 04 II
27
63:46
46
4.
Wasserburg
26
44:34
46
5.
Kottern
26
43:38
41
6.
1860 München II
28
45:45
40
7.
Schwabmünchen
27
52:46
39
8.
Türkspor Augsburg
25
46:43
34
9.
Kirchanschöring
25
35:41
34
10.
Ismaning
26
45:39
33
11.
Hankofen-Hailing
28
37:43
32
12.
Jahn Regensburg II
27
51:60
31
13.
Donaustauf
26
36:48
31
14.
Dachau
26
35:51
30
15.
Landsberg
26
40:51
27
16.
Pullach
27
38:63
27
17.
Schwaben Augsburg
26
31:52
26
18.
Nördlingen
26
34:55
20




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